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Peyton Quinn

quinn1Peyton Quinn ist der Altmeister der Kneipenschlägereien. Er begann sein Training 1964 in traditionellen Kampfkunstsystemen, in denen er schließlich hohe Graduierungen in Karate, Judo und Aikido erreichte. Obwohl er asiatische Kampfkunstsysteme weiterhin respektiert und erforscht, hat seine Erfahrung in der realen Welt ihm gezeigt, daß Training in den Kampfkünsten allein für die meisten Leute für reales Kämpfen nicht genug ist.

Peyton “Falcon” Quinn, Gründer und Ausbildungsleiter des Rocky Mountain Combat Applications Training (RMCAT), war Mitte der siebziger Jahre als Mathematiklehrer an einer High School angestellt. Aber an Wochenendnächten mußte er aus finanziellen Gründen als Türsteher und Rausschmeißer in einer besonders rauhen Bar in New Mexico arbeiten. Sein darauf eingehendes erstes Buch Das Strassenkampfhandbuch wurde anfangs sehr kontrovers aufgenommen und war ziemlich umstritten in der Kampfkunstwelt, entwickelte sich aber im Laufe der Jahre in der Szene zu einem wahren Untergrundklassiker! Es folgten einige Lehrvideos und -DVDs zum Thema Kneipenschlägereien und Selbstverteidigung, u.a. Barroom Brawling, in dem er zusammen mit Marc “Animal” MacYoung auftritt, Blitzkrieg Attacks, Self-Defense against the Sucker Puncher (einem Begleitvideo zu seinem ersten Buch), Defending Against The Blade, Advanced Combat Concepts And Techniques sowie Black Medicine: The Video (das auf die Atemi-Techniken aus seinem ersten Buch eingeht). Später erschien dann sein zweites Buch Real Fighting, das sich stark auf sein angebotenes realistisches Training unter dem Einfluß von Adrenalinausschüttung bezieht. Über das Training hinaus, das er in seinem Trainingscenter anbietet (von der Selbstverteidigung über den Gebrauch von Messern und Stöcken bis hin zum Schußwaffentraining), gibt er ebenfalls weltweit Seminare.

Peyton hatte traditionelle asiatische Kampfkünste (Karate, Aikido und Judo) trainiert, seit er etwa 14 Jahre alt war. Aber die Arbeit als Rausschmeißer veränderte seinen gesamten Ausblick darauf, woraus ein wahres Selbstverteidigungstraining bestehen sollte. In den Unterrichten seiner asiatischen Systeme wurde sich so sehr auf Techniken konzentriert, aber nun hatte er Hunderte von tatsächlichen Kämpfen miterlebt und war in zahlreichen Fällen dazu gezwungen worden, sich selbst zu verteidigen. Er mußte also einfach erkennen, daß das, was er dort sah und erlebte, die Realität des tatsächlichen Kämpfens war und nicht so sehr sein Dojotraining.

Am Anfang schien er nicht in der Lage zu sein, in den tatsächlichen Kämpfen, in die er verwickelt wurde, die Dinge einzusetzen, die er in seinem Kampfkunsttraining erlernt hatte. Es schien alles so schnell abzulaufen, daß alles, was er tun konnte es war, zu versuchen, den anderen Typ mit einem Faustschlag mit seiner geschlossenen rechten Faust zum Kopf zu treffen (was ein Fehler war). Dennoch war er ziemlich befähigt in so vielen Kampftechniken und hatte auch mehr als ein paar “Kontakt”-Wettkämpfe gewonnen. Aber nach nur wenigen Wochen bei dieser Arbeit fing er an zu erkennen, daß er nun in der Lage war, seine Kampfkunsttechniken einzusetzen (obwohl er eigentlich immer nur die selben wenigen Techniken wieder und wieder einsetzte).

Aber vielleicht noch wichtiger war, daß er sah, daß er als Rausschmeißer in erheblich weniger Kämpfe geriet als am Anfang seiner Laufbahn. Er wußte auch, daß die beiden Dinge sehr miteinander verbunden waren. Er gestand sich selbst ein, daß das echte Problem, daß seine Selbstverteidigungsversuche vorher dominiert hatte, der Adrenalinfluß und die Angst waren. Er war einfach nicht daran gewöhnt, daß Leute mit Bedrohungen und streitlustigem Benehmen direkt vor seine Nase traten und dann ihre “Überraschungsschläge” gegen ihn losließen! Um ehrlich zu sein, wie viele Leute sind schon wirklich “daran gewöhnt”? Peyton fing dann an, die Operationsmethoden der Angreifer zu studieren, die er dort regelmäßig sah. Für ihn wurde die Kneipe dadurch zu einer Art Versuchslabor.

Er fragte sich selbst, warum sich sein Kampfkunsttraining jetzt “bezahlt machte”, wenn es zuvor für ihn nicht funktionierte? Schließlich wurde ihm das größere Gesamtbild deutlicher. Man braucht nicht eine Menge an Kampftechniken zu können, um mit diesen Schlägertypen fertigzuwerden, aber man muß seinen Adrenalinstress unter Kontrolle bringen. Weiterhin war es so, daß, wenn der mögliche Angreifer sah, daß man unter solch einer Andrenalinkontrolle stand, er in den meisten Fällen erst gar nicht angriff. Tatsächlich willigten die offensichtlichsten “harten Typen” häufig einfach mit dem Benehmen ein, daß er von ihnen in dem Laden verlangte, ohne jede Gewalt. Er erkannte, daß die Angreifer und Hinterhaltleger fast immer eine Beobachtung ihres beabsichtigten Opfers vornahmen, bevor sie entschieden, ob sie es angreifen oder nicht. Sie versuchten meistens bewußt, die Reaktion durch Adrenalinstress und Angst in ihren auserwählten Opfern hervorzulocken, bevor sie angriffen. Sie wollten keinen Kampf, sie suchten nur nach einem passenden Opfer!

Es wurde regelmäßig sehr offensichtlich für Peyton, was sich ereignete, wenn der Hinterhaltleger erkannte, daß er keinen Erfolg damit hatte, das Opfer einzuschüchtern. Er sah, was sich ereignete, wenn sie sahen, daß das mögliche Opfer sich ebenfalls nicht “vor der Realität verschloß” über das, was passieren würde (wie z.B. einfach die streitlustige Person zu ignorieren). Plötzlich war einiges von dem “mystischen” Zeug, über das Peyton als Kind in den “alten Kampfkunstklassikern” wie Das Buch der fünf Ringe oder Die Kunst des Krieges gelesen hatte, überhaupt nicht mehr mystisch für ihn. Der Kampf war in der Tat entschieden, bevor die ersten Schwerter gezogen wurden”! Falls man in der Lage war, mit dem Angreifer von Anfang an richtig umzugehen und sein “Interview” für ein “mögliches Opfer” so früh wie möglich zu erkennen (idealerweise noch bevor er mit einem spricht), dann kann man häufig fast jeden Kampf vermeiden, der möglicherweise auf einen zukommt.

Aber Peyton fand auch heraus, daß es genauso wichtig war, daß, sobald eine Person diese Adrenalinstresskontrolle erreicht, sie nicht nur weniger wahrscheinlich angegriffen wird, sondern falls sie angegriffen wird, sie erheblich besser in der Lage dazu sein wird, sich selbst wirkungsvoll zu verteidigen. Seine Jahre des Kampfkunsttrainings waren wenig hilfreich, bevor er “sich daran gewöhnte”, mit der Adrenalinstressreaktion umzugehen. Er fand, daß diese Beobachtungen bedeutend genug waren, um sein erstes Buch Das Strassenkampfhandbuch zu diesem Thema und über “Techniken” zu schreiben.

Sein Buch war zuerst sehr umstritten unter Kampfkünstlern, da es mehrere Jahre vor den Gracie-Brüdern, den Ultimate Fights (UFC) und den No-Holds-Barred (NHB)-Wettkämpfen “ohne Regeln” erschien. Dennoch wurde es beachtet und weiterempfohlen von einer Gruppe von Leuten, die ein Frauenselbstverteidigungsprogramm namens IMPACT durchführten. Diese Organisation war ein Ableger eines früheren Programms namens Model Mugging. Nachdem Peyton dieses Program (vor über zehn Jahren) erstmals sah, erkannte er sofort seinen wahren Wert als Selbstverteidigungsmethode.

Es wies einige Fehler auf, aber diese waren wirklich nebensächlich im Vergleich zu seiner gesamten Wirksamkeit im Training von Frauen, um sich selbst zu verteidigen. Unter dem, was Peyton als seine “Fehler” anssah, war die fast vollständige Ablehnung von nahezu allen “Kampfkunsttechniken”. Das Programm tat dies, um das Sichverlassen einzig auf grobe motorische Fähigkeiten unter Adrenalineinfluß zu unterstreichen. Dies war auch in der Tat eine logische Sichtweise, aber er persönlich fand, daß das ein bißchen zu weit ging. Schließlich wurden er und Mike “The Amazing Eagle” Haynack (ebenfalls ein ehemaliger und weit erfahrenerer Rausschmeißer als Peyton selbst, der übrigens auch auf den DVDs Fierce and Female über Frauenselbstverteidigung zusammen mit Melissa Soalt zu sehen ist) gebeten, IMPACT-Lehrer auszubilden. Speziell im Ausbilden von Männern und in der “RMCAT”-Methode des Unterrichtens der Selbstverteidigung unter Einsatz der Andrenalinstressgewöhnung und einem auf Szenarien basierenden Training. Der Entwickler der speziellen Vollschutzausrüstung, Mark Morris, war ebenfalls sehr hilfreich darin, das RMCAT zu starten mit dem Einsatz seiner Schutzausrüstung. Aber die “Panzerung” allein macht noch nicht das Programm aus. Mark und Mike trugen beide zu den Übungen und Vorgehensweisen im frühen Stadium des RMCAT-Trainings bei.

Peytons RMCAT ist weder Model Mugging noch IMPACT, so wie diese Programme heute existieren mögen. Aber es hat einige Wurzeln in diesen Programmen, so wie sie in ihren besten Zeiten existierten. Die Logik und Methodik des RMCAT-Trainingssystems war dann das Thema seines zweiten Buches Real Fighting.

Peyton Quinn war übrigens auch eines der ursprünglichen Gründungsmitglieder der sogenannten “Combat Coalition”. Die ursprüngliche Combat Coalition bestand aus den Pionieren der realistischen Selbstverteidigung: Sammy Franco, Marc “Animal” MacYoung, Peyton Quinn, Richard Dimitri und Geoff Thompson als ihr Ehrenmitglied.


von und mit Peyton Quinn bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Black Medicine: The Video: Vital Targets, Maximum Punishment

The Moment of Truth

Bücher:

Das Strassenkampfhandbuch: Verteidigung gegen Überraschungsangriffe, Schlägertypen und Hinterhalte

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