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Hank Reinhardt

reinhardt1Ich kann mich nicht daran erinnern, daß es da jemals eine Zeit gab, in der ich nicht an Waffen und Rüstungen interessiert gewesen bin, obwohl ich mich daran erinnere, König Artus und Prinz Eisenherz gelesen zu haben, lange bevor ich in die Schule kam. Genau wie andere Kinder auch, liebte ich Cowboys und Indianer, Soldaten und Piraten, aber ich fühlte mich besonders hingezogen zu Kriegern und Rittern.

Ich bekam meinen ersten Geschmack für die Realität des Schwertkampfes, als nach Ende des Zweiten Weltkriegs mein Schwager 1946 zwei japanische Bajonette aus dem Südpazifik mit zurückbrachte. Ein Freund und ich fingen an, mit ihnen zu fechten und verwandelten sie schnell zu Metallsägen. Auf diese Weise begann ich, im Alter von 12 Jahren, zu vermuten, daß der Einsatz eines echten Schwertes sich von dem unterschied, was ich in den Filmen gesehen hatte. Ich las alles über das Thema, was ich in meine Hände bekommen konnte und brachte es fertig, eine große Menge an Geschichte bei diesem Vorgang mit aufzugreifen.

Etwa ein Jahr später fing eine Gruppe von uns mit einer “Wikinger-Gesellschaft” an und begann damit, hölzerne Schwerter und Schilde zu bauen und mit ihnen zu fechten. Dies dauerte etwa zwei bis drei Wochen an, bis die Eltern unsere Kriegsführung beendeten. Selbstverständlich fanden wir, daß sie unangemessen reagierten. Denn falls ich auf eine Finte einging und auf den Kopf geschlagen wurde, war das schließlich mein Fehler. Als ich schneller war und jemand gegen sein Bein schlug, nun, dann hätte er eben ausweichen sollen. Aber die Eltern hatten die überlegene Feuerkraft und brachten es fertig, meine frühen Experimente im Schwertkampf einzuschränken...zumindest für ein paar Jahre. Als Teenager kaufte ich ein paar Speere, ein Schwert und einige Khukris, aber das ernsthafte Sammeln und Studieren fing an, als ich zur U.S. Army ging und in Deutschland stationiert war. Meine Frau und ich nahmen jede Gelegenheit war, um die historischen Stätten und Museen von Europa zu besuchen, und es war eine nette Überraschung festzustellen, daß, falls Du ein echtes Interesse an den Waffen und Rüstungen hattest, die Leute erfreut waren, Dich die Artefakte begutachten zu lassen und mit ihnen über sie zu sprechen.

Es war in der Schweiz, wo ich mein erstes echtes Schwert gekauft habe, ein kurzes Schwert, daß aus dem Jahr 1820 stammte. Ich kaufte andere Gegenstände, während ich in Europa gewesen bin, aber nur wenige (schließlich verdienten Army-Gefreite 1957 nicht viel Geld).

Als ich in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, erhöhte sich meine Leidenschaft nicht nur für die Geschichte des Schwertes, sondern auch dafür, wie es tatsächlich im Kampf eingesetzt wurde. Ich begann mit dem Fechten und spielte herum mit den neu auftauchenden asiatischen Kampfkünsten, aber ich bin auch in einer Anzahl von Straßenkämpfen gewesen (ich bezeichne diese als meine wilde Zeit) und kannte den Unterschied zwischen dem, was passieren sollte und dem, was wirklich passiert. Meine Bücher- und Waffensammlung wuchs langsam; es war selbst damals schon ein teures Hobby, und es waren nur wenige Bücher erhältlich. 1960 veröffentlichte Ewart Oakeshott The Archeology of Weapons, welches das beste Buch ist, das jemals zu diesem Thema geschrieben worden ist. Als ich es las, wußte ich, daß Oakeshott genauso eine Leidenschaft für Schwerter hatte wie ich. Meine Wissbegierigkeit für Waffen und Rüstungen führte mich viele Pfade entlang, von denen ich in der Vergangenheit nicht zu träumen gewagt hätte, von Metallurgie über Leder- und Holzbearbeitung bis hin zu Geometrie und Physik. All diese Interessen vermischten sich mit meiner tiefen und beständigen Liebe für die Geschichte, um mich mit einigen scharfsinnigen Einsichten zu versorgen, als ich mit den Untersuchungen fortfuhr.

1966 wurde ich ein Sicherheitsingenieur und verließ meine Heimatstadt Atlanta, um eine Zweigniederlassung meiner Firma in Birmingham zu leiten. Über die nächsten 10 Jahre fuhr ich damit fort, Waffen und Bücher zu sammeln und fing außerdem an, herumzuschustern an der Herstellung von Kettenpanzern. Als ich 1968 mein erstes Kettenhemd fertiggestellt hatte, fing ich damit an, die Fähigkeit von Kettenpanzerung zu testen, wie sie gegen das Schwert ankommt. Die meisten meiner Schnittversuche fanden vorne vor dem Appartment statt, in dem wir damals lebten, und meine Nachbarn waren wunderbar. Sie behandelten mich mit dem größten Respekt (wahrscheinlich wegen meiner natürlichen Würde) und waren immer sehr hilfsbereit, d.h. regelmäßig vorschlagend, daß ich mich in Behandlung begebe (Was dämlich war; ich war in guter Form, konnte locker über 3 Kilometer in meinem Kettenhemd laufen und benötigte sicherlich keinerlei Hilfe darin, mit meinen Schwertern etwas zu zerschneiden. Aber ich denke, es war rücksichtsvoll von ihnen.).

Bald darauf hatten meine Frau und ich zwei Töchter, die wir absolut entzückend fanden. So bald sie zu sprechen anfingen, bezeichneten sie ihren Vater als einen “grimmigen Krieger” (Ich werde zugeben, daß ich sie ein wenig darauf trainiert habe, aber ich bin auch sicher, daß sie, in ihrer kindlichen Einfachheit, meine wahre Neigung sahen!). Sie waren immer ein wenig schockiert, wenn wir ein anderes Haus besuchten, in dem keine Schwerter, Speere und Äxte an den Wänden hingen. Ich konnte den Blick des Mitleids in ihren Augen sehen, wenn sie ziemlich höflich fragten, wo denn die Schwerter aufbewahrt werden und erfuhren, daß andere Leute keine solche Waffen haben. Ich gründete 1967 einen Ortsverband der Society for Creative Anachronism (SCA) in Birmingham. Es war eine Menge Spaß und brachte mich in Verbindung mit vielen anderen Leuten, die ähnliche Interessen teilten.

10 Jahre später verließ ich die SCA und Birmingham und kehrte in meine Heimatstadt Atlanta zurück. 1979 kam meine Frau bei einem Autounfall ums Leben, als meine Kinder 8 und 9 Jahre alt waren. Da ich nicht mehr länger herumreisen konnte, nahm ich allerlei Gelegenheitsjobs an, die sich mir anboten. Ich fing an, Bill Adams von der Atlanta Cutlery Corporation (ACC) auszuhelfen und überredete ihn dazu, Khukris zu verkaufen. Bill und ich kannten uns von früher seit etwa 1960, als wir anfingen, im Gun Room in Buckhead in Georgia herumzuhängen. Aber als ich ihm vorschlug, daß wir damit anfangen, Schwerter zu verkaufen, war er überzeugt davon, daß ich meinen Verstand verloren hatte, da ich der einzige Mensch auf der Welt war, der sich für Schwerter interessierte. Ich fuhr damit fort, ihn zu nerven, und schließlich gab er nach (Ehrlich gesagt war es nur, um mich endlich die Klappe halten zu lassen). Ich hatte Glück genug, drei Brüder in Italien gefunden zu haben, die Schwerter für uns herstellten, und wir starteten Museum Replicas. Kurz darauf unterzeichneten wir einen Vertrag mit Windlass Steelcrafts, die Khukris für die indische Regierung herstellen, und mit Museum Replicas ging es so steil aufwärts wie mit einer Rakete.

Für mich wurde ein Traum war. Bald war ich wieder in Europa und besuchte Museen, sprach mit Leuten und bewunderte Schwerter. Ich hatte die Gelegenheit, meinen persönlichen Helden, Ewart Oakeshott, zu treffen, und meine Weiterbildung setzte sich fort. Mit einigen hervorragenden Nachbauten, die mir zur Verfügung standen, bin ich in der Lage gewesen, das Testen, das ich in den 1970ern in Birmingham begonnen hatte, fortzusetzen. Jetzt konnte ich bis zur Zerstörung testen, und im Testen der unterschiedlichen Arten von Rüstung, Kettenpanzer, Leder und Harnisch bekam ich schließlich einen flüchtigen Eindruck in die Realität des Schwertkampfes. Zu diesem Zeitpunkt hatte die historische Reenactmentszene gerade erst an einigen Orten angefangen, und die einzige fest etablierte Gruppe war die SCA (jetzt 20 Jahre alt und mit dem Älterwerden reifer geworden). Aber der Markt war da.

1995 entschied Bill sich dafür, dass er in Rente gehen wollte und verbringt seine Zeit damit, faul und unbedeutend zu sein, etwas, in dem er wirklich gut ist (seinen eigenen Worten nach). Obwohl wir die Firma an Windlass verkauft haben, bin ich als ein Berater und Helfer an Bord geblieben. Windlass macht eine hervorragende Arbeit, und ich erwarte, daß das Geschäft weiterhin erfolgreich sein wird. Das Interesse an Schwertern hat sich in den letzten Jahren enorm vergrößert, und ich denke und meine, daß Museum Replicas und die mehrere Millionen Kataloge, die wir über die letzten 15 Jahre hinweg versandt haben etwas damit zu tun haben.

2001 brachte ich dann endlich die beiden DVDs The Myth of the Sword und Viking Sword: How to Use the Viking Sword in Real Combat heraus, was mir wirklich viel Freude bereit hat.

Ich muß eingestehen, daß ich mich selbst für einen der glücklichsten Menschen halte.


von und mit Hank Reinhardt bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Hank Reinhardt Sword Set: The Myth of the Sword and Viking Sword DVD Set

The Myth of the Sword

Viking Sword: How to Use the Viking Sword in Real Combat