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Interview mit Kelly McCann

Frage: Wie hast Du mit dem Kämpfen angefangen?

Kelly: Ich nehme an, wie jeder andere fing ich an, das Kämpfen zu erlernen, weil ich es nicht konnte und wissen mußte, wie es geht. Anders als jeder andere habe ich mein ganzes Leben lang ein Aufmerksamkeitsstörung gehabt und kann mich solange extrem auf Dinge konzentrieren, bis ich sie gemeistert habe. Ich liebte das Kämpfen – Ringen, Bodenkampf, Kämpfen ohne Regeln, etwas Boxen, Jeet Kune Do (JKD), Eskrima und militärischer Nahkampf, weil er eher das Festhalten an Prinzipien erlaubte als an einzelnen Techniken, was mir mehr Freiheit erlaubte. Mein Vater ist immer ein großartiger Kämpfer gewesen – beweglich, stark und entschlossen, und ich würde sagen, daß die wichtigste Sache, die er mir beigebracht hat, die Intensität war. Er verbrachte einige Zeit als ein Ausbilder für militärischen Nahkampf als seine militärische Zweittätigkeit. Sein Vater, mein Großvater, ist ein Pionier im 1. Weltkrieg gewesen und war in das verwickelt, was auf Boxen und/oder “Kämpfen ohne Regeln” hinausläuft, als seine Einheit in Frankreich eingesetzt war. Er ist ein Bergarbeiter gewesen und hatte Hände so groß wie eine Schaufel.

Frage: Viele Leute scheinen etwas über Deinen Vater zu wissen, aber sie kennen die Fakten nicht. Einige Leute sagen, er war ein Spion, andere, daß er ein Messerkämpfer während des 2. Weltkriegs war und wieder andere behaupten, er war der Erbe auf den Thron des militärischen Nahkampfs. War Dein Vater der Daniel Boone des Nahkampfs?

Kelly: Oh nein, er war bloß ein ganz normaler Kerl. Ich spreche von meinem Vater. Ich respektiere den Mann, er ist mein bester Freund, und ich spreche über meinen Vater, wenn ich unterrichte. Es ist nicht so, als ob ich jemanden mit einem Pioniergeist huldige. Ich liebe den Mann, also spreche ich über ihn.

Frage: Der Grund dafür, warum ich dies zur Sprache bringe, ist der, daß alles, was sie sagen, wann immer ich einigen Nahkampfleuten über den Weg laufe, folgendes ist: “Oh ja, Kelly McCanns (alias Jim Grovers) Vater machte dies, und Kelly McCanns Vater machte jenes.” Also dachte ich, daß er dieser berühmte Superkämpfer war (obwohl alle die Geschichten sich widersprechende Informationen enthalten).

Kelly: Nein, es ist alles nur Vermutung, es ist völlig hypothetisch. Mein Vater hatte einige sehr wichtige Lektionen für das Lebens, die in jedem Fall wichtig gewesen sein würden, ganz unabhängig davon, was ich verfolgte. Was ich getan habe, ist, diese Lebenslektionen darüber, was es bedeutet, ein Mann zu sein, anzuwenden (Kelly McCanns Vater war in der U.S. Air Force kurz nach ihrer Gründung – nach der Umwandlung des Army Air Corps).
Mein Vater (der noch immer mein bester Freund ist) ermutigte meinen Bruder und mich dazu, spielerisch zu kämpfen, bis er es zu unterbrechen hatte. Dadurch, daß er mich als Kind so hart rangenommen hat, brachte er mir eine Menge bei darüber, wie man ruhig ist, explodiert und dann wieder ruhig ist – etwas, daß heutzutage maßgeblich beteiligt ist an unserer Vorgehensweise im Nahkampf. Wir hatten eine großartige Wahrnehmung für die Umgebung und setzten alles ein, was in Reichweite war, um einen Kampf zu gewinnen. Ein Beispiel gefällig? Falls Du bei ihm von hinten einen Umklammerungsgriff angesetzt hast, war die erste Sache, die er tun würde, die, Deinen Arm gegen die Kante des Türrahmens oder gegen irgend einen anderen Gegenstand, der gerade in der Nähe war, zu rammen, um diese Schreckschmerzreaktion zu erzielen, welche er dann mit der direktesten Technik ausnutzen würde. Er brachte mir bei, daß falls Du jemand sein Gesicht/seinen Kopf kontrollierst, Du seinen Körper kontrollierst.
Ich lernte von ihm, daß es für einen Mann unwahrscheinlich ist, sich hindurchzukämpfen oder in der Lage zu sein, in Schwung zu kommen, wenn Du eine Hand auf seinem Gesicht hältst und die Finger in seine Augen eingräbst. Die meisten Männer müssen ihren Kopf wenden, um in einem Kampf in Schwung zu kommen oder ihn aufrecht zu halten. Falls Du beispielsweise auf dem Boden bist, oben auf dem Gegner sitzt und mit Deiner Hand hinunterdrückst in das Gesicht Deines Gegners, verbringt er mehr Zeit damit, verärgert zu sein und sich damit abzumühen, sein Gesicht freizubekommen als er tut, zu versuchen, Dich abzuwerfen. Daher die kolbenhubartigen Angriffe mit einem Handflächenschlag zum Gesicht, gefolgt von einer Hammerfaust, gefolgt von einem Schlag zum Gesicht mit der offenen Hand usw. Es dient außerdem auch dazu, ihn “abzuchecken” und Dir einen Anhaltspunkt dafür zu geben, wo sein Körper sich hinbewegt.
Es gibt da eine ganze Menge an Spekulationen meinen Vater betreffend – er ist nicht im 2. Weltkrieg gewesen. Mein Vater war/ist ein harter Hund, der den Wert darin sah, in der Lage zu sein, zur Sache zu gehen, und er lehrte dies seinen Söhnen (neben einer Menge anderer Lektionen für das Leben). Er ermunterte zur Teilnahme am Ringen und Boxen und kannte nur das Ju-Jitsu, daß ihm beigebracht worden ist sowie das “Kämpfen ohne Regeln”. Die überwältigenden Eigenschaften, die er besaß und lehrte, waren Intensität, Entschlossenheit und tiefgehende Härte.
Er war meisterhaft darin, einen aus dem Gleichgewicht zu bringen und bewegte sich ständig in einer Art und Weise (Gleitschritte), die Dich in eine ungünstige Lage brachte. Er griff mit seinem Körper und Körpergewicht an. Er brachte mir zufälliges Schlagen bei und setzte immer seine Knöchel, Ellenbogen und Knie ein, um es schmerzen zu lassen.
Obwohl er nie aufs College gegangen ist, wurde er ein lizenzierter Bauingenieur. Er war ein Bauarbeiter, wollte etwas Besseres aus sich machen, lernte, wurde ein Bausachverständiger, lernte etwas mehr und fuhr fort, voranzukommen. Er las das verdammte Wörterbuch durch. Als Kind konnte ich es nicht glauben, aber er tat es. Als ich ihn fragte, wofür zum Teufel er das tat, sagte er: “Da gibt es Männer, mit denen ich zusammenarbeite, die Worte benutzen, die ich nicht verstehe, die ich aber kennen muß.” Was für ein großartiges Vorbild und großartiger Typ. Er hatte Mumm, er fuhr Geländemotorräder, bis er in den Siebzigern war und diese schließlich durch ein ATV ersetzte. Ich hoffe, mir wird es genauso gut gehen, wenn ich so alt bin.

Frage: Es gibt einige interessante Zitate von Deinem Vater, die alle wirklich gut sind. Einige von Mr. McCann Seniors Zitaten:
1. “Du bist niemals unbewaffnet, Du kannst immer etwas als Waffe benutzen.”
2. “Der einzige schmutzige Kampf ist der, den Du verlierst.”
3. “Es gibt immer einen, der härter ist als Du.”
4. “Falls Du nach Ärger Ausschau hältst, wirst Du mehr finden, als Du handhaben kannst.”
5. “Halte Deine Hände oben vor Deinem Gesicht.”
6. “Sprich nicht darüber, sondern schlag zu.”
7. “Werde niemals so betrunken, daß Du Dich selbst oder die Leute, mit denen Du zusammen bist, nicht verteidigen kannst.”
8. “Schnelligkeit und Kraft der Hände schrecken sogar die großen Kerle ab.”
9. “Treffe zuerst.”
10. “Falls Du einen Mann berühren kannst, kannst Du ihn verletzen.” (Dies bezieht sich auf die Fähigkeit, zu berühren, elektrischen Schmerz zu verursachen, eine Reaktion hervorzurufen und dann diese Lücke auszunutzen, um in eine dominante Position zu kommen.)
11. “Falls Du mit Männern kämpfen möchtest, mußt Du mit Deinem Körpergewicht dahinter zuschlagen, insbesondere falls Du ein schmales Hemd bist.”
12. “Schnelligkeit ist zweitrangig zur Kraft – immer.”
13. “Es gibt drei grundsätzliche Arten von Leuten. Kleine und mittelgroße Typen sind gefährlich – weil sie immer kämpfen MUSSTEN, haben sie gelernt, wie. Große Typen, die normalerweise nicht gefährlich sind, weil viele von ihnen nicht zu kämpfen BRAUCHTEN und Leute ihnen normalerweise aus dem Weg gingen. Dann sind da die gefährlichsten Männer, große Typen, die es lieben, zu kämpfen und Leute zu verletzen. Halte Dich von diesen Typen fern oder verletze sie von Anfang an so schnell, wie Du nur kannst.”
14. “Fang immer so an, als ob Du beabsichtigst, jemanden zu töten. Du kannst Dich immer dazu entschliessen, es nicht zu tun – aber Du kannst nicht immer dahin aufholen, wo er sich geistig befindet.”

Kelly: Er war keine Talismannfigur, er war kein Applegate, er war kein OSS-Agent. Er war bloß ein Typ, aber er war ein harter Hund, und das war seine Auslegung von all dem.

Frage: Und Du hast direkt von ihm gelernt?

Kelly: Ja, formlos während der Jahre, in denen mein Vater uns (Brüder) mit einander kämpfen und herumschlagen ließ. In gewisser Weise war es so wie mit Kato zusammenzuleben. Er packte Dich überraschend und ermunterte uns dazu, ihn spielerisch anzuspringen und herumzumachen. Er liebte es, herumzupurzeln.

Frage: Erzähle uns von Deiner Vergangenheit beim Militär.

Kelly: Ich trat 1976 in das Marinecorps ein und nahm nach dem College 1980 den aktiven Dienst auf. Ich war zuerst ein Infanterie-Offizier, und dort war es, wo ich anfing, Applegate, Fairbairn, Biddle, Kengla, O’Neil usw. zu studieren. Obwohl ich dachte, daß eine Menge von dem, was sie lehrten (Ju-Jitsu), auf dem Schlachtfeld nicht nützlich war, begeisterte ich mich wirklich für den Nahkampf und die Mentalität. Also fing ich an, die Dinge anzuwenden, die ich über die Jahre hinweg erlernt hatte. Ich blieb am Ball, fügte Geschwindigkeit und kleine Dinge von diesem und jenem, die FÜR MICH FUNKTIONIERTEN, hinzu. Es war/ist umfassend und ungewöhnlich, und ich werbe nicht so sehr für es als ein System, als ich es für eine Mentalität tue. Ich habe es einfach gehalten. Ich bin manchmal überrascht davon, wie technisch manche Leute eine einfache Technik sich anhören lassen können.
Als die Marine Special Operations Training Groups ins Leben gerufen wurden, wurde ich von General Al Gray (Kommandeur des Marinecorps) dafür ausgewählt, die 3. MEF SOTG zu beginnen. Während der Entwicklung des Lehrplans dachte ich mir ein einfaches 3-3-3-Nahkampf-Programm für die erste Anti-Terror-Einheit im 3. MEF aus. Drei Stunden am Tag, drei Tage pro Woche, über drei Wochen. Insgesamt 27 Stunden. Wir beendeten den Nahkampfteil des Programms mit dem, was ich als die “Styers Alley” bezeichnete (benannt nach John Styers, dem Autor von Cold Steel). Es war ein Vollkontakt-Test mit 10 Angriffen. Die Schüler gingen bei Nacht entlang eines vorher festgelegten Pfades innerhalb und außerhalb von Gebäuden u.ä. vor. Entlang des Weges wurden sie konfrontiert von vollkommen gepanzerten (Schutzpolster) Leuten. Einige waren feindselig, einige waren es nicht. Einige hatten Waffen, andere waren unbewaffnet. Einige kamen von hinten heran, andere von vorne. Während Du beispielsweise dort entlang gingst, leuchtete plötzliche eine Taschenlampe in Deine Augen und Du wurdest nach Deinem Ausweis gefragt. Da unsere Aufträge zum größten Teil in unerlaubten Umgebungen durchgeführt wurden, gab es noch nicht einmal eine kleine Rückendeckung für Aktionen und Deckungen für die Lage. Eine korrekte Antwort würde gewesen sein, sich auf den Fragesteller zu zu bewegen und die Situation innerhalb von fünf Sekunden zu handhaben. Es wurde einfach als “bestanden/nicht bestanden” bewertet. Falls ein Schüler versagte, bekam er eine weitere Gelegenheit, um es korrekt auszuführen. Falls er wieder versagte, hatte er nicht bestanden. 80 Prozent war das Minimum zum Bestehen. Also mußten Schüler acht von zehn Angriffsszenarios korrekt handhaben – ungeprobt – nach 3 Wochen des Trainings. Es gab keine Regeln, so daß Du voll losgehen konntest mit Tritten zum Schienbein, Handballenstößen zum Gesicht, Handkantenschlägen, was auch immer. Der Plan war, Aggression vor verfeinerter Technik zu testen. Es wurde beschrieben in dem Buch The Marines, geschrieben von John de St. Jorre (Doubleday, 1989), und obwohl meine Zitate nicht genau stimmen, gibt es die Idee gut wieder.
Die unverzichtbare Einfachheit von all diesem zeichnete sich wirklich von selbst ab, als ich im September 1994 Bob Kasper traf. Ich blätterte durch das Black Belt Magazine und sah eine Anzeige für die Gung-Ho Chuan Association. Sie lautete: “Achtung Marines! Die GHCA ist eine Eliteorganisation aus Veteranen der Marines, die 2. Weltkrieg-Nahkampftechniken erforscht, entwickelt, trainiert und unterrichtet. Tritt uns bei und werde ein Teil von unserer Art der Kampfkunst.” Ich sagte zu mir selbst: “Was zur Hölle ist das denn nun?” Ich rief die Nummer an, sprach mit Bob, und wir kamen überein, uns zu treffen. Wir schlugen und warfen uns gegenseitig für ein paar Tage herum und waren überrascht, daß zwei Leute, mit völlig unterschiedlichen Vergangenheiten (Bob hat einen beachtlichen Hintergrund in formalen Kampfkünsten), grundsätzlich bei den selben Techniken ankommen konnten. Es war erstaunlich. Es wies hin auf den Wert darin, Lehrplanumfänge zu reduzieren auf das, was jemand wirklich braucht, im Vergleich zu all den Möglichkeiten von dem, was Du unterrichten könntest. Wenn Du eine “Weniger ist mehr”-Vorgehensweise übernimmst, kommt jedermann so ziemlich an dem selben Punkt an.

Frage: Was hältst Du von Traditionen?

Kelly: Ich war immer abgestoßen von der traditionellen Vorgehensweise der Kampfkünste, weil ich nicht die unterwürfige Beziehung mag, die Lehrer (oder das System) verlangen. Bis zum heutigen Tag sagen wir unseren Schülern: “Du trainierst MIT uns, nicht unter uns.” Ich mochte nicht das Verneigen vor einer fremden Fahne, tat es nicht und werde es noch immer nicht tun. Ich mochte den religiösen Aspekt nicht; ich habe eine Religion und brauche keine andere. Ich mochte den philosophischen Gesichtspunkt nicht. Ich möchte einfache Mathematik haben. Ich mochte keine der heilerischen oder gesamtheitlichen Gesichtspunkte. Mir sind Werte und Tugenden beigebracht worden, also war ich der ganzen Sache gegenüber ziemlich abgeneigt. Was ich außerordentlich geschmacklos fand, waren die “Salzsäulen”-Angriffe (“Ständerangriff” in westlichen Begriffen), die Trainingspartner einsetzten. Mit anderen Worten: Sie würden nur in einer Art und Weise angreifen, die die Technik unterstützt. Wozu ist das gut? Kein böser Typ greift auf diese Weise an.

Frage: Du hast woanders erwähnt, daß wir alle unterschiedlich lernen und daß Du sicher stellst, daß Du alle Gesichtspunkte des Lernens mit den Schülern abdeckst. Kannst Du das genauer erklären?

Kelly: Grundsätzlich gibt es da ein paar klassische Arten des Lernens. Eine ist das kinästhetische Lernen (Lernen durch Tun und Fühlen), eine andere ist das visuelle Lernen (Du siehst es und bist in der Lage, die Aktivität nachzuahmen), und dann gibt es das auditive Lernen (Du sagst es, und die Schüler verstehen das Konzept auf Grund ihrer analytischen Fähigkeiten). Was wir machen ist, verschiedene Lehrstile anzuwenden, um die unterschiedlichen Arten des Lernens anzusprechen und eine viel höhere Wahrscheinlichkeit zu erreichen, den Punkt zu treffen.
1) Also zuerst werden wir es Dir zeigen (visuell). Wir werden eine Demonstration in voller Geschwindigkeit machen. Wir werden Dir nicht sagen, was wir tun werden, denn falls wir es Dir vorher sagen, wirst Du es im Kopf auseinandernehmen während wir es durchgehen.
2) Dann verlangsamen wir die Aktion und gehen es langsam durch, so daß Du visuelle und auditive Informationen bekommst.
3) Dann lassen wir Dich und Deinen Trainingspartner es tun, und wir nehmen Korrekturen und Anpassungen vor, was uns in die kinästhetische Lernmethode bringt. Auf diese Art und Weise erreichen wir 90 Prozent der Leute da draußen, die keine Lernstörungen haben.

Frage: Anders als bei der japanischen Methode: Wir tun es auf diese Art und Weise, und stell uns nicht in Frage.

Kelly: Richtig, ganz genau.

Frage: Wie lange benötigt die Durchschnittsperson, um grundlegende Fertigkeiten von einem Deiner Programme aufzugreifen?

Kelly: Falls Du es nicht unterrichten, eine Person damit vertraut und einigermaßen befähigt darin machen kannst innerhalb von fünf Minuten (Bob Siddles Model vom PPCT), ist es eine Zeitverschwendung. Und was wir sagen ist, daß falls Du ein brandneuer Schüler bist und diesen Abend hier hereinkommst, Du HEUTE ABEND herausspazieren wirst mit mehr Fähigkeiten. Falls jemand Dich auf dem Parkplatz ergreifen würde, wirst Du etwas erlernt haben, daß funktionieren wird.

Frage: Bietest Du Auffrischungs- oder Fortsetzungskurse an?

Kelly: Nee, wir machen keine gestaffelten Kurse – es ist das, was es ist. Du bekommst das, was Du bekommst, und dann liegt es an Dir, Deine Fertigkeiten zu entwickeln. Falls Du zurückkommen möchtest und uns einen Blick auf Dich werfen lassen möchtest, sagen wir eine Fortschrittskontrolle der Fertigkeiten, um zu sehen, wie weit Du gekommen bist, okay, sicher, aber es ist dennoch nur das, was es ist. Der Hauptpunkt ist der, daß es ein begrenzter Lehrplan ist, es nicht endlos weitergeht und es nicht abgestuft ist. Falls Du z.B. zu einem dreitägigen Intensivprogramm kommst (wir hielten früher fünftägige Programme ab, aber die meisten Leute konnten damit nicht fertigwerden – Intensität, Ausdauer, Konzentration usw.), dann komme mit dem Verständnis, daß es da keine Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Expertenkurse gibt wie in anderen Schulen. Diese sagen: “Oh, wir können Dir das noch nicht beibringen!” Warum? Warum können sie das nicht? Du wirst es eines Tages erlernen, oder nicht? Die Tatsache ist, daß sich alles ums Geld dreht. Hier lernst Du den begrenzten, endgültigen Unterrichtsstoff, und es ist an Dir, ihn zu perfektionieren.

Frage: Viele Leute mögen es, ihr Nahkampftraining mit Kampfsportarten zu ergänzen, weil sie sie lieben. Empfiehlst Du irgendeinen Kampfsport, der das ergänzt, was Du unterrichtest?

Kelly: Oh ja, Mann, ich persönlich mache Stockkampf und mag Arnis, Kali und Eskrima. Ich mag die Bewegungen, ich mag den Rhythmus. Ich persönlich mag den Bodenkampf, ich mag die mathematische Natur von ihm und die schachspielartige Herausforderung bei ihm. Ich persönlich mag Boxen, wegen der Handschnelligkeit und all dem, aber das ist nicht das, was die Durchschnittsperson möchte (solange sie es nicht als Hobby macht). Für die Selbstverteidigung möchte die Durchschnittsperson bloß das, was sie zu wissen braucht; sie möchte dies nicht zu einem Teil ihres Lebens machen. Es gibt Elemente aus einer Menge von Kampfkünsten, die ich mag, aber ich versuche nicht, das in unser System einzuimpfen, weil es nicht hineinpaßt.

Frage: Ich habe viele Boxer, Kickboxer und Grappler gesehen, die ihren Sport mit einer kampfartigen Geisteshaltung angehen, und in dem sie es tun, scheinen sie besser vorbereitet zu sein auf eine reale Begegnung, als Leute, die nur eine sportliche Geisteshaltung haben. Stimmst Du dem zu?

Kelly: Richtig, ja. Nun, ich kehre zu dem zurück, was ich immer gesagt habe. Einige der gefährlichsten Kämpfer, denen Du auf der Straße über den Weg läufst, sind Boxer und Ringer. Boxer sind gefährlich, weil sie gerade Schläge zu einer Wissenschaft gemacht haben und weil mit geraden Schlägen nur sehr schwierig fertigzuwerden ist, wenn sie mit voller Geschwindigkeit und einem Zweck geschlagen werden – hart, damit fertigzuwerden.

Frage: Bevorzugst Du das Boxen des alten Stils, bei dem sie dazu neigten, beide Füße flach auf dem Boden zu halten, im Gegensatz zu der modernen Methode, das hintere Bein (mit angehobener Ferse) nachzuziehen, wann immer Du vorgehst?

Kelly: Ich persönlich setzte den alten Stil ein, weil er verwandt ist mit dem Nahkampf-Gleitschritt. Wir drehen nicht auf dem Fuß der schlagenden Seite – Drehschläge. Ich denke, daß ist weniger kraftvoll als wenn Du Dich in die Richtung des Schlages bewegst und per Gleitschritt herübergehst.

Frage: Warum sind Ringer Deiner Meinung nach so gefährlich?

Kelly: Ringer und Grappler sind gefährlich, weil sie daran gewöhnt sind, sich zu strapazieren und durchzukämpfen. Ihr Training bezieht nicht die Vorstellung vom Ein-Schlag-Umhauen mit ein, wohingegen ein Kampfkünstler sagen mag: “Falls ich dies tue, dann ist es vorbei.” Beim Ringkampftraining – griechisch-römisches Ringen, Sambo, Judo, Ju-Jitsu – dreht sich alles um das Durchkämpfen und Aufrechterhalten der körperlichen Ausdauer während eines sich lange hinziehenden Kampfes. Und das ist stark, selbst wenn Du niemals auf den Boden gehst.

Frage: Ich denke, wir alle sind vertraut mit den traditionellen Demonstrationen, in denen es Tritt, Schlag, Tritt gibt...und der Typ ist am Boden. Er kassiert einen Schlag und ist angeblich ausgeschaltet. Aber das passiert tatsächlich fast nie.

Kelly: Ja, genau.

Frage: Wir haben uns einmal über Muskelerinnerung im Gegensatz zu motorischer Erinnerung unterhalten. Können wir noch einmal darauf eingehen?

Kelly: Was wir gelernt haben von arbeitswissenschaftlichen Ingenieuren, Leuten, die sich mit der Kinästhetik beschäftigen und von Leuten, die Experten auf dem Gebiet der wiederholten Bewegungen sind (und wir sind immer zu den Experten gegangen, zu Leuten, die die Informationen kannten und starke empirische Ergebnisse hatten über das, was die Realität ist), war:
1) Der Durchschnittsperson beim Schießen oder in den Kampfkünsten ist weisgemacht worden, daß “Muskelerinnerung” eine instinktive oder vollständig konditionierte Antwort bedeutet, die auf einem unerwarteten oder erschreckenden Angriff basiert. Mit anderen Worten: Es gibt da einen Reiz, den Du nicht erwartet hast, und Deine konditionierte oder instinktive Antwort darauf ist, X zu tun, und dies zuverlässig und wiederholt zu tun. Die Experten sagten, daß dieser Zustand nicht wirklich existiert. Sie sagten, daß würde bedeuten, daß kein bewußtes Denken notwendig war. Sie sagten, ein Beispiel (für diese Fehlbezeichnung) würde sein, Deine Hände zu waschen. Daß Du dies im größten Teil Deines Lebens getan hast und die ersten Bewegungen Deiner Hände immer die selben sind; Du denkst noch nicht einmal darüber nach. Aber um sich dieser Art von (falsch bezeichneter) “Muskelerinnerung” anzunähern, würde es Millionen von Wiederholungen erfordern, und das ist nicht die praktische Erfahrung des normalen Menschen.
2) Und darüber hinaus sagten sie, daß Muskeln sich an nichts erinnern; sie haben keine Aufnahmefähigkeit für eine Erinnerung. Wenn Du also lernst, machst Du tatsächlich eine Bewegung, und die Rückmeldung von dieser Bewegung wird in Deinem Gehirn gespeichert. Es ist die Qualität der einzelnen Wiederholung, nicht die Quantität von einzelnen Wiederholungen. Also ist zahlenmäßig weniger, aber exzellentes Üben weit besser als eine außergewöhnliche Menge an schlechter Übung. Dies zeigt beispielhaft die Wichtigkeit des Milderns der physiologischen Auswirkungen von unmittelbarer Gefahr durch richtige Trainingsmethoden. Der einzige Weg, um dies Abzumildern, führt über eine Regelmäßigkeit des Trainings, Intensität des Trainings und Neuheit/Regelmäßigkeit der Beteiligung an ähnlichen Ereignissen. Was Du in richtigem Training zu tun versuchst ist, diese erschreckenden Arten von Situationen zu einer normaleren Erfahrung zu machen, damit die Person in der Lage ist, mehr Möglichkeiten für bewußtes Denken unter Zwang zu haben.

Frage: Sagst Du also, durch die Adrenalinstressauswirkungen hindurchzukämpfen?

Kelly: Grundsätzlich ja. Je mehr Du Dich selbst während des Trainings in die den Adrenalinstoß auslösende Situation hineinbringst, um so mehr wird er zur Norm werden, um so weniger wird er Dich matt setzen, wenn es passiert – Du bist noch immer in der Lage, zu denken. Die Person, die sich von Gewalt fern hält oder nicht über sie nachdenkt oder für sich nicht die Möglichkeit vorstellt, in solchen Zwischenfällen zu sein, wird kurzschließen, wenn es passiert. Es ist einfach zu viel für sie.

Frage: Laß uns auf ein paar andere Trainingssysteme eingehen, zu erst auf JKD. Was ist Deine Ansicht davon?

Kelly: Mir gefällt, wenn Du so willst, die Unverbundenheit. Mit anderen Worten die Mischung aus unterschiedlichen Arten von Dingen, und die Geringschätzung dafür, etwas nur deshalb zu tun, weil es eben auf diese Art und Weise seit tausend Jahren getan worden ist. Ich begrüße das.

Frage: Die allgemeine Kritik, die ich von einigen Leuten höre, ist, daß es bloß eine Kombination von Techniken ohne irgendeine Grundlage ist.

Kelly: ...normalerweise vorgebracht von einer Person, die nicht in der Lage ist, etwas Neues zu akzeptieren. Du hast ein Gehirn, Du bist lebendig und Du bist gut in der Lage, Deine eigene Grundlage zu entwickeln, und ich denke, das ist das, was Bruce Lees Absicht gewesen ist. Er sagte, schau her, dies ist keine Religion, dies ist bloß Kampftechnik, und er brachte es alles zusammen zu einer ungewöhnlichen und umfassenden Mischung aus Dingen, von denen er meinte, daß sie besser, schneller, kraftvoller, besser miteinander verbunden waren und gab es dann an die Schüler weiter, um es selbst herauszufinden. Du findest heraus, wie Du diese Dinge zusammenfügst in einer Art und Weise, die für Deinen Körperbau, Deine persönlichen Eigenschaften paßt, und ich fahre darauf wirklich ab, das ist gut.

Frage: Wenn man sich tatsächlich mal hinsetzt und darüber nachdenkt, wissen wir noch immer nicht voll zu würdigen, wie weit fortgeschritten seine Konzepte vor über dreißig Jahren gewesen sind!

Kelly: Genau. Alle andere machten harte Stile, gingen zu Mas Oyama und stimmten darin überein, daß “Du dies tun mußt und das tun mußt”, und er (Bruce Lee) sagte “Schwachsinn!” Das ist es, was ich an diesem Stil schätze.

Frage: Was hältst Du von Judo?

Kelly: Judo ist, meiner Meinung nach (und nochmals, dies sind alles meine Meinungen), hervorragend als eine Trainingsplattform, weil Judotraining hart ist. Es ist hart. Du kämpfst Dich durch. Du hälst aus. Die langsame, über die Zeit gehende Verausgabung an Energie ist ein großartiges Training. Judo (in einem kleinen Format) läßt eine Person die Möglichkeiten erkennen, jemand stolpern zu lassen, ihn ganz beiläufig zu werfen, wenn Du so willst. Aber ich denke, die klassische “Ergreif den Typ und führe einen Hüftwurf aus in einer Nahkampf”-Situation bietet sich nicht wirklich all zu häufig bei Auseinandersetzungen in der realen Welt. Der Stil selbst ist einfach ein gutes, hartes Training.

Frage: Schlägst Du vor, daß ein Schüler des Boxens sich einen Trainer sucht, der sein Training mehr auf den Kampf als auf den typischen Sportstil ausrichtet?

Kelly: Nein, ich würde sagen, sie können diesen Dreh für sich selbst hinzufügen. Der härteste Teil ist, einen Typ zu finden, der das Boxen wirklich kennt. Finde die wirklichen Leute, und sie werden Dir beibringen, was gerade Schläge und Kombinationen ausrichten können. Dann geh fort und füge Deinen eigenen Dreh hinzu.

Frage: Aber Du mußt das mit jemandem üben.

Kelly: Selbstverständlich. Es geht schließlich alles um Konfrontationen.

Frage: Bei den gemischten Kampfkünsten (Mixed Martial Arts, MMA) scheint es so, als ob sie sich entwickelt haben zu Ringen für das Zubodenbringen, Gracie für den Boden, Boxen für die Hände und Muay Thai für Tritte, Knie und Ellenbogen. Diese scheinen die vier Persönlichkeiten dieses neuen Stils zu sein.

Kelly: Ich denke, es ist ein gutes Format und an der Spitze dessen, was es da draußen gibt, und ich denke, was es beweist ist, daß es bedeutet, mehr zu sein als ein Meister in nur einer Disziplin, um ein gut ausgewogener Kämpfer zu sein. Daß kein einziges System mit allem fertig wurde. Jeder Typ, der dabei ist, trainiert stilübergreifend, und, am wichtigsten, jeder einzelne der Topkämpfer ist mental intensiv und konzentriert auf das Gewinnen. Es verbannt den Mythos, daß “Alles, was ich tun muß, ist, in einem System zu trainieren und ich werde ein vollkommener Kämpfer sein”. Nein, Du benötigst sich stilüberschneidendes Training für Hände, Beine, den Boden, Timing, Rhythmus und all das Zeug. Ich schaue es mir gerne an, und es hat außerdem Gelegenheiten veranschaulicht, in denen mentale Intensität gesiegt hat über Fertigkeit. Wo Typen einfach mental bereiter dazu waren, Schmerz auszuhalten, um zu gewinnen und über technisch weit überlegene Kämpfer gewonnen haben.

Frage: Warum haben Kung Fu und Karate sozusagen den Zug verpaßt?

Kelly: Ich denke, vielleicht bekam Kung Fu einen schlechten Ruf und ein schlechtes Bild durch diese ganze David Carradine-Sache und die Betonung auf Spiritismus und Philosophie. Ich denke, die meisten Leute, die so wie ich selbst sind, möchten sich nicht mit diesem Gesichtspunkt des Trainings beschäftigen. Sie erinnern sich an David Carradine, die miesen Filme, und sie haben grundsätzlich niemals Hardcore-Stile wie San Shou gesehen, der einige wirksame Techniken hat.
Es gibt da so viele Variationen des Kung Fu. Wenn jemand sagt “Oh ja, ich mache Kung Fu” und Du fragst “Welche Art?” und er sagt “Betrunkener Affe”, dann sagst Du: “WAS? Betrunkener Affe? Machst Du Witze?” Weißt Du, wir als Abendländer verstehen nicht die Art und Weise, in der sich die Sprache aufgliedert oder haben den selben kulturellen Respekt für die Abstammungslinie.

Frage: Das stimmt. In China siehst Du all diese Schilder, die lächerlich aussehen, wenn sie ins Deutsche übersetzt werden, weil sie sich nicht gut übersetzen lassen (z.B. “Die Freundschaftsgesellschaft der Leute des glücklichen Sonnenscheins”).
Warum hat Karate den Zug verpaßt, wenn es darum geht, mit der Realität fertigzuwerden?

Kelly: So weit es den Zug der Anwendbarkeit zu vermissen betrifft, ist es, weil es noch immer verwickelt ist in diese ganze philosophische Geisteshaltung, Dich dazu auffordert, beinah eine Religion bereitwillig anzunehmen, und das ist nicht wirklich angebracht. Und die andere Sache ist, daß sie zu diktatorisch über exakte Ausführungen von Techniken sind. In einem traditionellen Kampfkunstunterricht führst Du beispielsweise eine Form aus, und vielleicht ist die Führungshand nach vorne ausgestreckt und soll in einem 45°-Winkel gehalten werden. Und der Lehrer stolziert herbei und macht eine große Show daraus, die Hand um ein paar Grad auf oder ab zu bewegen. Nun, dies macht doch ganz einfach gar keinen Unterschied beim Indenhinterntreten aus, oder nicht? Leute, die es zulassen, sich selbst dieser Art des Trainings zu unterwerfen, sind nicht dort, um zu erlernen, sich um ihre Sachen zu kümmern – und das ist fein, falls sie nach Disziplin oder Fitness oder Entspannung Ausschau halten. Aber es erweist sich als ein extrem schlechter Dienst, zu verstehen zu geben, daß es für den Straßenkampf von Bedeutung ist.

Frage: Ich erinnere mich daran, im Tang Soo Do Tausende von Fauststößen in die Luft ausgeführt zu haben (als ich jung war) und mich gefragt habe: “Was mach ich hier eigentlich?”

Kelly: Sie machten im Tang Soo Do eine große Sache daraus (heute nennen sie es Soo Bahk Do, glaube ich). Bei der Schwarzgurtprüfung mußtest Du so etwa 75 Schläge in einer Minute schlagen. Ich meine, worum zur Hölle geht es dabei? Wen interessiert es? Bist Du fit genug zum Kämpfen? Falls das die Frage ist, mach einen PFT (Fitnesstest). Mein Gott.

Frage: In welcher Art von Form möchtest Du für den Nahkampf sein? Du möchtest nicht, daß irgend jemand einen Herzstillstand bekommt, nach dem er sich verteidigt hat.

Kelly: Nein. Nummer eins ist, daß ich daran glaube, daß Gewinnen in Deinem Gehirn erzeugt wird. Ich denke, daß ist 90 Prozent in der Gleichung, aber Du benötigst ebenfalls eine Plattform, von der aus Du es tun kannst. Falls Du erwartest, daß dies ein Hauptbestandteil in Deinem Leben sein wird, daß Du in Schlägereien verwickelt sein wirst, dann würde es für Dich erforderlich sein, hier und da ein paar Kilometer zu laufen und ein wenig in Form zu sein, meinst Du nicht? Du mußt kein Hengst sein, aber Du kannst auch kein lahmer Sack sein. Allerdings kann selbst ein lahmer Sack zwei oder drei sinnvolle Techniken miteinander verbinden und außerordentlich kraftvoll sein (und diese kämpferische Geisteshaltung haben). Er wird wahrscheinlich die meisten seiner Kämpfe mit diesen zwei oder drei Verbindungen, die er gut kennt und häufig übt, beenden. Es hängt also alles davon ab, wer Du bist und womit Du Dich beschäftigst, aber ich persönlich glaube an das Prinzip des gesamten Mannes, bei dem Fitness ein Teil von all diesem ist.

Frage: Hast Du irgendeinen speziellen Trainingsplan, den Du persönlich durchläufst?

Kelly: Ja, über Jahre hinweg war ich ein großer Läufer. Ich lief für gewöhnlich dreimal am Tag. Ich mag Laufen, weil es Ausdauer erfordert und zu einem niedrigen Körperfettanteil führt. Ich war niemals groß im Gewichtheben, ich mag Übungen mit dem eigenen Körpergewicht.

Frage: Matt Furey-Zeug?

Kelly: Ja, Liegestütze, Aufsitzen, Bergsteiger, Vorbeugen und Strecken, Beinheben und auch, ob Du es glaubst oder nicht, das “Strap”-System. Dieses Trainingsband-Programm schreibt vor, daß Du mehr korrekte Übungen ausführst, aber mit weniger Wiederholungen, um Deine Muskeln zu überlasten. Der springende Punkt ist: Du kannst ganz einfach nicht mehr als zehn Übungen mit einem Gummiband machen, wenn Du Dich auf korrekte Technik konzentrierst. Ich denke, es war Health for Life in Kalifornien, die mit diesem Programm herauskamen – es ist eine harte Nuß.

Frage: Sind das diejenigen Bänder, die Du dehnst?

Kelly: Ja. Die Art und Weise, in der Du Deinen Körper bewegst, ist sehr spezifisch. Und das es für Typen, die viel umherreisen oder nicht viel Zeit oder Aufwand in ihre Übungen stecken wollen, nicht schlecht ist.

Frage: Wie kam es zu dem Namen Jim Grover?

Kelly: Der Herausgeber von Guns & Ammo war damals Red Bell. Er schlug einen Künstlernamen vor, und ich fühlte mich nicht so schrecklich wohl bei der Anzahl der Leute da draußen, die sagen mögen: “Nun, laß uns einfach losgehen und Jim Grovers Sicherheit überprüfen” (Ich schrieb die Rubrik über persönliche Sicherheit.). Wenn Du eine Familie hast, Menschen, für die Du verantwortlich bist, fühlte ich mich einfach nicht sehr wohl dabei, unter dem echten Namen loszugehen in eine Gemeinschaft von Leuten, von denen Du einige nicht kontrollieren kannst, von denen einige ausziehen mögen, um etwas zu tun, um sich selbst zu beweisen. Ich meine, gegen mich persönlich, leg los, aber nicht gegen meine Familie. Es gab ebenfalls ein paar andere Gründe, die mit meiner Arbeit im Zusammenhang standen.

Frage: Viele qualifizierte Kämpfer, einschließlich Top-Sportkämpfer, denken irrtümlicherweise, daß sie eine Situation handhaben können, wenn ein Messer ins Spiel kommt, manchmal mit tödlichen Auswirkungen.

Kelly: Sicher, weil eine Duplikation aus der realen Welt über einen Messerangriff ihnen niemals in einer anderen Art und Weise vorgestellt worden ist als in der einer “Salzsäule” (bei einem geraden Messerstich beispielsweise sticht der “Angreifer” zu, aber zieht dann nicht sofort die angreifende Hand zurück). In dem man nichts Unerwartetes tut, sich zu langsam bewegt, festgelegten Bewegungsmustern folgt, werden sie dazu veranlaßt, einer ungenauen Darstellung zu glauben, auf der sie eine Abwehrtechnik basieren. Wenn sie anschließend mit voller Geschwindigkeit angegriffen werden, versagt 80 Prozent von dem, was da draußen verwendet wird, kläglich. Zu behaupten, daß es nicht so ist, ist eine Lüge – eine absolute Lüge.

Frage: Hast Du irgendwelche speziellen Kurse zur Verteidigung gegen Waffen, Messerangriffe, Baseballschläger usw.?

Kelly: Nein, keine. Bob Kasper hat gesagt, daß Fairbairn niemals irgendwelche Messerabwehrtechniken unterrichtet hat, weil er glaubte, daß Du Dich nicht gegen eines verteidigen kannst. Was wir aus direkter Übung (Konfrontationen) gelernt haben ist, daß falls Du nicht entkommen kannst, Du mit genügend Angriffen aus der langen Distanz angreifen kannst, um den durchschnittlichen Schläger ziemlich verdammt widerwillig darin zu machen, nah genug an Dich heranzukommen, um seine Waffe einzusetzen. Du kannst Schläge mit gewölbten Handflächen, Schienbeintritte, Armangriffe mit Bösartigkeit einsetzen, um ihn zu verletzen. Nun, das erfordert eine Menge an Mut, aber welche Wahl hast Du, falls Du nicht entkommen kannst? Verteidigungsmäßig zu kämpfen? Sich zu verteidigen bedeutet von Natur aus, zu verlieren. Jeder Waffenangriff ist flüssig und nicht langsam. Ihn andersartig darzustellen ist lächerlich – es gibt keine absoluten Maße.

Frage: Ich weiß nicht, ob es teilweise instinktiv ist oder von den Filmen her kommt, aber wenn jemand ein Messer hervorzieht, pflanzen einige Leute sich selbst an Ort und Stelle fest, selbst wenn sie einen Fluchtweg frei haben.

Kelly: Wegen den physiologischen Auswirkungen von unmittelbar bevorstehender Gefahr ist es wahrscheinlich, daß es ihnen nicht in den Sinn kommt, zu entfliehen. Was ich sage ist, daß der einzige Zeitpunkt, in dem wir davon sprechen, sich mit jemand, der bewaffnet ist wenn Du unbewaffnet bist, auf etwas einzulassen, der ist, falls Du nicht entkommen kannst, Du mit dem Rücken gegen eine Wand stehst, es keine Fluchtmöglichkeiten gibt, Du dann etwas tun mußt. Wenn Du also eine Zahlung erzwingst für jede einzelne seiner Techniken durch voll eingesetzte Angriffe (und wir haben es wieder und wieder bewiesen), entscheidet sich der durchschnittliche Schläger dafür, daß Du zu hart bist. Je länger er am Ziel (vor Ort) bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß er erwischt werden wird. Bei so vielen Schafen, die es da draußen gibt – warum sich damit herumplagen? Er kann zwei oder drei Häuserblocks weitergehen und jemand anderen angreifen, der einfach ein williges Opfer werden wird. Heiliger Strohsack, ich wäre niemals darauf gekommen. Leute geben einfach auf, sie wollen nicht mehr weitermachen.

Frage: Wie ist es mit einem Schußwaffenszenario. Ab welcher Entfernung ist es sicher für Dich, wegzulaufen?

Kelly: Nun, Du mußt eine Sache im Kopf behalten – die Sache, die Leute auf Nahdistanz verfehlen läßt, ist die Angst davor, selbst verletzt zu werden. Falls Du also nicht das Potential dazu hast, den Angreifer in Angst um sein eigenes Leben zu versetzen (z.B. wenn Du ebenfalls eine Schußwaffe hast) und Dich einfach bloß umdrehst und läufst, wirst Du wahrscheinlich in den Rücken geschossen werden. Das ist eine gefährliche Frage, und es gibt keine Antwort, die alle Eventualitäten abdeckt. Falls Du andererseits seine Mündung ablenken, ihn zuerst und hart treffen kannst, dann wegläufst und Bewegung hinzufügst – mit anderen Worten Seitwärtsbewegungen u.ä. – wirst Du wahrscheinlich besser dran sein als wenn Du nur einfach abgesaust bist. Die reine Handlung des Davonsausens kann nun jemand aufschrecken, aber Du wirst es ganz einfach nicht wissen von Mensch zu Mensch, wie die Reaktion von irgend einem Schwachkopf sein wird – niemand kann sicher sein, und falls irgend ein Ausbilder Dir das Gegenteil erzählt, ist er ein Scharlatan. Waffen zu kontern ist ein sehr, sehr empfindliches Thema wegen der möglicherweise tödlichen Auswirkungen einer jeden Aktion – für den Angreifer ODER für Dich.

Frage: Wie ist es mit Schußwaffen-Entwaffnungen? Viele Leute üben sie, und sie scheinen ziemlich wirksam zu sein. Was ist Deine Meinung?

Kelly: Falls es ein Raubüberfall ist und Du festgestellt hast, daß sie nur Dein Geld wollen, dann laß sie die Scheine haben. Unglücklicherweise ist es heutzutage mit all der überflüssigen Gewalt verflucht schwierig zu wissen, ob das alles ist, was sie wirklich von Dir haben wollen. Es gibt ganze Archive voller Aufnahmen von Überwachungskameras von Leuten, die erschossen worden sind, nach dem sie sich ihrem Angreifer gefügt haben. Wer weiß? Jede Situation wird unterschiedlich sein. Eine wahre Sache ist diese: Deine Uhr wird nicht für Dich sterben, also warum für sie sterben? Es ist eine persönliche Entscheidung. Falls jemand sich dazu entschließt, auf seinem Standpunkt zu beharren und sich weigert, sich zu einem Opfer machen zu lassen, ist das seine Entscheidung – ich gebe keine Stellungnahme ab in die eine oder die andere Richtung. Aber falls Du beschließt, daß Du stur bleiben wirst, glaube nicht plötzlich, daß einen Haufen an Nahkampfvideobändern und ein paar Mal die UFC gesehen zu haben Dich mit den Fertigkeiten versehen wird, um mit Kenny dem Crackhead fertigzuwerden. Denk noch mal darüber nach. Dies ist ernsthaftes, das Leben veränderndes Zeug. Mach die falsche Bewegung und ende damit, tot oder querschnittsgelähmt zu sein. Treff die richtige Entscheidung und komme davon. Wer weiß. ABER Du solltest Dich für den Rest Deines Lebens darüber ärgern, daß jemand Dir die Wahlmöglichkeit gestohlen hat, von vornherein NICHT in die Konfrontation verwickelt zu werden.

Frage: Falls jemand Dich (auf der Straße) ergreift mit einer Schußwaffe oder einem Messer und es ein Räuber, nicht ein Mörder, ist, schreibt der gesunde Menschenverstand vor, daß Du ihm gibst, was er haben will. Aber in einigen Fällen erschießen sie Dich trotzdem.

Kelly: Das ist es, was ich meine. In vielerlei Hinsicht ist es ein Würfelspiel. Tatsache ist, daß Du wahrscheinlich die dem Zwischenfall vorausgehenden Anzeichen übersehen hast, die unzweifelhaft vor dem Raubüberfall vorhanden waren. Funktionsmäßig sind die bestimmenden Faktoren bei der Entwaffnung einer Schußwaffe Zeit und Raum. Um ein wenig tiefer hineinzubohren: Die wahre Frage lautet: “Ist die richtige Antwort die Mündung umlenken, ziehen und schießen? Oder ist sie Mündung ablenken, Kontrolle und Entwaffnung? Oder ist sie zur Seite treten, Platz schaffen, dann schießen?” Es hat mehr zu tun mit Zeit- und Raumfaktoren und Deines wahrgenommenen Bevorstehens der Auswirkungen als es zu tun hat mit dem, was die richtige zu tuende Sache ist.

Frage: Im Fall von Frauen gibt es gute Ratschläge da draußen, die besagen, falls Du auf der Straße angegriffen wirst und der Typ versucht, Dich wegzuzerren, Du eine weitaus bessere Chance zum Überleben hast, wenn Du dort kämpfst, wo Du stehst, anstatt an einen zweiten Ort mitzugehen. Was sind Deine Gedanken dazu?

Kelly: Nun, Frauen sollten es niemals erlauben, an diesen “zweiten Platz” gebracht zu werden. Es ist wirklich keine Option – historisch gesehen wird der “zweite Ort” für Vergewaltigung oder Mord verwendet. Es sollte offensichtlich sein, was passieren wird. Aber die Frage ist: Kannst Du mit irgendeiner zuverlässigen Genauigkeit bestimmen, was passieren wird? Nein. Weißt Du, was passieren wird? Nein. Und all das unterstützt ein präventives Zuschlagen. Mit anderen Worten: Falls Deine Bewegungsfreiheit illegal eingeschränkt worden ist und Du Deinem guten Urteil nach glaubst, daß diese Person beabsichtigt, Dich zu verletzen oder zu töten und Du Angst um Dein Leben hast, schlage zuerst zu, bevor das Messer ins Spiel kommt, bevor die Schußwaffe draußen ist, bevor was auch immer passieren könnte passiert – SCHLAG ZU. Weil von heute an bis in alle Ewigkeit die endgültige Bestätigung, daß Du angegriffen wirst, immer in welcher Form von was kommen wird? DEM ANGRIFF! Und Du magst nicht in der Lage sein, Dich von diesem zu erholen.

Frage: Es gibt heutzutage viele Leute, die Nahkampf und realitätsnahes Kämpfen unterrichten. Man denke an Carl Cestari. Bist Du mit ihm vertraut?

Kelly: Oh sicher. Carl ist ein super- und kenntnisreicher Typ über 2. Weltkrieg-Nahkampf, der strikt am 2. Weltkrieg festhält, was ich nicht tue. Er war ein sehr kraftvoller Kerl. Ich kenne Carl nicht persönlich, aber Bob Kasper und er trainierten zusammen. Bob erzählte mir von ihm, und ich habe einige andere Leute getroffen, die mit ihm trainiert hatten. Carl tauchte kürzlich wieder in der Nahkampfszene auf, hauptsächlich wegen seiner Schüler. Aber er und Bob trainierten in Nahkampfmethoden, lange bevor sie der neuste alte Schrei wurden. Er ist ein echt harter Hund, und von dem, was ich gehört habe, ist er es immer gewesen.

Frage: Ich habe festgestellt, daß die Nahkampfgruppe zahlenmäßig klein ist.

Kelly: Ja, vor ein paar Jahren war es bloß ein Haufen von normalen Typen in Garagen und Kellern, die ihren eigenen Kram machten, und sie hatten eine Geringschätzung für Leute in den Hauptströmungen der Kampfkünste, weil vieles von diesem, wie Du weißt, die “Das Karate meines Meisters ist besser als das Karate Deines Meisters” und derartige Scheiße ist. Plötzlich sind einige Leute im Nahkampftraining genauso geworden wie die Leute, die sie zu kritisieren pflegten. Das Problem ist, daß einige dieser Typen kurzsichtig sind. Sie verkörpern genau das, wofür wir Verachtung empfanden an der Kampfkunstgemeinschaft. Nun, nur der und der macht wahren 2. Weltkrieg-Nahkampf. Meiner Meinung nach ist 70 Prozent von dem, was als WAHRER 2. Weltkrieg-Nahkampf bezeichnet werden könnte, scheiße. Es was einfach “schlechtes” Jujitsu. Siehst Du, ich bin Nichts und Niemand gegenüber loyal ohne einen guten Grund. Zu sagen, daß ALLES von Fairbairn, Applegate und die Techniken all dieser Typen 100 Prozent anwendbar gewesen sind, weil sie den Test des 2. Weltkriegs bestanden haben, ist nicht richtig, weil nicht alle dieser Techniken während des 2. Weltkriegs eingesetzt wurden. Diese Denkweise ist dem gesamten Nahkampfthema gegenüber SO gegensätzlich, daß es für mich erstaunlich ist, daß nicht noch mehr Leute davon abgestoßen sind. Unter dem Strich gesehen kommt es auf den einzelnen Mann an. VIELE Typen haben dies gesagt, und es ist wahr. Viel Lärm um nichts. Aber weißt Du, JEDER hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Ich drücke bloß meine aus, und sie ist weder richtig noch falsch; es ist bloß eine Meinung.

Frage: Einige Leute haben außerdem erwähnt, daß einige der 2. Weltkrieg-Nahkampftechniken auch verantwortlich gewesen sind für den Tod vieler Soldaten.

Kelly: Nun, das ist schwer zu sagen, es gibt keine objektiven Statistiken darüber. Aber ich werde Dir sagen, daß ich denke, daß die vorherige FM 21-150 (US-Army-Nahkampfdienstvorschrift) vor der derzeitigen ein wirklich ganz hervorragendes Buch gewesen ist. Die aktuellste basiert nahezu vollständig auf dem Bodenkampf, und das ist ein trauriger Kommentar dazu. Bodenkampf hat keinerlei Vorgeschichte im Krieg, falls Du mit Typen wie Jim Smith (ein ehemaliger Marine Raider) und Typen sprichst, die in Nahkämpfen Mann gegen Mann verwickelt gewesen sind. Sie werden Dir sagen: “Bodenkampf, auf keinen Fall, Mann, das hat es nicht gegeben.” Es würde blödsinnig gewesen sein, auf dem Boden zu kämpfen, solange Du nicht getackelt worden bist. Es war ja nicht so, als ob das Schlachtfeld mit Zweimann-Teams übersäht war, die im Bodenkampf miteinander beschäftigt waren und versuchten, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen! Dem Bodenkampf fehlt es an einem ultimativen Finish – dem Töten – außer dem Erwürgen. Jim Smith seine Beschreibung des Kampfes Mann gegen Mann für uns auf der U.S. Marine Corps Lehrstoff-Expertentagung war (über den Kampf auf Leben und Tod): “Stell Dir die schlimmste Kneipenschlägerei vor, die Du Dir nur vorstellen kannst, und verdopple sie. Falls Du Marines beibringen willst, wie man gewinnt, sollte ein lebensnotwendiges Element sein, wie Du Dein Team verdoppelst und verdreifachst. Es ist wirkungsvoll und tödlich.” Als er gefragt wurde, welches die bevorzugte, auf dem Schlachtfeld zweckdienlichste Waffe war, wurde er sofort munter: “Die Axt des Marines! Du konntest verheerenden Schaden mit diesem Ding anrichten.” Da hast Du Dein Hardcore.

Frage: Ist Crucible eine Nahkampfgruppe oder wie würdest Du es beschreiben?

Kelly: Unsere Firma ist keine Nahkampf-Organisation. Einige Beobachter sagen: “Nun, Du unterrichtest nicht den GHCA-Lehrplan bei Crucible!” Genau, weil wir nicht die unbegrenzte Zeit haben, wie sie die Mitglieder einer Organisation haben. Der Kunde ist dort, weil er etwas benötigt, nicht notwendigerweise, weil er etwas möchte, und wir sind keine Befürworter des strikt auf dem 2. Weltkrieg basierenden Nahkampfes. Also verwechsle die beiden (die GHCA und Crucible) nicht.
Was wir hier bei Crucible machen, basiert auf der Arbeit von Einsatzkräften in der heutigen realen Welt. Ganz einfach. Es basiert auf dem Konzept des mittelmäßig trainierten Mannes, über das Du und ich gesprochen haben. Es basiert darauf, sachbezogen zu sein, falls Du ein Agent der Regierung, ein Militärtyp für Spezialeinsätze oder ein Polizeibeamter bist, der sich selbst in der Situation wiederfindet, in der er zu sich selbst sagt: “Scheiß auf die Festnahme, ich muß dies hier bloß irgendwie überleben.” Im Falle des Cops kehrt der einfach zu standardmäßigen Verteidigungstaktiken zurück, nachdem er die Situation unter Kontrolle gebracht hat. Wir behandeln nicht standardmäßige Verteidigungstaktiken, außer um in Systemen zu zertifizieren, in denen wir zu unterrichten berechtigt sind. Außerhalb dessen ist es alles Nahkampf. Es basiert auf Realitäten, den wirklichen Realitäten von Konfrontationen, das ist alles. Da gibt es keine Extras. Wir haben ein Verständnis und eine Wertschätzung für das, was die fortgesetzten Trainingsmöglichkeiten des Typs (unseres Schülers) sein werden, wenn er uns hier verläßt. Wird er in der Lage sein, es aufrecht zu halten? Wird er jede Woche stundenlanges Nahkampftraining machen? Nein, er wird es nicht, also können wir nicht seine Zeit verschwenden. Wir müssen Stoff unterrichten, der wirklich, WIRKLICH zählt und einen bedeutenden Unterschied ausmachen wird.

Frage: Darüber hinaus bietest Du ebenfalls Sicherheitsdienste und Training an für weltweit führende Köpfe, Regierungen usw.

Kelly: Ja, wir haben Spitzenpolitiker, Diplomaten, im öffentlichen Rampenlicht stehende Weltreisende von führenden Großunternehmen beschützt.

Frage: Betonst Du Haftpflichtangelegenheiten oder bringst Du Schülern bei, zur Sache zu gehen?

Kelly: Nein, wir machen das nicht (stark haftungsbetontes Training). Das würde sich mildernd und abschwächend auf die Techniken auswirken. Falls Du auf die Masse unseres Unterrichts hörst über Folgen von Krafteinsatz und wie Du die moralische und rechtliche Befugnis erreichst, um das zu tun, was auch immer notwendig ist, um zu überleben, in dem Du notwendigerweise von Natur aus aufmerksam und ausweichend bist, wird es ziemlich deutlich, wo wir herkommen. Ein Polizeibeamter ist beispielsweise vom Gesetz her völlig unbelastet, wenn sein Leben bedroht ist und kann praktisch alles tun, was er für notwendig empfindet, um sein Leben oder Leib und Leben von denen zu schützen, mit deren Schutz er beauftragt ist...falls es beweisbar ist, daß sein Leben wirklich in Gefahr war, und das ist der Knackpunkt. Falls die Antwort nein lautet, dann sollte er nicht diese Technik einsetzen. Ein Versuch, Dein Leben zu nehmen, ist üblich für alle von uns und unter unseren Umständen. Ein Leben zu nehmen ist und bleibt ein Leben zu nehmen, ganz egal, ob es am Straßenrand der Route 95 mitten in der Nacht durch einen Autobahnpolizisten, vor einem Geldautomaten durch einen Bürger oder mitten in der afghanischen Ebene durch einen Soldaten der Special Forces geschieht.

Frage: Ich denke, Amerikaner sehen sich im Allgemeinen nicht als diejenigen, die zuerst zuschlagen.

Kelly: Sie tun es nicht. Sie glauben, es ist nicht fair.

Frage: Ich denke, die früheren Zensoren (in Hollywood) machten eine wirklich gute Arbeit darin, ein Image des Amerikaners aufzubauen, der nur in Notwehr zuschlägt.

Kelly: Ich denke, sie haben uns einen schlechten Dienst erwiesen.

Frage: Du bereitest Teams vor, um weltweit führende Köpfe, die Reichen und Berühmten zu beschützen. Diese Art von Arbeit ist sehr verschieden von dem durchschnittlichen Typen, der wünscht, Selbstverteidigung zu erlernen. Das ist ein vollkommen anderes Spiel.

Kelly: Bei den meisten inländischen und überseeischen “Treffen und Begrüßungen” dreht sich alles darum, die Annehmlichkeit des Klienten zu erleichtern. Dann gibt es da Aufträge, die notwendig sind, um Leute vor Peinlichkeiten, Belästigungen, Scherereien und Ärgernissen zu schützen. Dann sind da die ernsthaften körperlichen Schutzaufträge, bei denen Leib und Leben auf dem Spiel stehen. Im Endeffekt ist es so, daß jeder, der sagt, daß er ein Personenschutzprofi ist, im ungünstigsten Augenblick den Tod seines Auftraggebers zu verhindern haben mag. Das ist die unveränderliche Wahrheit. Das bedeutet, daß es furchtbar kindisch wäre, zu denken, das es beim Personenschutz einfach bloß um körperliche Fertigkeiten geht. Es hat zu tun mit der Planung für das Aufspüren von Überwachungen, Analyse der Fahrtroute, mit einer ungeheuten Menge an Dingen, über die sich weder die Öffentlichkeit noch der Auftraggeber bewußt sein werden.

Frage: Kommt diese Art des Trainings immer vom Militär her?

Kelly: In einigen Fällen, aber nicht in allen. Tatsache ist, daß wir eine ziemliche Menge an Training im Personenschutz für unterschiedliche Anwendergruppen des Verteidigungsministeriums anbieten.

Frage: Es gibt viele Leute, die auf Deinem Niveau sein möchten, aber noch weit davon entfernt sind. Bist Du die Nummer Eins in Deinem Bereich?

Kelly: Ehrlich gesagt kenne ich keine andere Gruppe da draußen, die das tut, was wir tun. Ich weiß, das beantwortet nicht direkt Deine Frage, aber weil wir sowohl Trainer als auch noch immer im Einsatz sind, gibt es da draußen ganz einfach nicht sehr viele Firmen, die das tun, was wir machen.
(An dieser Stelle nennt Mr. McCann, unter dem Mantel der Verschwiegenheit, mehrere weltweit führende Köpfe, für die er wichtige Schutzaufträge hat und Personal stellt. Für große Regierungsaufträge hat Mr. McCanns Firma die Verantwortung für das Auswählen und Zulassen von Personal für wichtige Projekte. Dies ist kein Gerücht, sondern dokumentiert.)

Frage: Wie bekommst Du die Schußwaffen für wichtige Aufträge nach Übersee?

Kelly: Nun, falls es eine Regierungsarbeit ist, dann sind Waffen ihre Verantwortlichkeit. Uns werden die Waffen zugeteilt, wenn wir ankommen.

Frage: Mit welcher Art von Waffen rüstest Du Deine Leute bei Überseeprojekten aus?

Kelly: Es ist immer unangebracht, zu beschreiben, über welche Möglichkeiten Personenschutzpersonal verfügt, weil es ausgenutzt werden könnte.

Frage: Falls Du morgen nach Mindanao gehen müßtest, was würdest Du persönlich tragen?

Kelly: Auf eine private Reise? Ein großes, fettes Bündel an Pesos, um eine Menge an San Miguel zu trinken! Darüber hinaus würde ich offensichtlich eine Klinge tragen. Ich habe immer eine Klinge in meinem eingecheckten Gepäck, oder ich würde mir dort eine besorgen. Es ist schließlich eine Messerkultur.

Frage: Welche Klingen bevorzugst Du?

Kelly: Ich mag Kaspers Entwürfe. Bob ist ein Freund, und ich mag das Kasper-Klappmesser (The Professional), eines der besten und preiswertesten auf dem Markt.

Frage: Wer stellt das Kasper-Messer her?

Kelly: Pat Crawford konstruiert und stellt die Handgefertigten her, aber CRKT (Columbia River Knife and Tool Company) bietet handelsüblich erhältliche Modelle an, die exakte Kopien sind, und sie sind billig wie Wegwerfware. Aber es ist ein hochwertiges Messer.

Frage: Was ist die Modellbezeichnung des Messers?

Kelly: Ich glaube, es ist das CRKT Crawford/Kasper Folder.

Frage: Wie ist es mit Handfeuerwaffen? Welche ziehst Du persönlich vor?

Kelly: Nun, meine persönlichen Vorlieben sind M4 Colt Carbine und die Glock 19.

Frage: Was ist mit Sigs?

Kelly: Nicht für mich. Zu viel geht an der linken Seite der Faustfeuerwaffe vor, zu viel kann schief gehen. Der Stift und Hebel zum Zerlegen, die Magazinsicherung und der Verschlußhalter sowie der Entspannhebel sind alle auf der linken Seite der Pistole...zu viele Störungen ergeben sich aus schlechten Griffhaltungen bei mehrfachen Schüssen (wir haben dies bei Hunderten von mittelmäßig trainierten Gruppen beobachtet). Sie ist gut gemacht, aber einfach nicht meine erste Wahl.

Frage: In Deinen Kursangeboten hast Du Motorradunterrichte. Wie bezieht sich das auf Dein gesamtes Programm?

Kelly: Gar nicht. Wir hatten einen Klienten, und sie hatten als eine besondere Anforderung den Einsatz von Motorrädern bei einem Schutzauftrag. Ich bin seit langer Zeit ein begeisterter Motorradfahrer und Rennfahrer. Ich fing zu fahren an, als ich fünf war und fing mit Rennen an, als ich zehn war. Ich bin mein ganzes Leben lang gefahren und war vor Jahren startberechtigt als ein Fahrer auf Landesmeisterschaftsebene. Über die Jahre hinweg bin ich bei Enduros, Bergrennen, Trial, Speedway und Eisrennen dabeigewesen. Wir haben einen auftragspezifischen Lehrplan zusammengestellt und ihn mehrere Male unterrichtet. Da wir die Motorräder hatten, haben wir uns gedacht, wir fahren damit fort, den Kurs anzubieten, aber es hat nicht sehr viele Teilnehmer gegeben. Die meisten militärischen Gruppen verwenden ATVs, weil es weitaus einfacher ist, Können auf ihnen zu erreichen und auch wegen der Zuladungskapazität.

Frage: Du hast die beindruckendste berufliche  Vergangenheit, die ich jemals gesehen habe.

Kelly: Ich bin bloß ein normaler Typ, es geht mir nicht um Melodramatik oder Tapferkeit oder Medienrummel. Aber ich bin auch genau das, was ich zu sein scheine. Gegen eine Flut von Typen, die Bezug nehmen auf Dinge, in die sie verwickelt gewesen sind (obwohl sie es nicht waren), ist es wichtig, daß berufliche Laufbahn, Beschäftigungsverhältnisse und derartiges dokumentiert sind.

Frage: Oh...das Steven Segal-Syndrom.

Kelly: Ja. Nun, wir verwickeln uns nicht in diesen Schwachsinn.

Frage: Für Leute, die in das Bodyguard- oder Personenschutzgeschäft hineinkommen wollen, die keine militärische Vergangenheit haben: Bereitet Deine Einrichtung sie darauf vor?

Kelly: Nein, das tun wir nicht. Wir halten keine Kurse für Zivilisten ab. Wir mögen es in der Zukunft tun, aber in der Vergangenheit haben wir es nicht. Der Großteil unseres Geschäfts ist das Militär und Anwendergruppen der Regierung. Es besteht keinerlei Möglichkeit, daß ein Zivilist sagen kann: “He, ich möchte zum Unterricht kommen.”

Frage: Also hast Du es noch nie für Zivilisten gemacht?

Kelly: Nun, wir haben ein paar Wenige gehabt. Wir haben keine fortlaufenden zivilen Bestrebungen, und ganz offen gesagt teilt die Mehrheit der Zivilbevölkerung nicht die selbe Mentalität mit uns, die wir hier haben. Sie sagen, sie möchten trainieren, aber sie sind nicht wünschenswerte Kunden, weil wir keine regelmäßig eingeplanten Kurse für sie haben, wie sie die meisten zivilen Schulen haben. Wenn wir einen Kurs ansetzen, setzen wir die Anlagen und Ausbilder ein, die notwendig sind, um ihn abzudecken, was bedeutet, daß ich sofort finanzielle Mittel ausgeben muß, um den Kurs zusammenzustellen. Die Kompliziertheiten ihrer zivilen Leben machen es schwierig für sie, sich zu etwas zu verpflichten, und wir werden nicht das Kapital des Personals dagegen einsetzen, um all diese Teile zusammenzubringen.

Frage: Also gibt es derzeit keine Unterrichte für Zivilisten?

Kelly: Nein, aber es gibt Ausnahmen. Wir haben eine Adressenliste, und falls etwas zustande kommt, werden wir sie kontaktieren.
Es gibt kein passendes Gegenstück für uns zu irgend etwas da draußen; wir haben kein Pyramiden-Marketing-Schema. Dies ist real; dies ist genau das, was es zu sein scheint. Und tatsächlich ist der Grund dafür, warum so viele Leute zu uns kommen, gerade dieser. Sie wissen, daß wir nichts mit Zivilisten machen. Wir spielen keine Spielchen.

Frage: Was können Leute tun, die in das Nahkampfgeschäft kommen möchten, aber sich nicht dafür qualifizieren, in Deine Einrichtung zu kommen?

Kelly: Nun, sie müssen verstehen, daß es alles darauf hinaus läuft, Leute zu finden, die so ähnlich denken wie sie denken und ausreichende Nahkampffertigkeiten demonstrieren können, die sie nachahmen möchten. Falls es da draußen eine einzelne Person oder eine Schule gibt und der zukünftige Schüler sagt “Ich möchte mich wirklich so bewegen wie er”, dann geh und sprich mit dem Typ. Aber geh nicht unterwürfig, kleinlaut und bescheiden hin und sage: “Entschuldigen Sie bitte, Sir, könnten Sie vielleicht...”. Geh einfach hinein und sage “He, Mann, Du hast gute Techniken und ich würde gerne von Dir lernen.” Aber geh nicht hinein mit einer Haltung, daß Du ihm in den Arsch treten wirst.
Nahkampf war eine wirklich ruhige, geschlossene Gemeinschaft, in der jedermann seine eigene Sache machte. Aber so bald es groß wurde, sind sie sogar noch schlimmer als die Kampfkunstgemeide darin, sich gegenseitig zu dominieren und in der “Wessen Karate ist besser als wessen Ju-Jitsu”-Art des Denkens. Ich kann das einfach nicht ertragen.

Frage: Diese Leute sind überall in den Internet-Foren; diese Foren sind eine totale Zeitverschwendung. Die meisten dieser Leute würden es niemals wagen, sich selbst in Person zu zeigen. Das ist es, was mir an den Gracies gefällt.

Kelly: Das ist eine Sache, die Du den Gracies lassen mußt (obwohl ich kein Gracie-Anbeter bin). Sie sind harte Männer, und für einen Mann haben sie die ständige Familienherausforderung.

Frage: Laufen Dir die typischen Schüler über den Weg, die es lieben, ihre Ausbilder bloßzustellen?

Kelly: Schau mal, die Art und Weise, in der wir damit umgehen, ist einfach. All die “Was ist, wenn...” in der realen Welt werden mit mehr Gewalt und mehr Aggression gehandhabt. Wir bitten den Schüler, sich selbst in die Position des Ausbilders zu versetzen. Falls der Schüler dem Namen nach ein Fertigkeitsniveau besitzt und der Ausbilder wahrhaftig meisterlich ist, was würde die Verletzung des Ansehens für die anderen Schüler bedeuten, falls dem Schüler erlaubt würde, einen Umstand einzufädeln, der den Ausbilder übertrifft? Nichts. Aus diesem Grund steht es einem Schüler frei, zu tun, was auch immer er oder sie tun möchte, aber mit dem warnenden Hinweis, daß der Ausbilder im Training weiter gehen wird, als der Schüler bereit ist, es zu tun, um den Punkt zu beweisen. Unsere Anwendergruppen neigen nicht zum Spielchenspielen oder zu Blödsinn wie diesem. Sie sind letztendlich hier, um das Geschäft zu erlernen. Sie wissen, daß es einfach keine Antwort für jede Eventualität gibt und stellen keine ignoranten Fragen oder schlagen ein lächerliches Szenario vor, denn sie stellen Fragen, die auf ihrer Arbeitserfahrung in der realen Welt basieren. Das schließt den Unsinn aus, dem man in Gruppen mit offenen Einschreibungen begegnet.

Frage: Die endlosen “Was ist, wenn...” sind die größte Zeitverschwendung auf jedem Lehrgang oder Seminar.

Kelly: In diesem Geschäft lernst Du, nicht mit Schweinen zu ringen. Weißt Du, was das bedeutet? Wenn Du mit einem Schwein ringst, werdet ihr beide dreckig, und dem Schwein gefällt das. Wer hat schon Zeit für diese Scheiße?

Frage: Du erwähntest, das Du den Gracie-Stil im Allgemeinen magst, aber einige Dinge, die Du nicht daran magst. Welche sind das?

Kelly: Die Messergegentechniken funktionieren überhaut nicht, und auch ihre Grapplingtaktiken für die Polizei funktionieren nicht besonders gut. Aber ihr Bodenkampf ist grundsolide, mit Ausnahme einer Sache: Sie haben kein starkes Nahkampffinish. Sie haben das Zwingen zur Aufgabe, aber das trifft zu auf alle typischen Bodenformen. Sie haben Intensität und sind super befähigt. Eine Menge der Leute, die unregelmäßige Schüler des Nahkampftrainings sind oder die einfach bloß durch die Fernsehsender gezappt hatten, hauten den ursprünglichen Kampf zwischen Royce Gracie und Ken Shamrock in die Pfanne. Ich muß Dir sagen, DAS war ein großartiger Wettkampf. Obwohl es so aussah, als ob nicht viel vor sich ging, war jeder, der über Fertigkeiten verfügt, sich sehr darüber bewußt, daß beide Männer es wie beim Schach spielten. Jeder wartete auf den Vorteil und war empfindsam dafür, eine Möglichkeit für einen Vorteil zu schaffen, in dem er offensiv wurde. Was für eine großartige Schlacht.

Frage: Einige der Abschlußtechniken auf Deinen Jim Grover’s Combatives Series-DVDs sind der Stampftritt auf Knie und Fußgelenk. Ich habe nie darüber nachgedacht, aber es schmerzt ganz erheblich.

Kelly: Scheint so, als ob dies der Sinn und Zweck sein würde, richtig? Diese Technik tut nicht nur höllisch weh, sondern sie macht Dich gehunfähig, und das ist die erste Sache, auf die ich schaue, wenn ich einen Typ zu Boden gebracht habe: Wo sind seine Beine? Ich stampfe lieber auf Deinen Knöchel als Dir ins Gesicht zu schlagen.

Frage: Hab vielen Dank dafür, Deine Zeit für uns geopfert zu haben.

Kelly: Ich bedanke mich.


von und mit Kelly McCann (Jim Grover) bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Kem-'ba-tivz Sudden Violence Set

Crucible All-Access Training Set

Crucible High-Risk Environment Training II Set

Kelly McCann’s Crucible High-Risk Environment Training Set

Defensive Shooting Series

Edged Weapon

Car Kem-’ba-tivz

Tactical Driving Set

Combative Condition Set

Mission-Essential Off-Road Driving 2

Tactical Combat Casualty Care

Combative Conditioning 3

Horizontal Shooting Tactics

Brass Tacks Kem-´ba-tivz

Tactical Driving Skills

Combat Handgun

Combative Conditioning 2

Security Shotgun

Closed Hand Kem-’ba-tivz

Jim Grover’s Combatives Set

Kem-’ba-tiv Knife: A Minimalist Knife Curriculum for Defense Under Duress

Pocket Pistols: Small-Frame Handgun Strategies for the Street

Combative Conditioning: Mental and Physical Conditioning for Violent Encounters

Mission Essential Off-Road Driving

Exploding Handgun Myths

Ground Kem-’ba-tivz

Jim Grover’s Combatives Series: Power Strikes & Kicks, Weapon Disarming, Ground & Stick Attacks

Jim Grover’s Situational “Self-Offense”: A Hard-Core Guide to Offense-Based Defensive Tactics

Inside the Crucible: An Exclusive Look at Kelly McCann’s Individual Protective Measures Course. Volume 3: Situational Combatives and Knife Fighting

Collapsable Baton Tactics: A Hardcore Guide to the Combative Use of the Tactical Baton

Minimum Damage, Maximum Effect: A Complete Guide to the Use of Pepper Spray, Less-Lethal, and Improvised Weapons

Living Savely in Dangerous Times: Defending Yourself and Your Family Against Terrorism

Combative Pistol: Jim Grover’s Guide to Extreme Close-Quarters Shooting

Tactical Carbine: A No-Nonsense Guide to the Use of the Tactical Carbine

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