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DVD-Training

Trainieren und Lernen mit DVDs bzw. Videos:

Hier findet Ihr einige interessante Artikel zum Thema DVD- bzw. Videotraining, die Euch dabei helfen können, das meiste aus dem Training mit Lehr-DVDs und Lehrvideos herauszuholen, um Eure Fähigkeiten und Fertigkeiten schnellstmöglich zu verbessern und die die Wirksamkeit von DVDs und Videos beim Kampfkunsttraining ansprechen.
(Weitere Infos zu DVDs, Regionalcodes und TV-Systemen findet Ihr hier.)

Artikel Eins:

Kampffertigkeiten von Videos erlernen

(von Pete Kautz, erstmals veröffentlicht 2003 in KnifeForums Magazine)

Auf Lehrgängen und in E-Mails sind zwei der häufigsten Fragen, die die Leute mir stellen, 1) “Wie kann ich die Anwendung des Messers (oder welcher Kampffertigkeiten auch immer) für mich allein erlernen?”, und 2) “Wie kann ich darin fortfahren, meine Fertigkeiten weiterzuentwickeln, ohne regelmäßigen Zugang zu einem Lehrer zu haben?”

Diese beiden sind hervorragende Fragen, die die Realität des Erlernens der Anwendung des Messers als eine Verteidigungsmethode für die meisten Leute heutzutage ansprechen.

Die überwiegende Mehrheit von uns hat ganz einfach nicht den Luxus, eine Vielzahl von hochbefähigten Kampflehrern in unserer Stadt zu haben. Es ist nicht einfach, ständigen Zugang zu hochqualifiziertem Einzelunterricht in Messerkampf-/Messerabwehrfertigkeiten oder irgend einer Form der modernen Nahkampfkunst zu haben! Mir geht es da nicht anders als jedem anderen – die Typen, mit denen ich trainieren möchte, leben überall verstreut auf dem Erdball. Es ist also nicht sehr wahrscheinlich, daß ich einfach auf eine Tasse Kaffee und etwas Training vorbeischauen kann.

Aus diesem Grund, und wegen den Zeitbeanspruchungen des modernen Lebens, werden die meisten Leute darin enden, diese Fertigkeiten zu erlernen durch eine Mischung aus:

  • Teilnahme an Lehrgängen
  • Anschauen von Videos
  • Lesen von Büchern
  • Training allein oder mit ein paar Freunden

Falls Du Glück genug hast, eine angesehene örtliche Quelle für den Unterricht zu haben, solltest Du auf jeden Fall dort hingehen und lernen. Du solltest aber trotzdem noch das, was Du erlernst, ergänzen, indem Du in diese anderen Arten von Quellen hineinschaust. Es ist nachgewiesen worden, daß falls eine Person die selbe Sache von zwei unterschiedlichen Quellen aus lernt, sie eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit hat, es anzuwenden als sie es hat, falls sie es nur von einer Quelle gelernt hat!

Obwohl Bücher schon immer eine Methode des Lernens über Kampfkünste gewesen sind, sind in den letzten zwanzig Jahren Videos zu dem vielleicht beliebtesten Medium zum Erlernen von Kampffertigkeiten geworden, und das aus einigen verdammt guten Gründen:

  • Kampftechniken sind einfacher zu verstehen, wenn man sie in Aktion sieht und hört, wie sie von Experten erklärt werden, im Gegensatz dazu, nur über sie zu lesen.
  • Videos sind kostenmäßig vergleichbar mit Büchern und sind sehr viel kosteneffizienter im Vergleich zum Reisen zu Lehrgängen oder der Teilnahme an normalem Kampfkunstunterricht.
  • Videos können wiederholt angeschaut werden, um sicherzustellen, daß Schlüsselkonzepte gelernt werden und bieten häufig Zeitlupen- und Nahaufnahmen von Schlüsseldetails in dem Material. Und dennoch sind sie nur ein oder zwei Stunden lang und schneller zu beenden als ein Buch.
  • Videos sprechen viele ungewöhnliche und spezielle Bereiche des Lernens an. Schüler sind also nicht mehr länger nur darauf beschränkt, bloß das zu erlernen, was Lehrer in ihrer unmittelbaren Umgebung unterrichten.
  • Ein Video anzuschauen wird als Spaßhaben angesehen, wohingegen Lesen (traurigerweise) häufig als hart angesehen wird.

Das Ziel dieses Artikels ist es, den ernsthaften Schüler des Messers darin zu unterstützen, wie man sich am besten dem Erlernen der Themen für sich allein von einem Lehrvideo annähert. Du bist Dein eigener bester Lehrer, aber wie für alles andere Erstrebenswerte auch, benötigst Du einen Aktionsplan, dem Du folgst, falls Du Erfolg darin haben möchtest, Dir selbst etwas beizubringen. Das Video enthält die Informationen, aber Du mußt sie aufteilen, damit Du es alles in einem fortschreitenden Format erlernen kannst.

Der erste Schritt, bevor Du irgendein Video kaufst, ist, genau zu bestimmen, was Du erlernen möchtest. Je spezifischer Du Deine Gründe dafür machen kannst, warum Du etwas lernen möchtest, um so besser kannst Du Deine Wahl darin treffen, zu entscheiden, was Du erlernst und welche Quellen Du auswählst. Es gibt keinen Mangel an Lehrvideos auf dem Markt. Einige sind gut, andere sind es weniger. Dadurch, daß Du weißt, was Du erlernen möchtest, magst Du nicht immer die besten Videos bekommen, aber zumindest wirst Du es vermeiden, Geld zu verschwenden für Videos, die nicht das unterrichten, woran Du interessiert bist!

Es gibt viele Gründe dafür, warum eine Person einen Wunsch dafür haben mag, etwas über Messer und Selbstschutz zu erlernen. Einige Leute möchten schnell Selbstverteidigung lernen, während andere etwas mehr Kampfkünstlerisches erlernen wollen. Einige folgen dem Pfad des Messerduells, während wieder andere bloß erlernen wollen, sich gegen ein Messer zu verteidigen – die Liste kann endlos weitergeführt werden!

Für einige Leute wird das Messer ein kleines Element in ihrer Trickkiste sein, während es für andere der Hauptbestandteil ihres Kampfkunsttrainings sein wird. Abhängig von Deinen eigenen Vorlieben und Gründen, wirst Du offensichtlich bestimmte Arten des Training und an Vorgehensweisen als im Vergleich zu anderen nützlicher für Dich finden. Dies läßt andere Methoden nicht “falsch” sein; sie sind ganz einfach nicht das, was Du im Augenblick benötigst. Später einmal magst Du feststellen, daß sie wertvolle Fertigkeiten anbieten, für die Du vorher keinen Nutzen gefunden hast oder die Du vielleicht sogar nicht verstanden hast!

Beispielsweise könnte eine Person, die etwas über Selbstverteidigung lernen möchte, ein Jahr oder mehr damit verbringen, eine spezielle Kata (Einzelkampfform) von einem Video zu erlernen. Falls sie nicht bereits eine Grundlage in traditionellen asiatischen Künsten besitzt, würde sie wahrscheinlich bloß frustriert werden und aufgeben! Obwohl sie eine Menge über einen bestimmten Stil der Kampfkünste gelernt haben mag, wird sie am Schluß nicht unbedingt sehr viel erlernt haben für ihr Ziel der Selbstverteidigung.

In dem selben Jahr könnte allerdings ein Anfänger einen vollständigen, rationalen Selbstverteidigungskurs (wie z.B. COMTECHs Drawpoint-Methode) erlernt haben und ziemlich gut darin geworden sein. Dies liegt an Dir! Das eine ist nicht notwendigerweise besser als das andere – alle Künste und Lehrer sind unterschiedlich und haben sehr unterschiedliche Prioritäten (und in der Tat mögen sie viele gemeinsame technische Elemente und Taktiken miteinander teilen), aber bestimmte Künste und Lehrer sind, abhängig von Deinen Bedürfnissen, besser!

Hast Du erst einmal festgelegt, was Du erlernen möchtest, mußt Du herausfinden, wer Videos anbietet, die sich damit befassen und dann entscheiden, welche davon Du überprüfst. Kampfkunst-, Messer- und Waffenzeitschriften sind gefüllt mit Anzeigen für Videos, ebenso Kataloge von speziellen Verlagen wie z.B. Paladin Press. Manche Kampfkunstgruppen bieten ebenfalls Videos direkt über ihre Webseiten an.

Grundsätzlich bekommst Du von den Videos das, was Du für sie bezahlst, und es ist von Vorteil, Videos von bekannten Lehrern zu kaufen (selbst falls sie ein paar Dollar mehr kosten) als diejenigen von den unbekannten. Es liegt nahe, daß falls jemand ein wohl bekannter Ausbilder ist, der eine Menge an Lehrgängen abhält und von dem jeder gut spricht, seine Videos wahrscheinlich Dinge enthalten, die es wert sind, angeschaut zu werden.

Das alte chinesische Sprichwort “Kaufe das Beste, weine einmal, kaufe Billiges, weine zweimal” ist sehr zutreffend in diesem Fall!

8 Schritte, um das Lernen von Videos zu meistern

Hast Du erst einmal ein Video ausgewählt, folge diesen acht einfachen Schritten, und Du wirst überrascht sein, wie wirkungsvoll Du in der Lage sein wirst, zu lernen! Ich habe diesen Vorgang über die Jahre hinweg viele Male eingesetzt, um schnell und erfolgreich von Videos zu lernen, sowohl in den Kampfkünsten als auch in anderen Interessengebieten. Es ist eine spaßmachende, interaktive Methode des Lernens, die Deine Lernzeit wirklich profitabel macht!

  • Schau das Video einmal ganz an, bloß um einen Überblick zu bekommen. Schreibe die allgemeinen Themen auf, ohne Dir darüber Sorgen zu machen, zu spezifisch zu werden. Achte mehr auf das Video als darauf, was Du schreibst.
  • Schau Dir das Video ein zweites Mal an und verfeinere die ursprüngliche Kurzfassung. Schreibe irgendwelche Schlüsselpunkte auf, die der Sprecher anspricht, aber beschreibe die körperlichen Techniken nur in einer allgemeinen Art und Weise. Du solltest das Zählwerk auf Null zurückstellen am Anfang des Videos und beachten, wo ungefähr auf dem Video jede Technik ist. Auf diese Weise wirst Du leicht in der Lage sein, die einzelnen Technikabschnitte wiederzufinden, falls Du eine Frage hast.
  • Schau Dir das Video ein drittes Mal an und verfeinere die zweite Kurzdarstellung, indem Du jede Technik beschreibst mit so vielen Details, wie Du nur kannst. Steh auf und führe die Bewegung gleichzeitig mit dem Darsteller auf dem Bildschirm aus. Schreibe dann in Deinen eigenen Worten auf, wie man sie ausführt.
  • Übe an Hand von diesem dritten Satz an Notizen und sieh nach, ob Du erfolgreich durch all die Techniken gehen kannst, die Du aufgeschrieben hast. Notiere irgendwelche zusätzlichen Bemerkungen, um klarzustellen, wie man das Material ausführt und schreibe irgendwelche Fragen auf, die Du über Besonderheiten haben magst.
  • Schau Dir das Video ein viertes Mal an. Lies Deine Notizen durch, während Du das Video betrachtest, um sicherzugehen, daß Du keinerlei Details übersehen hast. Finde die Antworten auf Deine Fragen heraus, und überarbeite Deine Notizen entsprechend.
  • Übe nach Deinen überarbeiteten Notizen und, wie zuvor, überarbeite sie, wo notwendig. Versuche, Deine Notizen aus dem Gedächtnis heraus nachzuschreiben und vergleiche sie mit Deinem Originalsatz – dies wird Dir sofort zeigen, was Du nicht weißt!
  • Bringe einem Freund das bei, was Du gelernt hast, und Du wirst überrascht sein, was es Dir über das Thema beibringt – sowohl über das, was Du weißt als auch über das, was Du nicht weißt! Noch besser ist, Deinen Freund das selbe Video anschauen zu lassen und seine oder ihre eigenen Notizen machen zu lassen. Sie mögen zu allen Arten von Einsichten kommen, zu denen Du nicht gekommen bist und umgekehrt.
  • Überprüfe regelmäßig Deine Notizen, um sicherzustellen, daß Du sie verstehst und daß Du Dich an all die Informationen aus ihnen sofort erinnern kannst. Bewahre alle Deine zusammengefaßten Notizen in einem Hefter auf, und Du wirst in der Lage sein, Dich an all die Videos, die Du jemals angeschaut hast, auf einen Blick zu erinnern!

Indem Du diesem achtstufigen Ablauf folgst, wirst Du das Video in nur ein paar wenigen Sitzungen in ein geschriebenes Format umgewandelt haben und ein handfestes, kleines Dokument haben, auf das Du zurückgreifen kannst. Dadurch, daß Du Dinge in Deinen eigenen Worten aufschreibst (und sie neu beschreibst), bist Du in dem Lernprozeß auf vielen Stufen aktiv und wirst das Material besser behalten und in einem viel schnelleren Tempo aufnehmen. Durch das Analysieren von Bewegung und Technik auf diese Art und Weise wirst Du eine tiefere Einsicht erlangen in das Wie und Warum der Kampfkünste.

Den acht Schritten zu folgen erfordert von Dir, das Video nur viermal durchgehend anzuschauen und macht es erforderlich für Dich, vier Sätze von fortschreitend detailreicheren Notizen aufzuschreiben. Angenommen, Du würdest ein einstündiges Video anschauen, dann sollte dieser gesamte Vorgang des Anschauens und Notizenmachens nur insgesamt etwa sechs bis acht Stunden dauern.

Am Ende wirst Du eine Zusammenfassung des gesamten Videos so klar und deutlich aufgeschrieben haben, daß Du von ihr üben kannst und Dich sofort an die Informationen aus dem Video erinnerst, wann immer Du sie betrachtest!

Denke daran, daß obwohl die Tips in diesem Artikel sich darauf konzentrieren, Dich in die Lage zu versetzen, Material von Videos schnell zu erlernen und zu behalten, sie angepaßt werden können, um auch aus Büchern schneller zu lernen. Hast Du erst einmal diesen einfachen achtstufigen Vorgang des Aufnehmens von Informationen begonnen, wirst Du auch viele andere Anwendungen für ihn erkennen. Fröhliches Lernen!


Artikel Zwei:

Videounterricht im Vergleich zum Unterricht mit einem lebendigen Lehrer
und Nachmachen des Kampfkunstunterrichts

Professor Dr. Bobby Newman, Queens College,
CUNY (The City University of New York) und Orca Dragon Kenpo

Diese wissenschaftliche Arbeit wurde im Mai 1997 in Chicago, Illinois auf der Jahrestagung der International Association for Behavior Analysis vorgelegt.

Übersicht

Videokassetten, die versprechen, sportliche Fertigkeiten zu lehren, sind heutzutage überall erhältlich. Auf Videos basierender Unterricht ist ein blühender Geschäftszweig. Die Wirksamkeit eines solchen Unterrichts im Bezug auf die Kampfkünste ist allerdings bisher zuvor noch nicht in einer systematischen und kontrollierten Art und Weise untersucht worden. Die hier vorliegende Forschungsarbeit ist ein Vergleich zwischen dem Vormachen durch eine lebende Person und der Nachahmung der Kampfkunsttechniken im Vergleich zum Videounterricht von Techniken des gleichen Schwierigkeitsgrades. Ein alternierendes Behandlungs-Design (engl.: Alternative Treatment Design, kurz ATD) wurde eingesetzt. Eine Serie von handelsüblichen Videokassetten wurde verglichen mit einem lebenden Trainer im Bezug auf die Schnelligkeit der Schüler im Meistern von zehn wahllos ausgewählten Techniken. Die Schnelligkeit beim Erlernen der Techniken unterschied sich nicht zwischen den beiden Lehrformaten. Schlußfolgerungen und Warnungen für dieses Ergebnis werden besprochen.

Videounterricht im Vergleich zu lebendigem Vormachen
und Nachmachen beim Kampfkunstunterricht

In den letzten Jahren hat es einen Boom im gewerblichen Verkauf von Videokassetten gegeben, die dazu bestimmt waren, die Betrachter in bestimmten Fertigkeiten zu unterrichten. So hat beispielsweise die Blockbuster- Videothekenkette einen ganzen Abschnitt denjenigen Videos gewidmet, die dazu bestimmt sind, den Betrachtern solche verschiedenartigen Fertigkeiten zu lehren wie Brustkrebserkennung, Kindersicherheit im Haushalt und Selbstverteidigung für Frauen. Der Sportabschnitt von Blockbuster ist ebenfalls voll von “praktischen Lehrvideos”, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Unterricht in Sportarten (insbesondere Aerobics).

Auf Videos basierender Unterricht ist im Bezug auf seine Wirksamkeit im Vermitteln von unterschiedlichen Fertigkeiten untersucht worden (z.B. Avila, Biner, Bink, & Dean, 1995; Hansen, 1994; Kotter, Auffenfeld, Jungst, & Strucholz, 1990; Michael, Klee, Bransford, & Warren, 1993; Seymour, et al. 1994). Beeinflußt durch den Erfolg des Videotrainings in solchen Untersuchungen, vermehren sich Trainingsvideos und bieten Unterricht sowohl in beruflichen als auch in Freizeitaktivitäten an.

Die Welt der kommerziellen Kampfkünste hat ein ähnliches Phänomen zu verzeichnen. In der Tat ist die Kampfkunstgemeinschaft heute angewiesen auf solche Videos für einen enormen Anteil an den Werbeumsätzen, die die Zeitschriften der Branche am Laufen halten. Aktuelle Ausgaben von Black Belt, Martial Arts Training, Inside Karate und Karate International von 1997 wurden analysiert, um festzustellen, wie viele Seiten Werbeanzeigen für Videounterricht enthalten. Erstaunliche 35%, 39%, 36% bzw. 23% der Seiten dieser Zeitschriften enthalten solche Anzeigen. Buchstäblich Hunderte von unterschiedlichen Stilen und Schulen der Kampfkünste werden auf diesen Seiten repräsentiert, wobei einzelne Videos zwischen US$ 19,95 und US$ 59,95 kosten, während vollständige Systeme für bis zu US$ 500,- angeboten werden. Trotz der offensichtlich weit verbreiteten Beliebtheit dieser Videos konnte kein Beweis für die Wirksamkeit solcher Videos im Bezug auf Kampfkunstunterricht gefunden werden. Der angehende Betrachter muß sich hier auf die Aussagen von anderen verlassen, was bestenfalls eine zweifelhafte Maßnahme ist.

Die vorliegende Untersuchung ist ein Versuch, die Wirksamkeit eines solchen, auf Videos basierenden Unterrichts zu messen im Vergleich zu einem persönlichen Training mit einem Kampfkunstlehrer in einem Einzelunterricht-Format. Techniken von vergleichbarer Schwierigkeit (d.h. gleicher Gurtstufe) werden entweder von dem Lehrer unterrichtet oder von den Videokassetten einer Schule, die eine Variation des Kenpo Karate durch Videounterricht lehrt. Ein alternierendes Behandlungs-Design wird verwendet werden, um die beiden Arten des Unterrichts zu vergleichen.

Methode

Testpersonen

Die Testpersonen sind drei Frauen ohne jede Erfahrung in den Kampfkünsten. Alle drei Frauen sind Mitte 20 und in offensichtlich gutem Gesundheitszustand.

Versuchsanordnung und Vorgehensweise

Ein alternierendes Behandlungs-Design (ATD) wurde verwendet, um die beiden Systeme des Unterrichts miteinander zu vergleichen. Jede Testperson wurde für sich allein trainiert. Jeder Testperson wurden zehn unterschiedliche Techniken beigebracht, entweder im privaten Einzelunterricht mit einem geprüften Fitneßtrainer und Schwarzgurt in dem System oder durch die im Handel erhältlichen Videokassetten. Alle zehn Techniken wurden am selben Tag von jeder der Testpersonen trainiert.

Zwei Testpersonen wurden bei sich zu Hause unterrichtet, während die Dritte in einer gewerblichen Einrichtung unterrichtet wurde. Vor jedem Training wurden die Testpersonen darum gebeten, sich zu dehnen und sich auf den Unterricht des Tages vorzubereiten. Einem Aufwärmen mit grundlegenden Dehnübungen und Gymnastikübungen folgend, wurde das Training des Tages durchgeführt. Die Testpersonen erhielten Informationen und Demonstrationen entweder von dem Video oder von dem Lehrer. Dann übten sie die Technik mit dem Lehrer. Wenn die Information allerdings von dem Video gekommen war, nahm der Lehrer keine Korrekturen vor oder vermittelte irgendwelche Informationen. Er diente lediglich als ein Angreifer, als eine Figur für die Testperson, um die Techniken daran zu üben. Die Techniken wurden dreimal vorgemacht, entweder auf dem Fernsehschirm oder von dem Lehrer, und dann übte die Testperson die Technik, bis sie sie (nach dem Urteil des Lehrers) perfekt ausführte.

Ergebnisse

Zwischen allen drei Testpersonen gab es keine echten Unterschiede in der Schnelligkeit des Erlernens der unterschiedlichen Techniken.

Alle Testpersonen waren in der Lage, die Techniken innerhalb von zehn Versuchen des Übens der Technik wirkungsvoll auszuführen. Keine systematischen Unterschiede zwischen den beiden Methoden des Unterrichts sind offensichtlich.

Diese Ergebnisse unterstützen die Verwendung von auf Videos basierendem Unterricht für die Entwicklung von Fertigkeiten in den Kampfkünsten. Die Testpersonen erlernten die Techniken gleich schnell von einer Videokassette wie von einem lebendigen Lehrer. Allerdings können die Videos die Fertigkeiten zu für den Käufer viel niedrigeren Kosten vermitteln. Einige Warnungen sind jedoch angebracht.

Als erstes muß betont werden, daß in der Lage zu sein, eine Technik in der Behaglichkeit des eigenen Heims unter kontrollierten Bedingungen mit einem nicht bedrohlichen Trainingspartner zu demonstrieren eine Sache ist. In der Lage zu sein, die Technik wirklich auf der Straße auszuführen, ist jedoch eine ganz andere. Dieser selbe Einwand ist allerdings auch gegen viele moderne Kampfkunstdojos vorgebracht worden, in denen gepolsterte Matten und Trainingspartner, die kooperieren und keine echten Messer oder Schußwaffen hervorziehen, die Regel sind. Furcht vor Verletzungen und Gerichtsverfahren haben das Ausmaß eingeschränkt, in dem sich Teilnehmer in manchen Kampfkunstschulen tatsächlich gegenseitig in irgendeiner realen Art und Weise treffen (oder es überhaupt nicht tun). Tatsache ist, daß in einer anderen Reihe von im Handel erhältlichen Videokassetten (nicht denjenigen, die für die hier vorliegende Untersuchung verwendet wurden) der Lehrer sich sehr darum bemüht, zu erörtern, wie sich seine Schüler tatsächlich niemals gegenseitig treffen als ein Mittel, um Kontrolle zu demonstrieren und erörtert, wie viele der Übungen tatsächlich aus Sicherheitsgründen ziemlich choreographiert sind (unter Verlust des Realismus).

Zweitens sollte es ebenfalls beachtet werden, daß die Techniken, die ausgewählt worden sind, vom Gelb- bis zum Violettgurt reichten. Solche Ergebnisse mögen mit den fortgeschritteneren Techniken der höheren Gurtstufen nicht wiederholbar sein. Obwohl es mehr Übung erfordern mag, um diese Fertigkeiten zu erlernen, gibt es jedoch keinen Grund dafür, zu erwarten, daß es irgendwelche Unterschiede zwischen den Methoden des Unterrichts bei der Schnelligkeit des Erlernens geben würde.

Drittens waren die Techniken, die unterrichtet wurden, genau das: Techniken. Die Fertigkeiten der Schüler wurden nur gemessen in Bezug auf das “Wie” der Technik. Kampfkunstlehrer werden schnell darauf hinweisen, daß in dieser Untersuchung kein Versuch unternommen wurde, das “Warum” der Technik zu messen. Obwohl es wahr ist, daß das Meistern der größeren Philosophie in dieser Untersuchung nicht geprüft wurde, sollte darauf hingewiesen werden, daß die Serie der in dieser Untersuchung verwendeten Videos begleitet wird von einer Reihe von Audiokassetten, die die Philosophie des Systems erörtern.

Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, daß Personen, die mit gutgemachten Kampfkunstunterrichtvideos trainieren, in der Lage sein werden, die Techniken genauso wirkungsvoll zu erlernen wie von einem Lehrer. Was allerdings noch eine offene Frage ist, ist, ob Personen in der Tat trainieren und üben werden. Die soziale Verstärkung, die von der Zugehörigkeit zu einer gewerblichen Einrichtung herkommt, mag einige Schüler zum Wiederkommen bringen, selbst wenn der Fortschritt nur langsam ist. Solche sozialen Verstärkungen werden bei dem Videounterricht fehlen. Schüler, die das gesellschaftliche Element für die Motivation benötigen, werden wahrscheinlich nicht so viel Fortschritt beim Videounterricht machen. Fortschritt beim philosophischen Gesichtspunkt der Kampfkünste mag gleichermaßen beeinträchtigt sein. Es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, daß die Kampfkunstakademien auf irgendeine Art und Weise wirkungsvoller sind als aufgenommenes oder aufgeschriebenes Material, wenn es um das Erlernen solcher Informationen oder um das Verhindern von Aussteigern geht.

Literaturnachweis

Avila, R. A., Biner, P. M., Bink, M. L., & Dean, R. S. (1995). An evaluative study of college student performance and attitudes. Psychology in the school, 32, 38-45.

Hansen, E. J. (1994). Interactive video for reflection: Learning theory and a new use of the medium. Computers in human service, 11,31-47.

Kotter, L., Auffenfeld, A., Jungst, K. L., & Strucholz, H. (1990). Optimization of teaching and learning of concepts. Computers in human behavior, 6, 3-15.

Michael, A. L., Klee, T., Bransford, J. D., & Warren, S. F. (1993). The transition from theory to therapy: Tests of two instructional methods. Applied cognitive psychology, 7, 139-153.

Seymour, G. J., Stahl, J. H., Levine, S. L., & Ingram, J. L. et al. (1994). Modifying law enforcement training simulation for use in basic research. Behavior research methods, instruments and computers, 26, 266-268.

Anmerkungen des Autors

Die in dieser Untersuchung verwendeten Videos wurden von der Dragon Kenpo Karate Academy hergestellt. Ed Hutchinson ist der Gründer dieses Systems und der Lehrer in dieser Serie.


Artikel Drei:

NEUN SCHRITTE FÜR EIN ERFOLGREICHES LERNEN UND TRAINIEREN MIT DVD UND VIDEO

(Anleitung ©2004 by Michael-Kahnert-Verlag)

Schritt 1:Finde einen guten Trainingspartner

Obwohl Du einige Disziplinen (wie z.B. das Combatschießen) von einer DVD alleine erlernen und trainieren kannst, ist das Erlernen von Kampfkunst- und Selbstverteidigungstechniken viel einfacher mit einem Trainingspartner. Ein guter Trainingspartner betrachtet außerdem das Lehrmaterial von einem anderen Blickwinkel aus und ist eine außerordentlich wichtige Quelle für ein Feedback über Deine Fortschritte.

Schritt 2: Besorge Dir die richtige Trainingsausrüstung

Falls es Dir ernst damit ist, Deine Fähigkeiten zu entwickeln, wird es notwendig für Dich sein, ein Kontakttraining mit Deinem Partner zu machen. Und der einzige Weg, um dies sicher und verantwortungsbewußt zu tun, ist, die richtige Schutzausrüstung zu benutzen. Abhängig von dem Thema der DVD, kann diese alles einschließen, von Bodenmatten über Boxhandschuhe und Schlagpolstern bis hin zu Übungswaffen und Holzpuppen. Stelle sicher, daß Du all die Ausrüstung hast, die Du benötigst, um sicher zu trainieren.

Schritt 3: Investiere in eine qualitativ gute
Videoausrüstung und stelle sie richtig auf

Je besser Du eine DVD sehen und ihre Wiedergabe kontrollieren kannst, desto besser sind Deine Chancen, erfolgreich davon zu lernen. Besorge Dir einen DVD-Spieler mit Zeitlupe, Standbild und Einzelbildfunktion sowie einer Fernbedienung. Diese Funktionen werden es Dir ermöglichen, die Bewegungen auf der DVD in größerem Detail zu analysieren, wodurch es leichter wird, sie zu verstehen und zu üben. Ein großer Farbfernseher bietet außerdem ein größeres, leichter zu erkennendes Bild, das es Dir erlaubt, die Bewegungen auf einen Blick zu sehen, so daß Du zur selben Zeit schauen und trainieren kannst.

Schritt 4: Zuerst Anschauen, dann Nachmachen

Wenn Du und Dein Trainingspartner zuerst damit anfangt, eine DVD anzuschauen, werdet ihr aufspringen und sofort mit dem Üben anfangen wollen. Macht das nicht. Statt dessen schaut Euch die ganze DVD bis zum Ende an, nehmt all die Informationen in Euch auf und achtet darauf, wie die unterschiedlichen Teile des Unterrichts zusammenpassen und aufeinander aufbauen.

Schritt 5: Analysiert die DVD und teilt das
Lehrmaterial in logische Abschnitte auf

Hast Du erst einmal die gesamte DVD angeschaut, schau sie Dir noch einmal an und unterbreche es am Ende des ersten logischen Abschnitts. Dann spule es zurück und schau Dir diesen Abschnitt nochmals an, konzentriere Dich aber nur auf einen Gesichtspunkt der Darstellung, z.B. auf die Beinarbeit des Ausbilders. Wenn Du das Ende dieses Abschnitts erreicht hast, steh auf und übe bloß diese Beinarbeit. Nun schau Dir denselben Abschnitt erneut an und konzentriere Dich auf einen anderen Gesichtspunkt der Technik und übe nur diesen. Fahre damit fort, Bewegungen zu isolieren und einzeln zu üben, bevor Du sie zu der kompletten Technik zusammensetzt und sie integrierst.

Schritt 6: Stelle Dich auf dieselbe Art und Weise
hin wie der Ausbilder auf dem Bildschirm

Wenn Du die Bewegungen eines Ausbilders beobachtest und nachmachst, richte Dich in derselben Richtung aus wie der Ausbilder auf dem Bildschirm, so daß Du direkt in Zusammenhang mit seinen Aktionen stehst. Setze Zeitlupe und Standbilder ein, um komplizierte oder verwirrende Bewegungen zu analysieren. Bist Du erst einmal vertraut mit den Bewegungen, tauschst Du die Plätze mit Deinem Trainingspartner und läßt ihn sie ausführen. Am Allerwichtigsten ist, daß Du nicht zu einem weiteren Abschnitt der DVD weitergehst, solange Du nicht denjenigen, den Du gerade trainierst, gründlich verstehst.

Schritt 7: Nimm ein Video von Dir selbst auf

Fühlst Du Dich fähig genug mit einer bestimmten Bewegung, dann stelle eine Videokamera auf und nimm Dich selbst und Deinen Trainingspartner in Aktion auf, aus demselben Blickwinkel, der auf der DVD gezeigt wird. Dies wird es Dir ermöglichen, Deine eigene Ausführung objektiv zu beurteilen, indem Du sie mit der Darstellung des Ausbilders vergleichst.

Schritt 8: Vergleiche Dein Heimvideo mit der Lehr-DVD

Überprüfe nochmals den Lehrabschnitt und überprüfe dann Dein eigenes Video mit einem kritischen Blick und achte auf Fehler und Widersprüchlichkeiten. Falls möglich, besorge Dir ein zweites Fernsehgerät und vergleiche die beiden Filme nebeneinander. Benutze Zeitlupe und Standbilder, um irgendwelche Fehler zu analysieren. Beachte diese sorgfältig und überprüfe die Lehr-DVD nochmals, um korrigierende Eingriffe vorzunehmen. Wird dies richtig gemacht, dann kann diese Methode der Selbstkritik fast genauso wertvoll sein wie das Feedback von einem Lehrer, wenn es darum geht, Fehler und schlechte Angewohnheiten zu korrigieren und abzustellen

Schritt 9: Kaufe Dir gute Lehr-DVDs

Die besten Lehr-DVDs zeigen sowohl Nahaufnahmen und Gesamtaufnahmen des Materials, als auch einzigartige Kamerawinkel (wie z.B. Aufnahmen von oben), welche es Dir ermöglichen, die Bewegungen auf der DVD leicht zu verstehen und nachzumachen. Lerne, DVDs mit einem kritischen Auge zu betrachten und den Unterschied zu erkennen zwischen “Demo”-DVDs, die Material zeigen, ohne den Nutzen der detaillierten Anweisungen und Kameraarbeit zu bieten, und wahren Lehr-DVDs, in denen sowohl der Ausbilder als auch der Hersteller ihr Bestes versuchen, um das Material für den Betrachter verständlich zu machen. Lerne Qualität zu schätzen und nutze dieses Wissen, um DVDs von Firmen zu kaufen, denen Du vertrauen kannst.