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Interview mit Bart Vale

Frage: Wie hast Du Masami Soranaka getroffen?

Bart: Ich traf Masami Soranaka bei einem Kickbox-Schaukampf für MDA in der Aventura Mall. Er bemerkte, daß er noch niemals einen Amerikaner meiner Größe gesehen hat, der so schnell und so hoch treten konnte und fuhr dann fort, zu fragen, ob ich interessiert daran sein würde, in Japan zu kämpfen. Meine Antwort war: “Ja.”

Frage: Worin unterscheidet sich die japanische Vorgehensweise beim Training von der amerikanischen?

Bart: In Japan ist die Vorgehensweise eine Lebensweise. Von Montag bis Sonntag begannen wir den Tag im Dojo um 7 Uhr und fuhren fort bis 14 Uhr mit Konditionstraining. Pause war von 14 Uhr bis 17 Uhr für persönliche Dinge. Zurückmelden im Dojo um 17 Uhr und arbeiten an Sparring und Techniken bis 21 Uhr. Der einzige Tag, an dem wir frei hatten, war der Tag nach einem Kampf. In den Staaten ist die Vorgehensweise die eines Hobbies.

Frage: Was war der größte kulturelle Unterschied, dem Du Dich in Japan gegenübersahst, und wie bist Du damit umgegangen?

Bart: Im Wesentlichen hatte ich nicht wirklich damit umzugehen, weil ich von 7 Uhr bis 21 Uhr trainierte und es dann Zeit war, nach Hause zu gehen und sich auszuruhen. Der größte kulturelle Unterschied, dem ich begegnete, war das Sprachhindernis und das Essen.

Frage: Wie groß ist das Shootfighting in Japan? Kann es diesen Punkt in den Vereinigten Staaten erreichen?

Bart: In Japan würde die Reihenfolge der Beliebtheit von Sportarten Sumo, Baseball und der UWF-Stil (Shootfighting) sein. Wir können nur hoffen, daß, durch Sponsoren, der Sport eine Top-Stellung in den Staaten erreichen wird, so wie er sie in Japan hat.

Frage: Welche anderen Länder haben ISFA-Schulen?

Bart: Schweiz, Schweden, Russland, Kanada, Südamerika, Finnland, Deutschland, Iran und Japan.

Frage: Hält die ISFA jährliche, internationale Meisterschaften ab? Falls dem so ist, wer sind die derzeitigen Meister?

Bart: Ja, wir tun es. Der Schwergewichtstitel ist unbesetzt, im Mittelgewicht ist es August Walden und im Leichtgewicht ist es Noel Castillo.

Frage: Was sind die Schlüsselprinzipien, die Shootfighting von anderen Stilen unterscheiden?

Bart: Die meisten Stile funktionieren in der Theorie, wohingegen Shootfighting in Theorie und Praxis funktioniert. Shootfighting ist eine Kombination aus Thaiboxen und Submission Grappling. Wichtiger ist, daß es den wirkungsvollen Übergang vom Standkampf zum Bodenkampf und vom Bodenkampf zum Standkampf betont. Wir brauchen nicht irgendeine Uniform, um unsere Techniken funktionieren zu lassen, und wir arbeiten an unseren Kampftechniken in realen Situationen, so daß wir wissen, daß sie in solchen Situationen funktionieren werden. Plus: Shootfighting trainiert dich darauf, gegen einen trainierten Kämpfer zu kämpfen.

Frage: Warum hast Du den Begriff Shootfighting verwendet, anstatt bei dem UWF-Stil-Ringen zu bleiben?

Bart: Als wir es in die Staaten brachten, entschieden wir uns dafür, daß wir keine Verwirrung verursachen wollten mit dem “choreographierten” Sport des professionellen Wrestlings.

Frage: Kann Training für das Shootfighting dem Kampfkünstler helfen, der nicht an Wettkämpfen interessiert ist, sondern sich mehr auf die praktische Selbstverteidigung auf der Straße konzentriert?

Bart: Ja. Noch einmal: Wir trainieren den Schüler unter realistischen Bedingungen. Also sind die Techniken, die wir unterrichten, dafür entwickelt, im realen Leben zu funktionieren.

Frage: Mußt Du stark oder athletisch sein, um Dich im Shootfighting hervorzutun?

Bart: Ja und nein. Durch die Art und Weise, in der das Training aufgebaut ist, werden Schüler schließlich die körperliche Stärke erreichen, die für den Sport erforderlich ist. Aber der Stil ist von der Art, daß wir einer 60-kg-Person beibringen können, eine 90-kg-Person auszuschalten. Und wir können einer Frau, die eindeutig schwächer ist als ein Mann, beibringen, ihn zu neutralisieren.

Frage: Wer sind einige der heutigen fähigsten Shootfighting-Praktiker?

Bart: August Walden, Mittelgewichts-Champion; Robert Yard, Mittelgewichts-Herausforderer mit 4 Siegen, 2 Unentschieden, 0 Niederlagen; Barry Polonitza, Schwergewichts-Herausforderer mit 6 Siegen, 3 Unentschieden, 1 Niederlage; Keith Curts, Mittelgewichts-Herausforderer; John Busto, Schwergewichts-Herausforderer mit 4 Siegen, 4 Unentschieden; Marcus Marinelle, Mittelgewichts-Herausforderer mit 6 Siegen, 2 Unentschieden; Dan Bobish, Superschwergewicht (er würde Champion sein, aber bisher gibt es da keine Gewichtsklasse).

Frage: Was hältst Du für Deinen größten Augenblick als Shootfighting-Wettkämpfer (der Höhepunkt Deiner Karierre)?

Bart: Der Rückkampf mit Fujiwara. Ich nahm ihm im März 1992 in Miami den Titel ab. Die japanischen Medien sagten, der erste Kampf sei ein Zufallstreffer gewesen – daß Fujiwara niemals zuvor außerhalb Japans gekämpft hat und nur deshalb verloren hat, weil er unter Flug und Zeitverschiebung gelitten hatte. Es gab Spekulationen unter den Japanern, daß ich niemals in der Lage gewesen sein würde, Fujiwara in Japan zu besiegen. Aus diesem Grund wurde ein Rückkampf im Juni 1992 in Japan angesetzt. Es lag eine Menge an Druck auf mir, den Fans zu beweisen, daß ich des Titels würdig war. Ich ging in den zweiten Kampf hinein, entschlossen dazu, Fujiwara in seinem eigenen Spiel zu schlagen. Fujiwara ist in Japan bekannt als “der Meister der Unterwerfung”, einem Titel, den er zu Recht verdient. Unter den Japanern ist er wahrscheinlich der Beste aller Zeiten in der Bodenarbeit. Ich habe niemals gesehen, daß er zur Aufgabe gezwungen wurde. Pläne ändern sich allerdings, sobald Du erst einmal im Ring bist. Ich sah sofort, warum Fujiwara niemals zum Aufgeben gezwungen wurde. Alles, was ich am Boden machte, konterte er perfekt. Schließlich mußte ich mich anpassen. Ich landete ein paar harte Tritte an seinem Kopf, die ihn weichklopften, schaffte es dann, einen Würgegriff bei ihm anzusetzen und legte ihn schlafen. Obwohl er tatsächlich niemals aufgab, war ich trotzdem glücklich, daß ich in der Lage gewesen bin, Fujiwara mit irgendeiner Art von Aufgabegriff zu besiegen. Es sagte mir, daß ich schließlich ein gut ausgewogener Kämpfer war. Ich bin stolz darauf, der erste Nichtjapaner zu sein, der sich in dem hervortat, was ich noch immer als den härtesten Sport der Welt ansehe.


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