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Jim Cirillo

CirilloJames “Jim” Cirillo war eine Legende unter den modernen Combatschießausbildern und bei den amerikanischen Polizeidiensten der heutigen Zeit. Nur sehr, sehr wenige Schießausbilder – falls überhaupt irgendeiner – kann auch nur annähernd an die gesammelte praktische Combatschieß- und Straßenkampferfahrung herankommen, die Jim Cirillo seinen Schülern bieten konnte.

Cirillo, ein moderner Revolverschütze, war von 1968 bis 1973 Angehöriger und “Top Gun” des NYPD Stakeout Squad (verwickelt in 17 Schießereien, von denen 11 tödlich endeten – für die bösen Jungs!). Er gab 15 Jahre lang (von 1976 bis 1991) Unterricht am FLETC (Federal Law Enforcement Training Center) in Glynco im US-Bundestaat Georgia, das als behördenübergreifende Polizeitrainingsorgansiation für derzeit 82 amerikanische Regierungs- und bundespolizeiliche Behörden dient. Er unterrichtete die U.S. Marshals, die U.S. Border Patrol und zahlreiche andere Polizeieinheiten für hochriskante Aufträge. Außerdem ist er ist der Autor eines Buches und von zwei DVDs (Jim Cirillo: Modern-Day Gunfighter und Secrets of a Master Gunfighter).

Seine Lehrgänge umfaßten Übungen und Taktiken für den Nahkampf mit Handfeuerwaffen, Überleben als zu Boden gegangener/verletzter Verteidiger, alternative Zielmethoden und Übungen bei Sichtbehinderung, die lebensnotwendig sind, um in einem Feuerkampf zu überleben. Der Einsatz von Hybridwaffen (zusammengesetzt aus Bauteilen von mehreren Waffen, z.B. Läufe von Dan Wesson-Revolvern mit Rahmen von Smith & Wesson-Modellen), Handfeuerwaffenergonomie, Munition und Mannstopwirkung der Geschosse, Schießen aus der Deckung, Schießen mit der schwachen Hand, Schießen mit zwei Faustfeuerwaffen und taktisches Nachladen sind alles Themen, die er behandelte. Darüber hinaus wurden in seinen Unterrichten auch mehrere Ziele angegangen und Schießfehler des Einzelnen diagnostiziert und ausgebessert. Der Munitionsbedarf bei solchen Lehrgängen von Cirillo betrug üblicherweise etwa 400 Schuß. Also war da sehr viel Praxis enthalten und nicht nur Theorie und “Kriegsgeschichten”! Viele bekannte Schießausbilder und Feuerwaffenexperten haben im Laufe der Jahre an Jim Cirillos Lehrgängen teilgenommen. Auch der deutsche “Combatpabst” Siegfried F. Hübner hat z.B. eine Ausbildung bei Cirillo mitgemacht.

Für diejenigen, die es nicht wissen: Jim Cirillo war mehr als fünf Jahre lang Angehöriger einer Sondereinheit des NYPD (New York Police Department), die damit beauftragt war, die extrem gewalttätigen und dreisten bewaffneten Räuber in den damaligen Zeiten auszuschalten. Sein Team legte sich zur Oberservierung auf die Lauer, wobei ein Beamter in einem Laden, einem Supermarkt oder einer Tankstelle als ein Angestellter agierte und der Rest im Hintergrund wartete. Wenn die Räuber zuschlugen...nun, dann passierten so einige Dinge. Jim Cirillo und seine Mannschaft liefen damals mit abgesägten, doppelläufigen Stevens 311-Schrotflinten und sechsschüssigen .38 Special-Revolvern des NYPD herum. Das und seine andere Arbeit als verdeckter Ermittler war der Grund dafür, warum er so viele Schießereien hatte. Er wurde mit dem hochriskanten Zeug beauftragt wegen der Tatsache, daß er nicht seine professionelle Kontrolle verlor. Er war ein wirklich netter Kerl für alle, die ihn kannten. Interessanterweise wurde er hoch angesehen in den schwarzen, hispanischen, asiatischen und jüdischen Gemeinden New Yorks dafür, daß er in seinen Aktionen nicht rassistisch war. Er war bis zum Ende ein echter Held.

Was Cirillo unterrichtete, ist nicht blanke Theorie oder Schwachsinn eines Salonstrategen oder reinen Theoretikers, sondern dies ist das wahre Leben auf der Straße.

Als Mitglied des New York City Stakeout Squad war Jim Cirillos einziger Job der, die abgebrühtesten und gefährlichsten Kriminellen in der Stadt zu konfrontieren. Sein Job war es, den Schlimmsten der Schlimmen in der kriminellen Welt gegenüberzutreten. Er überlebte während dieser Zeit bei nicht weniger als siebzehn einzelnen Schießereien, und er war an vielen weiteren (mehr als zweihundertfünfzig) bewaffneten Konfrontationen beteiligt. Später ging er von der New Yorker Polizei weg und zum U.S. Customs Service, der amerikanischen Zollbehörde. Dort entwarf er ihre Schießtrainingsanlage und brachte ihr Schußwaffenprogramm auf den neusten Stand.

Während der Jahre, die seinem Ausscheiden aus dem NYPD folgten, arbeitete er von 1976 bis 1991 als Schießausbilder für das Federal Law Enforcement Training Center. Diese enorme Erfahrung spiegelt sich in seinen Schriften und Lehr-DVDs, die Jim herausgegeben hat, wieder. Nach dem er aus dem Polizeidienst ausgeschieden war, fing Jim Cirillo mit dem Schreiben an. Sein Buch Guns, Bullets, and Gunfights: Lessons and Tales from a Modern-Day Gunfighter ist eine Zusammenfassung von den Artikeln, die er über die Jahre geschrieben hat.

Er verwendete über viele Jahre hinweg einen Trommelrevolver, sowohl im Dienst als auch in seinen Unterrichten und privat und arbeitete an den Fertigkeiten der damals meistens mit Revolvern bewaffneten Polizisten. Schließlich holte aber auch ihn die Technologie ein: Über viele Jahre hinweg verließ sich Jim auf einen Revolver, um zu überleben. Später, nach sorgfältiger Analyse, akzeptierte er die Glock-Pistole als Holsterwaffe. Nach dem er viele verschiedene Waffen untersucht, getestet und ausprobiert hatte, wechselte Jim zur Glock. Er fand, daß sie gut für ihn funktionierte.

Später dann, voll im Ruhestand befindlich (oder es zumindest versuchend), brachte Jim Cirillo noch immer den ernsthaften Schülern die Fertigkeiten, Taktiken und Techniken des Überlebens bei, die ihn auf den Straßen am Leben erhalten hatten. Er bot seine Zeit an, um dies aus einem starken Sinn von Verbundenheit und Hingabe an Polizeibeamte und bewaffnete Bürger zu tun. Sich im Ruhestand zu befinden und zu versuchen, es langsamer angehen zu lassen, führte dazu, daß seine Unterrichtsklassen zu einem eher seltenen Ereignis wurden, da er sehr wählerisch darin war, wen er wann und wo trainierte.

Jim Cirillo war der “Mann, zu dem man ging” für eine praxisnahe, straßenerprobte Analyse der Feuerkampftheorie. Er war der wahre Jakob, ein Typ ohne Angeberei, der es alles gesehen, gemacht und erlebt hat und die Narben trug, um es zu beweisen. Er hatte dem Teufel ins Auge geblickt (es gab sogar einige Leute, die gesagt haben, er hätte das verdammte Viech gefressen). Jeff Cooper titulierte ihn als “Cirillo der Große”. Massad Ayoob pflichtete bei, daß er einer der größten polizeilichen Schützen der modernen Zeit war.

Jim überklebte die Visierung von halbautomatischen Handfeuerwaffen mit Klebeband, um instinktives Schießen zu unterrichten, das auf der Silhouette der Schußwaffe basierte. Er glaubte an das Ausnutzen des unbewußten Verstands, um Schüsse schneller ins Ziel zu bringen als der Hurensohn, der versucht, Dich zu töten. Er unterrichtete ebenfalls andere alternative Zielmethoden, die alle so gestaltet waren, daß sie es dem Anwender erlaubten, in einem Schußwechsel zu überleben. Jim unterrichtete das Überleben mit einer Schußwaffe innerhalb von fünf Metern. Über sieben Meter hinaus glaubte er, daß die Chancen gegen einen Gegner stünden und daß der trainierte Schütze mehr Zeit hat, um die Visierung einzusetzen oder in Deckung zu gehen.

Es erscheint daher ironisch zu sein, daß Jim erzählte, daß er in der Lage gewesen ist, bei seinem ersten Schußwechsel jede Einzelheit über das Korn an seinem Smith & Wesson Modell 10-Dienstrevolver (übrigens der ersten Waffe von Smith & Wesson im Kaliber .38 Special) zu sehen. Ironisch zumindest, bis Du Dir klar machst, daß Jim Cirillo nicht ein Geschäft daraus machte, eine Technik an Legionen von sich einer Sache fest verschriebenen Jüngern für Profit und Ruhm zu verkaufen. Nein, Cirillo war in dem Geschäft, um es für Leute möglich zu machen, dann zu überleben, wenn die Würfel bereits gefallen waren, wenn alle Karten auf dem Tisch lagen, wenn Blei kurz davorstand, kreischend an ihnen vorbeizufliegen. Jim Cirillo unterrichtete nicht das Schießen. Er unterrichtete das Kämpfen und das Überleben mit einer Feuerwaffe, um zum Abendessen zu Frau und Kindern nach Hause gehen zu können. Er kümmerte sich nicht darum, daß es da einen anscheinenden Widerspruch gab in dem, was er sagen oder unterrichten mochte. Er wollte bloß an die Wahrheit herankommen, an den Knackpunkt, wenn es sich um die Überlebenswerkzeugtasche in einem bewaffneten Konflikt drehte. Dies ist das, was Jim so besonders machte. Und weil es ihm egal war, ob man sich später überhaupt an ihn erinnern würde, wird man ihn gerade deshalb im Gedächtnis behalten und er seinen Platz an der Seite von solch legendären Leuten wie Jeff Cooper, Bill Jordan, Rex Applegate oder Delf “Jelly” Bryce einnehmen.

James Cirillo, der hoch geschätzte, weithin bekannte und allseits beliebte Schießausbilder, Schußwaffenexperte und Autor, verstarb am 10. Juli 2007 bei einem nächtlichen Autounfall in Brookfield im US-Bundesstaat New York im Alter von 76 Jahren.


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DVDs:

Jim Cirillo: Modern-Day Gunfighter

Secrets of a Master Gunfighter

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