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Gabriel Suarez

GabeSuarezIch wurde auf Kuba geboren, direkt, nachdem Castro und seine Jungs die Insel übernommen hatten. Mein Vater wurde an einem einzigen Nachmittag von einem reichen Geschäftsmann zu einem Nichts. Glücklicherweise war er in der Lage, unsere Familie rauszubringen und in den Vereinigten Staaten neu anzufangen. Ich vermute, dies beflügelte meinen Wunsch nach persönlicher Freiheit und Eigenständigkeit, welche mich schließlich zu den Kampfkünsten und der Schußwaffe führten.

Mit der Eigenständigkeit kommt ein viel größerer Grad an individueller Freiheit, als Du ihn hast, wenn Du wegen Dingen abhängig bist von denjenigen Personen, die an der Macht sind. So viele Amerikaner verbringen heutzutage eine große Menge an Zeit und Anstrengung damit, die Wichtigkeit der Freiheit zu diskutieren, wenn alles, was sie wirklich wollen, es ist, daß jemand sich um sie kümmert – sie füttert, sie beschützt und so weiter. Frage sie danach, Dir zu sagen, was Freiheit wirklich ist, und sie werden dastehen und sich ihre Köpfe kratzen. Sie sind dazu bereit, alle ihre gottgegebenen Rechte, die in der Verfassung festgeschrieben sind, aufzugeben, damit sie frei von den Verantwortungen der Freiheit sein können. Vielleicht sollten solche Leute mal für eine Woche auf Kuba leben. Ich denke, sie würden mit einem sehr unterschiedlichen Blickwinkel für die Dinge zurückkehren.

Ich begann mein Kampftraining 1970 mit Kyokushinkai Karate im YMCA von Burbank in Kalifornien. Dies war ein großartiges Zeug für einen dürren 10-jährigen Jungen. Es war eine sehr gewalttätige und kraftvolle Art des Karate, die sich auf Vollkontakt-Kampfanwendung mit bloßen Fäusten konzentrierte, lange bevor Vollkontakt in Schutzausrüstung oder die Ultimate Fighting Championships (UFC) populär wurden. Dieses Training war nicht wie vieles von dem, was Du in den heutigen “Schwarzgurtfabriken” siehst; es gab mir eine Wertschätzung für die Dynamiken des Konflikts und gewöhnte mich an körperliche Gewalt. Falls Schüler körperlich dazu in der Lage sind, empfehle ich, auf der Realität basierendes Kampfkunsttraining als eine Grundlage für die Gesamtpackung zu erhalten. Die Schußwaffe hinzuzufügen scheint eine natürliche Steigerung zu sein. Es ist viel leichter, einem realistischen Kampfkünstler und Kämpfer das Schießen beizubringen, als es ist, einem Schützen beizubringen, wie man kämpft.

Mein frühes Training brachte mir bei, wie man wirklich Bestrafungen austeilt und einsteckt – keine Schutzpolster, keinen Zahnschutz, rein gar nichts. Ich blieb bei diesem ultraharten Stil für viele Jahre und brachte es bis zum 3. Dan. Der Test für den 3. Dan war schon etwas ganz besonderes: Mas Oyama, Gründer des Kyokushinkai Karate, besuchte die Vereinigten Staaten und saß während eines Prüfungsteils dabei. Sprich mal über Druck! Wir machten so viele Kata, daß wir Blasen über Blasen hatten. Wir mußten 8 Kilometer barfuß laufen, 1,6 Kilometer schwimmen, im Bankdrücken unser eigenes Körpergewicht schaffen und Kämpfen, bis wir nicht mehr konnten. Dann kamen selbstverständlich auch noch all das Bretter- und Steinezerschlagen. An kalten Tagen habe ich manchmal noch immer Schmerzen in meinen Händen von diesen Tagen.

Nach 13 Jahren in Kyokushinkai (und einem Sandan, dem 3. Dan) wurde ich rastlos und fing ich an, stilübergreifend in anderen Kampfsystemen zu trainieren auf meiner Suche danach, die allerbesten zur Verfügung stehenden Methoden zu erlernen. Diese Studien schlossen Taekwondo (kampf- und nicht sportorientiert), Shi Pal Ki Kung Fu, Hapkido, westlichen Messerkampf, Jeet Kune Do, Silat, westliches Boxen und Ringen, Tantojutsu, Ju Jitsu, Muay Thai, Krav Maga, Kali und eine Handvoll anderer Kampfsysteme ein, und ich trainierte mit jedem, der etwas Interessantes zu bieten hatte, einschließlich den Dog Brothers. Was den Messerkampf angeht, habe ich mit solchen Meistern wie Tom Sotis (AMOK!), Michael Janich (Martial Blade Concepts) und Master-at-Arms James Keating (COMTECH) trainiert und bin ein durch Keating zertifizierter Bowiemesser-Ausbilder in ABC (American Blade Concepts).

Ich nahm dieses Auswählen-und-Übernehmen mit mir mit, als ich 1983 meine erste Schule eröffnete. Ich besaß und leitete zwischen 1983 und 1987 diese Kampftrainingsschule, in der ich integrierte Kampfkonzepte im “alten Stil” unterrichtete. Wir unterrichteten eine Mischung aus dem, was ich gelernt hatte und hatten einen Tag für offenes Training, an dem wir uns praktisch für mehrere Stunden gegenseitig zusammenschlugen und dann losgingen, um Pizza zu essen und ein paar Bier im Pizza Hut zu haben. Ich weiß nicht, ob Du das heutzutage mit all diesen Haftungsbedenken und Schadensersatzansprüchen noch so machen kannst. Wir hatten ein medizinisches Notfallzentrum auf dem selben Parkplatz, und falls jemand einen Zahn verloren oder einen Knochen gebrochen hatte, schickten wir ihn dort rüber. Es war ein klassischer Kampfsaal, und es roch nach Schweiß und Blut und Schmerz. Ich grinse noch immer, wenn ich an diese Tage zurückdenke.

Ich habe dies noch niemals zuvor zugegeben, aber einer der Gründe dafür, warum ich die Polizeiarbeit anfing, war der, weil ich mich selbst gegen die bösen Jungs testen wollte. Ich hatte bis zu diesem Punkt für 16 Jahre trainiert, und ich hatte diese große Frage in meinem Herzen, die ich beantwortet haben mußte: Wie würde ich abschneiden? Wie würden mein Training und meine Fertigkeiten bestehen? (Es ist schon komisch, jetzt daran zurückzudenken, aber viele meiner Schwarzgurtschüler gingen auch zur Polizei, kurz nachdem ich es tat.)

Um diese Frage zu beantworten, suchte ich größere Herausforderungen, bewarb mich 1986 bei der Los Angeles County Sheriff’s Academy und wurde angenommen. Ein paar Monate später geriet ich in einen Kampf mit einem wirklich miesen Typen und tat, was ganz natürlich kam: Ich schlug ihn sechs oder sieben Mal mit Faustschlägen mit der hinteren Hand. Es funktionierte...gewissermaßen. Aber dann schaute ich mir meine Hände an. Ich hatte ihm in den Mund geschlagen, und meine Hände waren von seinen Zähnen aufgeschnitten. Dies war in dem Zeitraum, als Aids zu einer Besorgnis wurde. Da war ich also, stand herum und schaute auf diese blutigen, makiwara-trainierten Knöchel, mich fragend, ob ich mir gerade eine Art von schleichender Verseuchung eingefangen habe. Glücklicherweise war ich okay, aber diese Erfahrung brachte mich dazu, Dinge zu bewerten, über die ich niemals zuvor nachgedacht habe.

Bei dieser südkalifornischen Polizeibehörde machte ich Einzelstreifendienst und arbeitete verdeckt gegen Gangs und in der Drogenfahndung und bin eines der Gründungsmitglieder sowohl des Spezialeinsatzkommandos als auch der Scharfschützeneinheit gewesen. Während meiner Dienstzeit in Uniform war ich in eine große Anzahl von Schießereien verwickelt. 1991 erhielt ich die Tapferkeitsmedaille der Polizei für Aktionen während eines tödlichen Feuergefechts mit bewaffneten Bandenmitgliedern.

Seit dem habe ich immer eine sehr pragmatische Vorgehensweise für jedes Kampfkonzept oder jede Kampfmethode gewählt, ganz egal, ob es Schußwaffen, Messer oder Fäuste beinhaltet. Dies hat mich bei traditionellen Trainern in der Schußwaffenwelt nicht gerade beliebt gemacht (ich denke, es muß einen Suarez-Hass-Club irgendwo da draußen geben). Aber ich stelle alles in Frage. Du mußt dies tun. Ärzte sind nicht die einzigen, die ihre Fehler begraben. So weit es die Feuerwaffenseite der Packung angeht, hatte ich mir größtenteils alles selbst beigebracht bis zu dem Punkt, als ich in den Polizeidienst eintrat. Dann öffneten mir meine Empfehlungen eine Menge an Türen fürs Training. Also nahm ich jede Gelegenheit war, um zu lernen. Ich werde schmerzhaft ehrlich sein: Die meisten Polizei-Schießschulen sind Müll und sind mehr daran interessiert, Toleranz und politisch korrektes Schießen zu unterrichten als Feuerkampf. Wenn die Cops etwas über Schießereien lernen wollen, gehen sie zu zivilen Schulen. Die modernsten existieren im privaten Sektor.

Mein Wendepunkt kam 1989 , als ich losging, um mit Jeff Cooper an der Gunsite Academy zu trainieren. Jeff ist ein wahrer Krieger, und er half mir, das festzuschreiben, was die korrekte geistige Einstellung in einem Kampf ist. Polizeischulen lassen die Leute denken, daß sie in einer Schießerei auseinanderbrechen und zu weinen anfangen und solche Sachen. Cooper unterrichtete, daß dem nicht so ist und gab uns Alternativen zu den allgemein als üblich angesehenen Auffassungen. “Meinen Verstand richtig hinzubekommen” war meine Hauptkonzentration in jenen Tagen, und viel von dem, was ich seit damals gelernt habe, ist in meinemBuch, The Combat Perspective (erschienen in 2003), aufgeschrieben.

Kurz nach meinem ersten Training mit Jeff hatte ich das, was ich gelernt hatte, anzuwenden. Da war eines Abends ein Typ am Strand, der auf Menschen schoß. Dies war damals in den Tagen, als Du während Deiner Nachtschicht scheinbar alleine für die halbe Stadt zuständig warst, und der andere Typ, der in der Nacht arbeitete, war verantwortlich für die andere Hälfte. Es gab da keinerlei gegenseitige Hilfe oder irgendetwas; Du kümmertest Dich ganz einfach um die Angelegenheiten. Also machte ich das. Als ich den ersten Kontakt herstellte, versuchte der böse Typ, seine Beretta-Pistole hochzubringen und auf mich zu schießen. Er war nicht schnell genug, und ich schoß auf ihn, bevor er seine Waffe in Aktion bringen konnte. Das ganze Ereignis dauerte weniger lange, als es für Dich dauerte, um diesen Satz zu lesen. Aber wegen meines Trainings und meiner Konzentration verlor ich niemals die Kontrolle über das, was um mich herum vor sich ging. Mein Geist war “richtig”. Die bemerkenswerte Sache war, daß es so sehr wie im Training war, daß ich mich fast so fühlte wie: “Ist es das? Ist dies alles, was es damit auf sich hat?” Der Täter starb, kurz nachdem er in die Notaufnahme transportiert worden war.

Ich trainierte einige weitere Male mit Jeff. Wir wurden gute Freunde, und ich lernte mehr in den Unterhaltungen, die ich mit ihm in seinem Haus hatte, als in all den Polizeischulen, die ich jemals besucht hatte, zusammen. Ich schreibe ihm noch immer zu, mich in Begriffen des Schießens in die richtige Richtung gewiesen zu haben, aber ich unterrichte oder trainiere seine Methodik nicht mehr. Unabsichtlich vermischte ich über die Jahre die Kampfkunstkonzepte und die Schußwaffe, aber daß wurde mir erst später bewußt, als ich anfing, den Trainingslehrplan zu schreiben für einen meiner Kurse, den ich unterrichte: Close-Range Gunfighting (Nahdistanz-Schießen).

Es war Jeff, der mich zum Schreiben brachte. Ich war besorgt darüber, Dinge zu schreiben, die nicht mit dem derzeitigen taktischen Denken übereinstimmen. Jeff überzeugte mich, einfach das zu schreiben, was ich wußte und mich nicht darüber zu sorgen, was die Scheibtisch-Schützen denken würden. Ich bin froh, daß ich diesen Ratschlag angenommen habe.

Heute ist das Training, das ich anbiete, eine konzeptbasierende, aggressive Vorgehensweise beim Schießen. Ich habe dieses System sowohl überall in den Vereinigten Staaten als auch in Europa, Mittelamerika und Afrika unterrichtet. Das Training umfaßt einige Arbeit auf dem Schießstand, aber es schließt auch Nahkampf und eine gute Menge an interaktivem Training (bewaffnet Mann-gegen-Mann) ein. Diese vielseitige Methode des Trainings läßt einige traditionelle Schießlehrer sich sehr unbehaglich fühlen, aber Fortschritt tut dies manchmal bei Menschen. Ich bin nicht so besorgt über das Hineinpassen in eine bestimmte Methodik wie ich es darüber bin, die Aufgabe zu erfüllen, den Kampf zu gewinnen.

Suarez International zog kürzlich von Kalifornien auf ein schönes kleines Fleckchen Land in der Wildnis von Arizona. Die Nachfragen nach unserem Training sind in die Höhe geschnellt. Ich setze außerdem meine Reisekurse fort. Mein Kursplan für die letzten Jahre seit 2004 war voll ausgebucht, und ich erhalte schon Trainingsanfragen für die nächsten beiden Jahre. Ich arbeite daran, meine Mannschaft zu vergrößern und Ausbilder hinzuzufügen. Ich mache noch immer den Großteil der Ausbildungen und des Unterrichtgebens selbst, aber es gibt da einige öffentliche Projekte und Projekte im privaten Sektor, bei denen wir in Übersee und hier in den Vereinigten Staaten mit einbezogen sind, die in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich einen größeren Teil meiner Zeit erfordern werden. Wir haben Trainingsakademien in Spanien und in Costa Rica aufgebaut, und wir arbeiten ebenso an ein paar anderen Regionen. Wir haben außerdem Verträge mit einer sehr großen Firma in Übersee für das Training von mehreren Elite-Personenschutzteams auf Präsidentenebene für den Einsatz an “unruhigen Orten”. Nachdem ich mein sechstes Buch, The Combative Perspective, veröffentlicht habe, arbeite ich während wir sprechen schon an einem weiteren Band. Man könnte also sagen, daß ich ziemlich beschäftigt bin.

Alles, was wir unterrichten, hat sich im echten Kampf in der Realität bewährt. Der Stoff, den ich unterrichte und den meine Ausbilder Dir beibringen, wurde nicht von einem Video, einer DVD  oder aus einem Buch erlernt oder übernommen. Ganz im Gegenteil, er wurde in der berühmten harten Schule des Lebens erlernt und mit Blut bezahlt. Er ist kampferprobt.


von und mit Gabriel Suarez bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

The Tactical Advantage: The DVD: A Fighter’s Guide to Practical Handgun Tactics

Close-Range Gunfighting: Reality-Based Firearms Training for Realistic Situations

Force-On-Force Handgun Drills: A Video Guide to Interactive Gunfight Training

Kalashnikov Rifle Gunfighting: Too Simple to Be Tactical