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Interview mit Alain Burrese

Frage: Worin unterscheidet sich Hapkido vom Taekwondo?

Alain: Das ist keine einfache Antwort, da es da sowohl philosophische als auch physiologische Unterschiede gibt. Ich werde versuchen, einige der offensichtlicheren anzusprechen. Zuerst einmal ist Taekwondo sportlich ausgerichtet, wogegen Hapkido noch immer als Selbstverteidigung gelehrt wird. Das heißt nicht, daß jemand, der Taekwondo trainiert, keine Selbstverteidigung erlernen kann; es ist bloß so, daß die Betonung und der Blickpunkt der Künste verschieden sind. Taekwondo ist bekannt für seine Tritte, aber die Art und Weise, in der viele Taekwondoka für Tritte trainieren, ist auf das Erzielen von Punkten konzentriert. Der Hapkidoschüler lernt ebenfalls eine weite Anzahl an Tritten, aber sie sind mehr auf Kraft ausgerichtet, eher, um den Gegner zu verletzen, als um Punkte zu erringen. Nochmals, das soll nicht heißen, daß einige Taekwondo-Praktiker nicht mit Kraft zutreten können oder es nicht tun, aber es gibt einen grundlegenden Unterschied im Training für einen Sport und im Training für die Selbstverteidigung.
Ein weiterer Unterschied, der deutlich sichtbar ist, ist der, daß Hapkido im allgemeinen einen größeren Bereich von Anwendungen lehrt als Taekwondo. Hapkido lehrt neben Tritt- und Schlagtechniken auch Atemübungen, Fallen, Gelenkhebel, Druckpunkte, Würfe und Waffen. Viele Taekwondo-Schulen lehren diese Kombination an Fertigkeiten nicht. Die meisten Taekwondoka z.B. trainieren Tritte und Schläge, die ihnen helfen werden, ein Turnier zu gewinnen. Dir ist in diesen Turnieren nicht erlaubt, ein Bein oder einen Arm zu ergreifen und Gelenkhebel einzusetzen, Gegner zu werfen, Beinfeger einzusetzen usw. Daher trainieren Taekwondoka diese Fertigkeiten nicht (oder falls sie es tun, erfolgt dies nur in einem eingeschränkten Rahmen, und normalerweise stammen diese Extratechniken dann aus dem Hapkido). Deshalb werden viele Taekwondo-Klassen auf hartem Boden ausgeführt. Dies funktioniert einfach nicht beim Hapkido, weil Du zusätzlich zur Ausführung von Tritt- und Schlagübungen in jedem Training wieder und wieder mit dem Boden Kontakt aufnehmen wirst.
Waffen sind ebenfalls ein Bestandteil des Hapkidotrainings, während sie in den meisten Taekwondo-Schulen fehlen. Langstock, Knüppel, Gehstock, Gürtel und Schwert werden alle im Hapkido unterrichtet. Aus diesen Gründen finde ich, daß Hapkido eine ausgewogenere koreanische Kampfkunst ist, wegen des Einschließens dieser zusätzlichen Komponenten des Kämpfens und der Selbstverteidigung.
Es gibt ebenfalls einen Unterschied in den Bewegungen. Taekwondo ist eine sehr geradlinige Kunst, wohingegen Hapkido sehr kreisförmig ist. Meister J.R. West sagte, er stimmt der Aussage zu, die er von einem Hapkidomeister gehört hat, daß Taekwondopraktiker in einer geraden Linie denken, während Hapkidopraktiker wie ein Korkenzieher denken. Ich würde dem zustimmen, da Kreise ein wichtiger Bestandteil der Konzepte und Techniken des Hapkido sind. Mein Ausbilder in Korea sagte häufig, sich an die Kreise zu erinnern. Mir gefiel immer die Beschreibung des Hapkido von David Carradine in The Spirit of Shaolin: “Ein System, welches sich darauf zu konzentrieren scheint, den größtmöglichen Schaden in kürzester Zeit zu erzielen und dabei den Kampf so schnell wie möglich zu einem brutalen Ende zu bringen.” Ich stimme dem zu, daß der Hapkidopraktiker dies tun kann und wird, wenn es notwendig ist. Aber der Hapkidoka hat auch die Fähigkeit, die Schadensmenge, die mit den eingesetzten Techniken abgegeben wird, zu regulieren. Ein Gelenkhebel, der falls nötig jemand seinen Arm brechen kann, kann ebenfalls so eingesetzt werden, um eine Person zu kontrollieren, ohne die Grundbewegung dieser Technik zu verändern.
Es gibt zahlreiche andere Unterschiede zwischen diesen Stilen, aber dieses sind die offensichtlichsten.

Frage: Hast Du irgendeine andere koreanische Kunst trainert?

Alain: Ich trainierte ein wenig Taekwondo, während ich in der U.S. Army war, aber nicht sehr viel. Ich trainierte außerdem Karate und Hapkido unter Shidan Dennis Dallas. In seinen über 30 Jahren an Training und Unterrichten studierte Shihan Dallas sowohl unter koreanischen als auch japanischen Lehrern. Die Klassen, die er gibt, sind daher von koreanischen und japanischen Künsten beeinflußt. Also gab es da bei mir auch einen Taekwondoeinfluß, aber mein hauptsächlicher Einfluß durch eine koreanische Kunst kommt aus den Hapkido.

Frage: Worin unterscheidet sich das Training in Südkorea von dem in den USA?

Alain: Nun, der erste große Unterschied ist der, daß die Anweisungen in Koreanisch erteilt werden. Da ich die Sprache noch nicht fließend spreche, machte dies das Training auf unterschiedliche Art zu einer Herausforderung. Glücklicherweise war ich kein Neuling beim Kämpfen oder den Kampfkünsten, als ich anfing, so daß ich trotz der Sprachbarriere in der Lage war, viele Konzepte zu verstehen. Ich war außerdem in der glücklichen Lage, einen Lehrer wie Lee Jun-kyu zu haben, der darin half, sicherzustellen, daß ich die Konzepte und Techniken, die er lehrte, verstand.
Ein weiterer Unterschied, der wirklich ins Auge springt, ist die Trainingszeit. Es scheint so, als ob eine Menge Leute hier in den USA dreimal pro Woche zum Unterricht gehen. Sicherlich variert dies von Schule zu Schule, aber in Korea trainieren die meisten Schüler jeden Tag, oder zumindest an sechs Tagen pro Woche. Meine Schule bot vier Hapkidoklassen und zwei Qigongklassen an fünf Tagen pro Woche an, sowie eine Hapkidoklasse am Samstag. Die meisten Schüler nahmen täglich an einem dieser Unterrichte teil. Ich war ein wenig ungewöhnlich: Ich ging zu zwei Hapkido- und einer Qigongklasse täglich und nahm ebenfalls am Samstagsunterricht teil.
Ein weitere Unterschied besteht in den Trainingshallen. Die meisten der Schulen sind nicht so groß und schick wie viele der Schulen hier in den Staaten. Aber die meisten der Geschäfte in Korea sind ebenfalls nicht so groß und schick wie diejenigen hier in Amerika. Das Dojang, oder Choiyukwan, wo ich trainierte, war einfach und ohne phantasievolle Ausstattung, aber die Leute trainierten hart. Im Sommer waren die Doboks mit Schweiß getränkt, und im Winter trainierten wir schon deshalb hart, um uns warm zu halten. Diese Art des Trainings ist nicht für jedermann, aber ich vermisse es sehr und kann kaum warten auf meinen nächsten Abstecher dorthin.

Frage: Bist Du ein Mitglied in irgendeinem koreanischen Kampfkunstverband? Falls ja, in welchem?

Alain: Ich habe einen Schwarzgurt von der Korea Hapkido Federation in Korea, und ich werde weiterhin nach Korea zurückkehren, um dort von meinen Lehrern zu lernen und höhere Graduierungen zu erreichen. In den Vereinigten Staaten gehöre ich zur Zeit zu keinem der zahlreichen Kampfkunstverbände. Es gibt jedoch zwei, die ich empfehle und denen ich nach Abschluß meines Jurastudiums beitreten mag: die United States Korean Martial Arts Federation mit Meister J.R. West, und Hapkido Moo-Ye-Kwan mit Meister Harold Whalen. Diese Verbände werden von zwei herausragenden Hapkidolehrern geleitet. Falls Du die Gelegenheit dazu hast, von einem dieser Männer zu lernen, solltest Du es tun.

Frage: Warum sind so viele Kampfkünste auf der Straße unwirksam?

Alain: Dies kommt eher auf die Person und das Training als auf den Stil drauf an. Nahezu jeder Stil der Kampfkünste lehrt eines oder mehrere dieser Grunddinge: wie man schlägt, tritt, wirft und ringt. Einige Künste betonen den einen Bereich, während andere einen anderen betonen, und wieder andere kombinieren sie alle. Aber Tatsache ist, daß es Einzelpersonen von fast jedem Stil, den Du Dir nur vorstellen kannst, gibt, die in einem Straßenkampf gewinnen werden, und dann gibt es Einzelne von genau den selben Stilen, die zusammengetreten werden, wenn es real wird. Jeder Stil kann wirksam sein, wenn er von der richtigen Person eingesetzt wird. Der Grund dafür, warum so viele Personen dieser verschiedenen Stile auf der Straße verlieren werden, ist der, daß sie nicht wirklich für das tatsächliche Kämpfen, den richtigen Kampf, trainieren. Mach Dir klar, daß das Kämpfen eine körperliche Sache ist und daß es wehtut. Um richtig Kämpfen zu können, mußt Du hart trainieren. Kraft und Größe zählen, und was noch wichtiger ist, tut dies auch die geistige Einstellung. Hart zu trainieren hilft, diese geistige Haltung zu entwickeln. Viele der Kampfkunstschulen überall im Land trainieren einen nicht für reales Kämpfen. Das ist okay; viele Leute trainieren aus unterschiedlichen Gründen. Einige trainieren es als Sport, andere zur Fitneßübung, und wieder andere der Kunst zuliebe. Du kannst einen großartigen Nutzen daraus ziehen, aus all diesen Gründen zu trainieren, aber es wird Dich nicht unbedingt zu einem Kämpfer machen. Um auf der Straße wirkungsvoll zu sein, muß der Kampfkünstler nicht nur die Techniken des Stils erlernen, sondern auch realistisch trainieren. Dies bedeutet, hart zu trainieren mit Kontakt und an einem Kraft- und Konditionstraining teilzunehmen. Dies bedeutet Schmerz. Du wirst Muskelkater haben, und Du wirst von Zeit zu Zeit Verletzungen erleiden, wenn Du auf diese Art und Weise trainierst. Obwohl ich Leute dazu anhalte, sicher zu trainieren und ihre Trainingspartner nicht ernsthaft zu verletzen, denke ich ebenfalls, daß ein blaues Auge oder eine geschwollene Lippe im Training zu erhalten, genauso wie einen Tiefschlag einzustecken und von Zeit zu Zeit mal zahlreiche blaue Flecke zu bekommen, Dich besser auf einen tatsächlichen Kampf vorbereiten wird. Du möchtest nicht, daß das erste Mal, daß Du getroffen wirst, sich auf der Straße erreignet, aber unglücklicherweise ist es genau das, was den meisten Kampfkünstlern passiert.

Frage: Was ist Deiner Meinung nach die wichtigste Taktik für eine wirkungsvolle Selbstverteidigung?

Alain: Zuerst einmal müssen wir diese Frage klarstellen. Ich betrachte Taktiken als die Anwendung der Techniken oder Werkzeuge einer Person. Diese Taktiken werden sich von Kunst zu Kunst, von Strategie zu Strategie unterscheiden. Nehmen wir zum Beispiel einen Kampf zwischen einem Ringer und einem Boxer. Die Strategie des Ringers ist es, den Boxer zu Boden zu bringen, wo er die Schlagkraft des Boxers neutralisieren und auf seine Überlegenheit im Ringen bauen kann. Seine Strategie ist sein Plan, um diese Art von Gegner zu bekämpfen und zu besiegen. Seine Taktiken werden die speziellen Techniken sein, um diesen Plan durchzuführen. Diese Taktiken mögen beinhalten, das Timing des Boxers durcheinander zu bringen, damit er hineingehen, eine Wurftechnik ausführen und dadurch die Kampfdistanz zu seinem Vorteil kontrollieren kann. Wie Du sehen kannst, werden die Taktiken abhängig von der Situation unterschiedlich sein. Es ist fast so, als ob man fragt, welche Technik ist die beste? Diejenige, die funktioniert! Du mußt in der Lage sein, die Taktiken und Techniken für die Situation, den Gegner und die sich bietende Öffnung auszuwählen.
Nachdem das gesagt ist, laß mich die Fragestellung ein wenig ändern. Was sind die wichtigsten Prinzipien für eine wirkungsvolle Selbstverteidigung? Prinzipien sind eher so wie allgemein gültige Wahrheiten, die sich nicht verändern, und sie können unabhängig von der Situation oder dem Gegner angewendet werden. Das erste und allerwichtigste Prinzip für die Selbstverteidigung ist Aufmerksamkeit. Aufmerksam und wachsam zu sein wird es Dir erlauben, die meisten Situationen, die gewalttätig werden mögen, zu vermeiden, und das ist der beste Weg, um sicher zu bleiben. Und ist es nicht das, worum es bei der Selbstverteidigung geht?
Nachdem ich all das gesagt habe, ist mir klar, daß, wenn die meisten Leute eine Frage wie die vorherige stellen, sie etwas über die körperlichen Aspekte des Kämpfens oder der Selbstverteidigung wissen möchten. Also, ich finde, die wichtigsten Bestandteile darin, einen Straßenkampf zu gewinnen, sind der Geisteszustand einer Person kombiniert mit einer entschlossenen, fortlaufenden Aktion. Um einen feindlichen Angriff zu überleben oder einen Straßenkampf zu gewinnen, mußt Du die Einstellung haben, das zu tun, was auch immer nötig ist, um in dieser Situation der Sieger zu sein, und Du mußt handeln, ohne zu zögern oder davon abzuweichen. Wenn die Lage schlimm wird, bleibt keine Zeit mehr zum Nachdenken, was Du tun willst; Du mußt es einfach tun, und zwar sofort! Was Du tust ist häufig nicht so wichtig als einfach nur etwas zu tun, und dann Deinen Angriff fortzusetzen, bis der Gegner neutralisiert ist oder Du sicher entkommen kannst. Kämpfe verlaufen schnell und heftig, und um zu gewinnen, mußt Du schneller und heftiger als Dein Gegner sein. Bleibe bei einfachen, wirksamen Techniken, und sei entschlossen bei ihrer Anwendung. Mach es nicht halbherzig oder ohne vollen Einsatz. Und wenn Du eine Aktion ausführst, führe den Angriff solange weiter fort, bis Dein Angreifer keine Bedrohung mehr für Dich darstellt. Gib ihm keinen Augenblick, um sich neu zu formieren oder eine zweite Chance. Dein Ziel sollte es sein, die Auseinandersetzung so schnell wie möglich zu beenden.

Frage: Wie lange hast Du mit Marc MacYoung und Peyton Quinn trainiert?

Alain: Marc hat mein Training sowohl mit seinen Büchern und Videos als auch persönlich beeinflußt. Das erste Mal, als wir in die Trainingshalle gingen, war für ein paar Tage in Montana, als er oben in Missoula für die University of Montana ein Seminar über Verbrechensvermeidung abhielt. Als ich dann 1995 aus Japan zurückkehrte, begab ich mich nach Südkalifornien, wo Marc seinerzeit lebte. Ich war dort unten von Oktober 1995 bis Februar 1996. Während dieser Zeit verbrachten wir die Tagesstunden mit Training und arbeiteten bei Nacht in Sicherheits- und Personenschutzjobs.
Peytons Einfluß kam wirklich durch seine Bücher und Videos. Die Gelegenheiten, bei denen Peyton und ich zusammen gewesen sind, haben wir ein oder zwei Drinks gehabt und dabei Ideen ausgetauscht. Natürlich stehen bei diesen Gesprächen die Leute auf und müssen sich gegenseitig Dinge zeigen, aber ich würde nicht sagen, daß wir “trainiert” haben, sondern eher Ideen, Philosophien, Techniken, die funktionieren und eine Menge an Geschichten (was sehr lehrreich sein kann) ausgetauscht haben.
Ich habe sowohl Marcs als auch Peytons erste Bücher gelesen, während ich mit der 2. US-Infanteriedivision in Korea stationiert war. Zu der Zeit verbrachte ich eine Menge Zeit in den Kneipen, und das bedeutete eine Menge Kämpfe. Als ich diese Bücher las, las ich sie nicht bloß und stellte sie dann zurück aufs Buchregal. Ich erkannte, daß sie beide wußten, wovon sie sprachen, da ich die selben Dinge sah und daran teilnahm. Damit fing ich an, die Dinge, über die sie schrieben (und später die Techniken, die sie in ihren Videos und DVDs lehrten), zu übernehmen und die Konzepte und Techniken in meinem eigenen Training und bei Kämpfen anzuwenden. Ich arbeitete an den Dingen mit meinen Trainingspartnern und setzte die Dinge ein, die wir geübt und gelernt hatten, wenn wir an den Wochenenden durch die Kneipen zogen. Auf diese Weise hatten Marc und Peyton beide einen großen Einfluß, bevor ich sie getroffen hatte.

Frage: Wie kamst Du mit ihnen zusammen?

Alain: Wie ich gesagt habe, ich las ihre Bücher und sah einige ihrer Videos. Also entschloß ich mich eines Tages dazu, an Marc zu schreiben. Er schrieb zurück, und so fing unsere Freundschaft an. Aus Briefen wurden Telefongespräche, die dazu führten, daß er zur University of Montana kam, um das Seminar über Verbrechensvermeidung zu halten. Wir kamen prima miteinander aus während dieser vier Tage in der Trainingshalle und in der Stadt, und wir blieben in Verbindung, nachdem ich ein paar Monate später nach Japan ging. Als ich aus Japan zurückkehrte, trafen wir uns auf der Soldier of Fortune-Tagung in Las Vegas. Dort traf ich auch Peyton und Mike Haynack und andere Autoren. Nach dieser Veranstaltung zog ich runter nach Kalifornien. Heutzutage stehen wir per E-Mail in Verbindung, mit einem Telefongespräch hier und da, und Zusammenkünften, wenn wir können. Wir debatierten über Ideen, tauschten Dinge aus, die wir gelernt hatten, und unterstützten gegenseitig unsere Projekte.

Frage: Wie kamst Du zum Schreiben?

Alain: Bevor ich nach Japan abreiste, blieben Marc und ich eines Nachts lange auf und redeten über eine Menge Dinge. Eines der Themen war die Idee, die ich für ein Buch hatte. Er ermutigte mich dazu, es zu schreiben, und ich fing damit an, während ich in Japan lebte. Als ich in die Staaten zurückkehrte, beendete ich die Rohfassung und nahm es mit zur Soldier of Fortune-Tagung. Marc fand, daß es gut aussah, und als wir in Kalifornien waren, machte er Vorschläge, um es zu verbessern. Nach einigem Textbearbeiten schickte ich es an den Verlag, und das war der Anfang. Ich habe verschiedene weitere Buchideen jetzt in Arbeit, aber wegen meines Jurastudiums geht es mit ihnen nur langsam voran. Ein paar meiner Ideen sind nicht wirklich für die Art von Büchern, die mein Verleger herausbringt, aber ich hoffe, ein Manuskript in den nächsten ein oder zwei Jahren für ihn geschrieben zu bekommen, genauso wie eine neue zweiteilige DVD mit dem Titel Streetfighting Essentials über Selbstverteidigung fertigzustellen, das zur Zeit herauskommt.

Frage: Erzähle uns über Deine erste DVD Hapkido Hoshinsul, die wir vor einiger Zeit herausgebracht haben. Worin unterscheidet sie sich von anderen DVDs über koreanische Kampfkünste, die es schon auf dem Markt gibt?

Alain: Ich hatte mehrere Zielsetzungen mit dieser DVD. Das Hauptziel war es, einige der Prinzipien und Techniken aus dem Hapkido zu lehren, die eine Person auch tatsächlich in einer Selbstverteidigungssituation anwenden kann. Ich kann nicht die Kunst des Hapkido auf einer DVD lehren, aber ich kann Dinge aus dem Hapkido lehren, die jede Kampfkunst oder jedes Selbstverteidigungssystem, die man trainiert, ergänzen werden. Wie ich schon vorher gesagt habe, schließt Hapkido eine Vielzahl von Fertigkeiten ein, einschließlich Schlagen, Treten, Fallen, Gelenkhebel usw. Hoshinsul bedeutet Selbstverteidigung oder Selbstschutz, und üblicherweise ist der Hoshinsulteil eines Hapkidounterrichts dem Training von Techniken gegen eine Vielzahl von Angriffen gewidmet. Viele dieser Techniken beinhalten Gelenkhebel oder Würfe. Für diese DVD wählte ich mehrere Angriffsbereiche an Deinem Gegner aus, wie z.B. Handgelenk, Ellenbogen oder Schulter. Ich zeige darin Techniken, die an diesen Gelenken angewendet werden können. Ich zeige außerdem, wie die selben Techniken benutzt werden können, um eine Vielzahl von Angriffen zu kontern. Und ich lehre Techniken, die ich mag, um eine Person zu kontrollieren, genauso wie eine Anzahl von Würfen, die ich in wirklichen Kämpfen als sehr nützlich empfunden habe.
Der Hauptzweck war also, einige Konzepte und Techniken zu lehren, die angewandt werden können, wenn es erst wird. Ein weiteres Ziel, das ich mit dieser DVD hatte, war es, dem Betrachter einen kleinen Einblick darüber zu geben, um was es im Hapkido geht. Obwohl ich nicht die ganze Kunst auf einer DVD lehren kann, hoffe ich, daß Zuschauer sehen werden, daß Hapkido eine Menge zu bieten hat und sie in ihrer Gegend Hapkidounterricht aufnehmen werden.
Der große Unterschied zwischen meiner DVD und einer Menge anderer DVDs da draußen ist die Art und Weise, in der das Material dargestellt wird. Viele DVDs sind nicht viel mehr als ein Katalog an Techniken: dies ist es, was Du für den Gelbgurt wissen mußt, das ist, was Du für den Grüngurt wissen mußt usw. Das ist okay, falls Du die gesamte Kunst erlernen möchtest, und das ist, wie ich sie gelernt habe. Als ich ein Weißgurt war, waren alle Hoshinsulverteidigungen, die ich lernte, die gegen einen Angriff mit Erfassen des Handgelenks. Dies ist die traditionelle Lehrmethode des Hapkido, und sofern Du die Kunst lange genug trainierst, lernst Du, die Techniken in allen Situationen einzusetzen. Für die DVD dachte ich, daß es praktischer ist, ähnliche Techniken miteinander zu kombinieren. Also lehre ich die Weißgurtverteidigung, und dann zeige ich die ähnlichen Blaugurt- und Rotgurttechniken, die den selben Gelenkhebel verwenden, aber anstatt der Verteidigung gegen ein Erfassen des Handgelenks verteidigst Du Dich gegen einen Schlag oder leitest den Angriff selbst ein. Auf diese Weise schließe ich im selben Abschnitt Techniken ein, die vom Weiß- bis zum Schwarzgurt reichen. Du lernst nicht das vollständige Lehrprogramm vom Weiß- zum Schwarzgurt, aber die Konzepte und Techniken, die Du erlernst, sind diejenigen, die Du in einer Vielzahl von Situationen einsetzen kannst, und das ist besser, um Deine Selbstverteidigungsfähigkeiten zu erhöhen. Erinnere Dich daran, daß mein Ziel bei dieser DVD nicht ist, daß Du die Techniken in einer bestimmten Reihenfolge erlernst, damit ich Dir einen unterschiedlich gefärbten Gurt geben kann, sondern so, daß Du die Fertigkeiten auf dieser DVD lernen kannst, um Dich selbt in einer echten Auseinandersetzung besser verteidigen zu können.


von und mit Alain Burrese bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Hapkido Hoshinsul: The Explosive Korean Art of Self-Defense

Streetfighting Essentials: Combining Western Boxing and Hapkido into an Unstoppable Self-Defense System

Hapkido Cane: Big Stick Fighting from the Dojo to the Street