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Interview mit Sensei Mike Reeves

Frage: Erzähle uns davon, wie Du Deinen Schülern beibringst, Bruchfertigkeiten anzuwenden, die Schläge gegen statische Ziele in einem strukturierten Rahmen einschließen und von da zu der dynamischeren, unvorhersehbaren Natur der Selbstverteidigung auf der Straße überzugehen.

Mike: Die Sache, an die Du Dich bei der Anwendung von Bruchtechniken auf der Straße erinnern mußt, ist, daß das, was Du anwendest die Fähigkeit ist, mit großer Kraft zuzuschlagen. Die Art von Kraft, die notwendig ist, um Bretter und Beton zu durchschlagen. Entsprechend schließt die Arbeit, um Können in Bruchtechniken zu entwickeln, lange, anstrengende Zeiträume der Handabhärtung und des Trainings an bzw. mit Brettern und Beton ein. Falls und wenn Du dann zuschlagen mußt, um Dich selbst auf der Straße zu verteidigen, bist Du bereits fähig dazu, Deinen Schlag mit einer Kraft und Elastizität loszulassen, die viel größer ist als diejenige, die man entwickelt beim Arbeiten an, sagen wir mal, einem schweren Sandsack aus Segeltuch.

Frage: Was ist der allerwichtigste Vorteil, den Deine Schüler besitzen, falls und wenn sie jemals real zu kämpfen haben sollten?

Mike: Es ist schwierig, einen einzigen Pluspunkt hervorzuheben, der wichtiger ist als alle anderen, weil es so viele wichtige Komponenten dabei gibt, ein fähiger Praktiker der Selbstverteidigung zu sein. Ich denke, daß bei meinen Schülern die Antwort in dem äußerst strapaziösen Training liegt, durch das ich sie führe. Wir machen beständig Sparring, und wir legen eine große Betonung auf körperliche Kondition und Abhärtung. Wir trainieren und trainieren und trainieren dann noch etwas mehr. Ich höre niemals auf, mich zu wundern über die schlechte körperliche Kondition, die ich manchmal bei anderen Kampfkünstlern und angeblichen Experten der Selbstverteidigung beobachte. Es ist einfach eine Tatsache, daß ich immer auf den Kämpfer wetten werde, der die größere Elastizität und körperliche Härte besitzt, im Gegensatz zu demjenigen, der einen Vorteil im technischen Können haben mag, dem es aber an wahrer, kampfbereiter Kondition mangelt.

Frage: Benötigst Du natürliche Körpergröße und -kraft, um erfolgreich in Bruchtechniken zu sein? Mit anderen Worten: Werden Bruchtechniker geboren oder entwickelt?

Mike: Es gibt zwei Antworten auf Deine Frage, und es sind die gleichen zwei Antworten, die Du wahrscheinlich erhalten würdest, falls Du diese Fragen über Schwimmen oder Laufen gestellt hättest. Um ein Weltmeister-Bruchtechniker zu werden, ist es wahrscheinlich angemessen zu sagen, daß es da einen gewissen Grad an angeborenem Talent geben muß – wahrscheinlich eine Reizschwelle für Schmerz, die höher als der Durchschnitt ist oder eine natürliche Fähigkeit, sich zu konzentrieren, die den meisten Menschen fehlt. Dennoch kann jeder, der bereit dazu ist, einige Zeit mit der regelmäßigen Arbeit an der Abhärtung der natürlichen Waffen und dem Üben der Bruchtechniken zu verbringen, in der Tat bedeutende Bruchfähigkeiten entwickeln. Die Sache wird dann zu einem Festhalten am Training: Bist Du bereit dazu, regelmäßig zu trainieren, um gut darin zu werden oder nicht?

Frage: Ein wichtiges Element Deiner Bruchtechniken- und Selbstverteidigungsprogramme ist äußere Abhärtung oder Abhärtung lebenswichtiger Bereiche der Haut. Du findest dies nicht in den meisten anderen Trainingsprogrammen. Ist es wirklich so wichtig und, falls dem so ist, warum? Wie wird es erreicht?

Mike: Abhärtung der äußeren Oberfläche des Körpers, um ihn undurchdringbarer zu machen gegen Schmerz und Verletzung, ist etwas, das überraschend wenig angesprochen wird in der Selbstverteidigungsarena. Wir wissen offensichtlich, daß Deine Kontaktwaffen im waffenlosen Kampf, genauso wie bei Bruchtests, ein bestimmter Teil Deines Körpers sind. Es macht daher nur Sinn, diesen Kontaktpunkt in solch einer Art und Weise zu trainieren, daß das Niveau an Schmerz und Verletzung, die Du als ein Ergebnis der Ausführung eines Schlages erfahren wirst, so minimal wie möglich sein wird. Die kurze Antwort darauf, wie es erreicht wird, lautet: Durch einfaches Aussetzen dieses Körperteils den wiederholten Schlägen gegen eine Oberfläche, die härter ist als es selbst. Mit der Zeit beginnen die Nerven in diesem Bereich abzusterben, und die Haut und das darunterliegende Gewebe wird härter. Nach dem ich das gesagt habe, sollte es offensichtlich sein, daß nicht jeder Teil des Körpers sich für solch eine Abhärtung eignet. Beispielsweise sind Bruchtechniken mit dem Kopf in Bruchtest-Wettkämpfen beliebt. Aber der Kopf ist kaum ein guter Kandidat für diese Art der Abhärtung.

Frage: In Deinen Büchern und DVDs hebst Du die Wichtigkeit der mentalen und körperlichen Vorbereitung hervor. Ist das eine wichtiger als das andere, wenn es um Bruchtechniken geht?

Mike: Erfolgreiche Bruchtests sind das Ergebnis einer hochintegrierten Symbiose zwischen den beiden. Wenn ich mich darauf vorbereite, einen Stapel aus Betonblöcken zu durchschlagen, weiß ich zwei Dinge: Ich habe viele Stunden damit zugebracht, meinen Körper auf die Aufgabe vorzubereiten, und ich werde in der Lage sein – sowohl für die wenigen Sekunden, die dem Zerbrechen vorausgehen als auch für den Sekundenbruchteil, den es tatsächlich erfordert, um das Zerbrechen von dem Augenblick des Aufschlags an zu vollenden –, alle meine mentalen Energien in die vorliegende Aufgabe zu leiten. Ich würde es lieben, Dir zu sagen, daß das eine wichtiger ist als das andere, aber das würde vorschlagen, daß eine Überlegenheit auf dem einen Gebiet einen Mangel auf dem anderen ausgleichen kann, und das ist nicht der Fall, zumindest nicht auf dem Weltmeisterniveau.

Frage: Welches sind einige der lebenswichtigen Elemente der mentalen Vorbereitung?

Mike: Mentale Vorbereitung, soweit es das Zerbrechen eines leblosen Objekts angeht, beinhaltet mehrere Komponenten, einschließlich Visualisierung und reiner Fokus. Visualisierung als eine Technik schließt ein, Dich selbst dabei zu “sehen”, wie Du den Bruchtest vollendest, während Du es tatsächlich machst. Visualisierung ist nicht so wichtig beim Zerbrechen eines einzelnen Holzbretts, aber sie wird sehr wichtig, wenn Du Dich auf die viel schwierigeren Bruchtests vorbereitest. Einer der Schlüssel zur wirkungsvollen Visualisierung ist es, bereits mindestens ein paar Bruchtests vollendet zu haben, weil es die Erinnerung an diese Erfolge ist, die Dir dabei hilft, Deinen Erfolg bei Deiner kommenden, anspruchsvolleren Anstrengung zu visualisieren. Fokus spricht die Aufgabe an, in der Lage zu sein, für einen sehr kurzen Zeitabschnitt alle anderen Gedanken an andere Dinge, die in Deinem Leben vor sich gehen – die Herausforderungen bei Deiner Arbeit, Eheprobleme, Probleme mit einem Kind, sogar, ob Du in diesem Augenblick auf die Toilette gehen mußt – auszublenden, damit jedes noch so kleine Teil Deines Geistes an die eine Sache denkt: das Zerbrechen. Es ist nicht einfach, sich mit dieser Art der Zielstrebigkeit zu konzentrieren; es erfordert eine große Menge an Übung.

Frage: Du trainierst sowohl Spezialeinsatzkommandos und andere Polizeiangehörige als auch Kampfkünstler. Wie können Polizeibeamte von Deinem Training profitieren?

Mike: Auf die gleiche Art und Weise, in der jeder andere davon profitieren kann. Dadurch, daß der Polizeibeamte besser darauf vorbereitet ist, einen Verbrecher mit einem viel größeren Grad an Aufschlagskraft zu schlagen, kann er seine eigene Überlebensfähigkeit (als auch seine Chancen dafür, seine Beute zu fangen) erhöhen. Selbstverständlich ist im Fall dieser guten Leute das Training von sogar noch größerer Bedeutung, da die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie es bei der Verteidigung ihres eigenen Lebens einzusetzen haben werden, viel größer ist als die Wahrscheinlichkeit dafür, daß der Zivilist es zu tun haben wird.

Frage: Du hast auch als Personenschützer für verschiedene Berühmtheiten gearbeitet. Wie gefiel Dir das?

Mike: Ein Personenschützer zu sein, so wie ich den Job verstehe, hat viel Gemeinsamkeit damit, ein Privatdetektiv zu sein: Es gibt nicht viel Action dabei. Wir sind alle daran gewöhnt, diese Berufe auf der Mattscheibe als sehr glamourös dargestellt zu sehen, aber es ist nicht wirklich so. Trotzdem kannst Du sehr interessante Leute treffen. Ich denke allerdings, die Wahrheit ist, daß, falls eine Menge dieser Berühmtheiten nicht irgendeine Art von sichtbarem Sicherheitsdienst vor Ort haben, da alle Arten von Problemen für sie auftauchen würden. Letztendlich dienen Personenschützer als Abschreckungsmittel, weil die Wahrscheinlichkeit dafür, daß ein Bürger sich mit einem professionellen Personenschützer auf etwas einlassen möchte, sehr gering ist. Dennoch kannst Du die Möglichkeit, daß das passiert, niemals vollständig ausschließen, was der Grund dafür ist, daß die kluge Person, die vorhat, einen Personenschutzspezialisten anzuheuern, einen mit soliden Fertigkeiten behalten wird.

Frage: Die hölzerne Rüstung, die von asiatischen Armeen der Vergangenheit getragen wurde, ist ein wenig bekannter Gesichtspunkt der Wurzeln der Kampfkunst-Bruchtechniken. Wo hast Du darüber etwas gelernt?

Mike: Als ein ernsthafter Praktiker der Kampfkünste seit mehr als 30 Jahren und als einer, der das Glück hatte, in der Lage gewesen zu sein, unter den großen Meistern meines Stils, Isshinryu, zu trainieren, habe ich ausgiebig Gelegenheit und Grund zum Studieren der Wurzeln der Kampfkünste im Allgemeinen und der Bruchtechniken im Besonderen gehabt. Es gibt viele Beispiele in der asiatischen Militärgeschichte für das weitverbreitete Vertrauen von Armeen und Kriegergesellschaften auf die Abhärtung der natürlichen Waffen. Betrachte die Hwarang, eine Kriegergesellschaft des 7. Jahrhunderts in dem, was wir heute als Korea bezeichnen, deren Schlachten mit Kriegern der rivalisierenden Königreiche den wohlbekannten Einsatz ihrer Bruchfertigkeiten einschlossen, um die hölzernen Rüstungen ihrer Feinde zu durchschlagen.

Frage: Erzähle uns von Deinen Guinness Buch-Weltrekord-Bruchtests. Wie hat Guinness Deine Leistung überprüft?

Mike: Die Leute von Guinness verwenden unterschiedliche Methoden, um ihre Weltrekorde zu bescheinigen. Ein Weg ist, einen tatsächlichen Vertreter von Guinness vor Ort zu haben, um das Ereignis zu beobachten. Ein akzeptierter Ersatz für die Guinness-Leute – und derjenige, der benutzt worden ist, um meine Weltrekorde zu bescheinigen – ist, sowohl zwei vereidigte Polizeibeamte vor Ort zu haben, die als Bestätiger für die Integrität des Weltrekordversuchs dienen, als auch Video- und Fotobeweise des Weltrekordereignisses zu liefern. Von da wird eine Packung zusammengestellt und an Guinness übermittelt für eine peinlich genaue Überprüfung. Angenommen, das es alles nachprüfbar ist, wird der Weltrekord offiziell verliehen. Die gute Sache an meiner Situation ist, daß, weil meine Weltrekordversuche alle so gut publiziert worden sind und so nah verfolgt worden sind von einer Vielzahl an Medien, als auch mitbestätigt worden sind von anderen sanktionierenden Institutionen, es da niemals einen Hinweis auf die Frage gegeben hat, ob die Rekorde legitim sind.

Frage: Gerüchte besagen, daß Du in der David Letterman Show auftreten wirst. Wird dies noch passieren?

Mike: Wie mit all diesen Dingen, sind Reisen und Pläne ständig im Wandel begriffen. Mein Manager verhandelt zur Zeit über vorgesehene Auftritte in spätabendlichen Talkshows (Es ist schön, einen Manager zu haben, weil ich in der Lage bin, ihn sich über diese Dinge sorgen zu lassen, und ich kann mich auf das konzentrieren, was ich am besten kann.). Ich kann Dir sagen, daß ich in Kürze auftreten werde in Fox Sports Best Damn Sports Show Period mit Tom Arnold, als auch in Warner Brothers Steve Harvey’s Big Time. Darüber hinaus hat die Zeitschrift FHM kürzlich einen Bericht über mich vollendet, der in der Oktoberausgabe erscheinen wird. Ich verhandele mit den Leuten von Ripley’s Believe It or Not!, um einen weiteren Weltrekord während der Übertragung in ihrer Show zu versuchen, und ich werde mit Pat Morita in einer Verulkung von Karate Kid erscheinen, die Anfang nächsten Jahres in die Kinos kommen wird. Ich bin also dankbar dafür, in der Lage zu sein, sagen zu können, daß mein Veranstaltungskalender zur Zeit ziemlich voll ist.


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Thunderstrikes: How to Develop One Shot, One Kill Striking Power

Power Breaking for Sport and Self-Defense: The Ultimate Guide to Breaking Bricks, Boards, and Bones

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