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Melissa "Dr. Ruthless" Soalt

fem_fatale“Es ist nicht die Größe einer Frau in einem Kampf, die zählt,
sondern es ist die Größe des Kampfwillens in einer Frau!”

Melissa Soalt, auch bekannt als “Dr. Ruthless®”, ist eine erfahrene Frauenselbstverteidigungs-Trainerin, frühere Psychotherapeutin und wurde zur Woman of the Year 2002 in die Black Belt Hall of Fame gewählt. Als Trainerin, Autorin und Video-Coproduzentin hat sie seit 1986 Tausenden von Frauen beigebracht, wie frau sich selbst vor Gefahren schützt und ihre Urinstinkte hervorbringt, um sich zur Wehr zu setzen und zu überleben.

Sie hat sich den Ruf einer herausragenden Selbstverteidigungs-Expertin erworben und ist Kolumnistin der jeden zweiten Monat erscheinenden Zeitschrift Self Defense for Woman und einer weiteren Zeitungskolumne. Über sie sind in mehr als zwei Dutzend Zeitschriften und Magazinen Artikel erschienen bzw. von ihr veröffentlicht worden, einschließlich dem Wall Street Journal, SELF, Black Belt, Woman’s Day, CosmoGirl, BUST, Walking, Newsweek Japan und dem deutschen Stern. Sie ist aufgetreten in “The VIEW”, “Access Hollywood”, “NBC Nightly News”, “To Tell The Truth”, “TNN” sowie im National Public Radio (NPR) und lokalen Nachrichtensendungen, und sie ist Mitgastgeberin von “From Fear to Power”, ihrer wöchentlichen Radioshow über persönliche Sicherheit und Selbstverteidigung sowie ein häufiger Gast in anderen Radioshows.

Melissa hat ebenfalls für das Black Belt-Magazin geschrieben und im Mai 2001 einen Artikel über das Training mit Partnern als Angreifer in Vollschutzausrüstung veröffentlicht. Im Januar 2001 gab sie ihr Debüt in der zweiteiligen DVD Fierce and Female, welche extrem gut angekommen ist und sowohl von Polizeibehörden und erfahrenen Kämpfern als auch der Frauenbewegung gefeiert wurde. Als wichtige Stimme der Frauenselbstverteidigung steht sie bereit, um Artikel zu schreiben und in Angelegenheiten zu beraten, die die Sicherheit von Frauen betreffen.

1955 als eine von drei Töchtern geboren, war ich nicht immer in Kontakt mit meinem natürlichen Instinkt. In den 60er Jahren aufwachsend (zuerst mit June Cleaver, dann mit den Peaceniks), war ich all zu glückselig ignorant für meinen Killerinstinkt. Meiner lag eher schlafend da... d.h. bis zu meiner Jungfernreise in die Welt einer grunge-artigen 70er Jahre Wanderschaft (nicht gerade Gidget’s Reise nach Übersee) durch den Nahen Osten und quer durch den asiatischen Kontinent, angefüllt mit unheimlichen Begegnungen der falschen Art. Während meine Freunde daheim den Frug tanzten und Diät-Colas schlürften, war ich damit beschäftigt, katzengroße Ratten zu verscheuchen...und Männer! Da gab es den Vergewaltigungsversuch in Israel durch meinen nicht so ganz koscheren Kibbuzvater, einen gewalttätigen Straßenüberfall durch einen pakistanischen Regierungsbeamten, der mich hinterrücks überfiel und zu Boden schlug, und den Messer- und Stockangriff gegen eine Begleiterin und mich durch einen verrückten Afghanen, dessen Angebot, uns beide gegen sein kostbares Kamel einzutauschen, wir höflich abgelehnt hatten. Obwohl ich kein Training hatte, wehrte ich mich erfolgreich und entkam zahlreiche Male. Gute Instinkte, Glück und ein starker Kampfgeist kamen bei meiner Verteidigung zusammen.

Es waren aber die kleineren Verletzungen – das Begrapschen und Betatschen auf überfüllten Märkten und ähnlichen Plätzen – die heimtückischer waren. In Nachtzügen erwachte ich häufig durch Hände, die in der Dunkelheit Dinge von mir stahlen. Für meine aufkeimenden feministischen Ideale waren diese Demütigungen ein schmerzhaftes Erwachen. Bei einer dieser Gelegenheiten, in der sich ein Perverser, der sich als netter Herr ausgab, sich auf mich drängen wollte, explodierte ich: Ich schlug ihm ins Gesicht und auf den Kopf, drückte ihn zurück und brach dann seine Hand – kleine Knochen brachen unter der Gewalt meiner Faust. Ich erinnere mich an seinen Gesichtsausdruck, wie er plötzlich zusammenschrumpfte, kleiner und leer erschien, und wie ich mich größer als er fühlte. Energie strahlte aus meinem Körper wie die Hitze des Dschungels und ein Siegeslächeln schien hindurch durch meine Wildheit.

In meinem Augenblick der Dreifaltigkeit öffneten Zeit und Raum ihre Tore weit und ich wurde, oder zumindest fühlte ich so, zurückgebeamt durch die Evolution und transportiert in die Haut einer viel früheren (und haarigeren) Vorfahrin. Ich nenne sie Neander-Babe. In genau diesem Augenblick grub sich ein uralter Teil aus mir heraus und kam zum Vorschein wie ein sich anspannender Muskel. Eine Erkenntnis dämmerte in mir: Das mein Körper ein Werkzeug und Instrument für Kraft war, und daß auch ich mit diesem Werkzeug gefährlich sein konnte. Diese Erfahrung des Beziehens dieser Kraft und des Aufbietens der inneren Bestie formte später den Kern meiner Selbstverteidigungs-Philosophie für Frauen.

Bevor ich mehr praktische, grundlegende Selbstverteidigungsmethoden aufgriff, lag mein ursprüngliches Kampfkunsttraining für mehrere Jahre im Aikido. Seine starke Betonung des “Eindringens”, des präventiven Vorgehens und des Senkens des Körperschwerpunkts (ganz zu schweigen von der Schönheit seiner Hebel und Würfe, oder, wie ich zu sagen pflege, „wie man sie mit der Erde trifft“) lieferten eine hervorragende Trainingsgrundlage, die sich später als besonders wertvoll erweisen sollte, Frauen zu helfen, zu erlernen, “vorzugehen”, wenn keine Möglichkeit mehr zur Flucht besteht.

1985 trieb mich eine erschreckende Begegnung mit einem Vergewaltiger und Verfolger allein in meinem Haus weiter in diese Richtung. Mein Eindringling hatte bereits den Strom abgeschaltet und die Telefonleitungen durchschnitten, als ich um 4 Uhr morgens seine schattenhafte Gestalt in meinem Flur herankommen sah. Ich durchkreuzte seinen Angriff, indem ich meine Stimme einsetzte – eine der ersten Verteidgungslinien der Frau – und er entschloß sich dazu, zu fliehen. Aber dann kamen Telefonanrufe, in denen er sagte, er würde mich jagen, mich erwischen. Obwohl ich als Psychotherapeutin arbeitete, die auf Traumabehandlung spezialisiert war, und auf intellektueller Ebene alles verstand, was mit mir vor sich ging, war ich emotional gesehen ein Wrack. Und ich war mir tatsächlich darüber bewußt, daß ich in all meinem Kampfkunsttraining nie gelernt hatte, mich weder aus der Bodenlage zu verteidigen noch jemand mit voller Kraft zu schlagen. Glücklicherweise hörte ich zwei Wochen später von einem Selbstverteidigungskursus für Frauen namens Model Mugging, in dem ich vergewaltigungstypische Techniken im Stehen und im Liegen gegen einen vollgepolsterten Scheinangreifer trainieren könnte, den ich ohne Zurückhaltung gegen Kopf und Unterleib schlagen könnte. Es hörte sich zu gut an, um war zu sein. Also schrieb ich mich sofort ein.

Was kann ich sagen...es war Liebe auf den ersten Schlag! Nachdem ich mich einem intensiven Ausbildertraining unterzogen hatte, brachte ich 1987 diese realitätsnahe, unter Adrenalineinfluß durchgeführte Trainingsmethode an die Ostküste und schlug meine Zelte in Boston auf. Meine Schule, Model Mugging of Boston, Inc., entwickelte sich bald unter dynamischer und professioneller Leitung zu einer der größten und erfolgreichsten Schulen dieser Art landesweit, mit einem fortlaufenden Trainingsprogramm für Frauen, Teenager und später auch für Männer. Es war 1990, während ich als Beraterin für die Harvard University tätig war, daß ich zuerst “STREETSMARTS” entwickelte, ein vor Ort durchführbares Seminar für Universitäten und Firmen. Das Herausfiltern von lebenswichtigen Prinzipien der Verhütung und Verteidigung ermöglichte es mir, wichtige Informationen und Fertigkeiten an viel größere Teilnehmergruppen zu vermitteln. Meine Firmenkunden schließen Polaroid, UPS, Hewlett Packard, Reebok, Motorola, Proctor & Gamble und den Miami Herald mit ein, um nur einige zu nennen.

Nachdem ich 1991 Peyton Quinns Buch Das Strassenkampfhandbuch gelesen hatte, nahmen Mark Morris, mein stellvertretender Direktor, und ich am ersten Rocky Mountain Combat Applications Training (RMCAT) teil, wo wir Quinn und RMCAT-Mitbegründer Michael “The Amazing Eagle” Haynack in die Methode der vollgepolsterten Angreifer einführten, die schnell in ihren Lehrplan integriert wurde. Ich trainierte Michael dann in der Kunst des “Straßenüberfalls”, und er verwirklichte mein Programm für Männer und wurde bald darauf mein Lebenspartner – mein gepanzerter Amor sozusagen.

Meine Schule forderte alles von mir ab, so daß ich schließlich meine Praxis für Psychotherapie schloß. Es war allerdings niemals eine Sache des Wechselns zwischen den Berufen. Im Gegenteil, all die Werkzeuge, die ich als Psychotherapeutin erlernt und eingesetzt hatte – die Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeiten, Einsichten in die weibliche Psyche, und ein tiefes Verständnis für die vielen Arten und Weisen, in denen Furcht und innere Konflikte sich selbst darstellen – fanden direkte Anwendungen darin, Frauen die Selbstverteidigung beizubringen. Ich glaube fest daran, daß meine Vergangenheit als Psychotherapeutin und das Verständnis dafür, wie man die “innere Kämpferin” hervorholt, Teil dessen sind, was meine Vorgehensweise so wirksam macht.

Nachdem ich 1994 meine Schule verkauft hatte, verbrachte ich eine beträchtliche Zeit mit dem Unterrichten in Übersee, hauptsächlich in Deutschland, aber auch an verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten. Nicht an einen einzelnen Ort gebunden zu sein, hat es mir ermöglicht, eine breitere Zuhörerschaft zu erreichen, und frei zu sein von der Rechthaberei eines besonderen Systems hat es mir ermöglicht, andere praxisnahe Kampfmethoden, Vollkontakteinsatz und “angewandte Selbstverteidigung” sowie Nahkampftraining und eine Menge schmutziger Tricks in meine Werkzeugkiste der Techniken einzubinden.

Außer dem Lehren von sinnvollen Selbstverteidigungsfertigkeiten ist Teil meiner Mission, den Mythen über Frauen abzuhelfen. Sowohl uralte als auch nagelneue Ansichten malen ein gefährlich einseitiges Bild über Frauen als bemutternde, niemandem ein Leid zufügende Personen ohne Aggressivität oder Killerinstinkt. Nicht nur, daß diese Ansicht falsch ist, sie bindet Frauen auch geradezu an die Opferrolle. Deshalb liebe ich den Titel meiner Videos Fierce and Female, welche im Januar 2001 erschienen sind. Er drückt auf perfekte Art und Weise das aus, was die Videos in sehr grafischen Begriffen demonstrieren: Das Frauen sowohl feminin als auch gefährlich sein können – eine vibrierende und erschreckende Mischung aus die Schöne und das Biest.

Meine Priorität ist es, mein ausführliches Buch fertigzustellen, und ich bin sehr begierig darauf, mehr DVDs zu machen. Ich würde auch gerne eine Serie von DVDs über praktische Selbstverteidigung und persönliche Sicherheit für Frauen und Kinder produzieren. Außerdem planen Michael und ich, eine weitere Schule zu eröffnen und werden mehr Ausbilder trainieren in Selbstverteidigungsmethoden, die auf der Realität basieren und unter dem Einfluß von Adrenalin ausgeübt werden.


von und mit Melissa “Dr. Ruthless” Soalt bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Women’s Self-Defense Set

Fierce and Female: Practical Rape Defense Tactics for Every Woman

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