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Interview mit Datu Kelly S. Worden

Frage: Erzähle uns von Deinem allerersten Kampf.

Kelly: Es gab da verschiedene Raufereien während der Grundschule, aber ich glaube, daß derjenige, der mir im Gedächtnis geblieben ist, der Kampf in der 7. Klasse war. Ich bin mir nicht mehr wirklich sicher darüber, was ihn ausgelöst hat, aber als der Kampf andauerte, ging er auf jeden Fall am Boden weiter. Ich wurde ziemlich gut verdroschen. Wir standen auf und schüttelten uns tatsächlich die Hände, obwohl ich verloren hatte. Nun hatte jeder etwas auf meine Kosten zu lachen. Ich dachte, ich war ein guter Junge, so daß ich Probleme mit dem demütigenden Ende dieses Schlagabtauschs hatte. Ich wurde einmal zu viel aufgezogen, also schlug ich einen anderen Jungen – und da war ich schon wieder in einem Kampf. Um ihn zu unterbrechen, nahm der Junge, mit dem ich zuerst gekämpft hatte, einen Stock in die Hand, der nicht mehr als ein Ast von einem Baum war, und fuhr damit fort, auf meinen Rücken und andere Körperteile zu schlagen. Irgendwie nahm ich ihm den Stock ab und traf beide Jungen ziemlich gut damit und rannte nach Hause. Ich erzählte meinem Vater davon, der mir sowohl einen guten Anschiß als auch einen guten Schlag auf den Kopf verpaßte. Am nächsten Tag erhielt ich in der Schule Hiebe (Für die Jüngeren da draußen: Das war grundsätzlich mit einem Stück Holz, das vom Werkunterrichtlehrer dafür entworfen wurde, diejenigen zu disziplinieren, die es nötig hatten – in den alten Zeiten.). Hatte ich es nötig? Ich dachte damals, daß ich es nicht hatte, aber ich blicke zurück auf jedes Mal, wo ich Hiebe erhielt, und sie ließen mich auf jeden Fall gerade stehen und zweimal darüber nachdenken.

Frage: Du bist hart aufgewachsen – hingst herum mit einigen rauhen Gesellen. Welches waren einige der brutalsten und bleibendsten Lektionen von Deinen Straßenkampftagen?

Kelly: Ich bin nicht sicher, ob ich hart aufwuchs oder ob Tacoma einfach ein harter Ort zum Aufwachsen ist. Ich dachte immer, wir hatten Spaß, und dann entwickelten sich die Dinge entlang des Weges nicht immer zum Besten. So ist das Leben. Es scheint so, als ob einige der brutalsten Dinge, die ich gesehen habe, die Überschreitungen bei unbarmherzigen kleinen Handlungen der Rache einer bestimmten Gruppe, die das eine Viertel kontrollierte, beim Zusammenstoß mit einer anderen Gruppe, die ein anderes Viertel kontrollierte, waren. Ich nehme an, Leute müssen sich selbst fragen, was brutal ist. Im Alter von 15 Jahren schlichen ein Freund und ich uns in eine Flipper- und Billardhalle hinein. Eine Auseinandersetzung brach im Büro aus, und bevor wir wußten, was geschah, standen wir 3 Meter entfernt von einem Typ, dem fünf Mal aus nächster Nähe in die Brust geschossen wurde und der vor unseren Füßen starb. Auf jeden Fall brutal und auf jeden Fall eine bleibende Lektion. Vielleicht sind die am besten gelernten Lektionen diejenigen, die man nicht am eigenen Leib erfahren muß. Ist das Straßenkampf? Nun?

Frage: Wie lange beschäftigst Du Dich schon mit den Kampfkünsten?

Kelly: Ich bin 46 Jahre alt und beschäftige mich mit den Kampfkünsten seit über 35 Jahren. Traditionelle Künste kamen in mein Leben während der Junior High School im Alter von 13 Jahren. Ich wurde dort zuerst eingeführt durch einen Halbkreistritt in die Nüsse...wow, was das für ein Schock war. Es dauerte nicht lange, bis unbeaufsichtigte technische Informationen in die Gasse hinter dem guten alten Dairy Queen-Imbiss aussickerten. Formale Unterrichte einschließlich Judo, Taekwondo und Isshinryu Karate. Am wichtigsten war, daß die Typen, mit denen ich trainierte, finanziell nicht gut dastanden. Also tauschten wir ganz am Anfang Lehrpläne und Material aus, weil es eine Sache des Überlebens war. Wir waren in diesem Sinne “Jeet Kune Do für Arme”-Praktiker, ohne es überhaupt zu wissen. Bevor JKD es in die Hauptströmungen der Kampfkünste geschafft hatte, vermischten wir Stile, weil es der natürliche Weg des geringsten Widerstands war. Oh ja, wir kümmerten uns nicht um Verbandspolitik. Politik ist eine Sache des zu viel Zeit zur Verfügung habens und sich nicht auf den Kern des kämpferischen Wachstums und der “persönlichen Entwicklung” zu konzentrieren. Stile haben mich nie begeistert, sondern Kämpfer mit Qualitäten und persönlichen Fertigkeiten haben es! Ich müßte an diesem Punkt die Kunst des Boxens ansprechen. Boxen war die Grundlage meines Kämpfens vom Alter von 9 Jahren an. Was ich frühzeitig gelernt habe, begründete einen Kampfgeist und eine Toleranz gegenüber körperlichem Kontakt. Ja, Boxen ist eine Kampfkunst, und mit dem Boxen angefangen zu haben, führte mich ein in die reine Aggression, wohingegen Karate eine technische Grundlage für das Analysieren von Kampfkonzepten integrierte.

Frage: Wann fingst Du mit dem formalen Training der Kampfkünste an, und wie hat es Dich verändert, persönlich und beruflich?

Kelly: Ich machte eine Menge verschiedenen Trainings, während ich aufwuchs, einschließlich Boxen von der 3. Klasse bis zur Junior High School. Heute sehe ich diese aufschlussreiche Erfahrung als genauso nützlich an wie irgendeine andere Form des Trainings, daß ich später im Karate erhielt. Tatsächlich war das Boxen wahrscheinlich der Grund dafür, warum ich ein aggressives Wesen hatte, wenn es um den Gesichtspunkt eines Kampfkünstlers über meine Disziplin und körperliche Kontrolle ging. Persönlich gesehen benötigen wir alle eine Richtungsvorgabe, und die Kampfkünste waren etwas, daß mich auf mehreren Stufen forderte. Hauptsächlich genoß ich wirklich die disziplinarischen Gesichtspunkte des sich selbst durch die Hölle zu bringen und am Ende des Trainings trotzdem zu lächeln. Die Kampfkünste brachten mein Training auf ein unterschiedliches Niveau von dem des Boxens und waren vollkommen anders als das Ringen, das ich in der Junior High School und der High School machte. Ich habe es schon vorher gesagt und werde es wieder sagen: Falls es nicht die Kampfkünste gegeben hätte, würde ich entweder Tod oder im Gefängnis sein. Es war einfach so in der Nachbarschaft, in der ich aufwuchs.
Beruflich gesehen bin ich in der Lage gewesen, seit 1980 ein Kampfkunststudio zu leiten und habe Special Forces, Rangers, Combat Controllers und zahlreiche Polizeigruppen unterrichtet. Ich hatte die Autopsieberichte von Nicole Simpson und Ronald Goldman zu mir geschickt bekommen für eine Analyse des Berichts über die Methodik der Messerverletzungen. Ich habe einen Status genossen als stellvertretender Herausgeber und half, in den 90er Jahren eine Kampfkunstzeitschrift zu erschaffen, die veränderte, wie die Leute die Kampfkünste wahrnehmen. Ich habe die Gelegenheit gehabt, mit einigen der besten Kampfkunstlehrer auf dem Weltmarkt zu trainieren und Seite an Seite mit ihnen zu unterrichten. Mit dem und 20 DVDs bzw. Videos, meiner Silent Fighter-Trainingspuppe und dem Travel Wrench Key Ring-Schlagwerkzeug, das ich entwickelt habe, fühle ich, daß sich die Dinge in die richtige Richtung bewegen.

Frage: Welche Lehrer hatten den größten Einfluß auf Dich als ein Kampfkünstler?

Kelly: Mein Vater brachte mir bei, wie man boxt und führte mich in das Boxprogramm des Boys Club ein. Der “alte Herr” war ein harter Hurensohn. Was früher als Disziplinierung galt, würde heute als Mißhandlung angesehen werden, aber das ist eine andere Geschichte. Nichtsdestotrotz, ich folgte nicht diesem Pfad, also muß ich seine Hingabe zu alten Familienwerten respektieren.
Nun, ganz oben auf der Liste würdest Du meinen älteren Bruder haben, der mir beibrachte, Motorrad zu fahren, mich zu schlagen und abzurocken – und nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge. Ron war Anführer einer Bikergang und ein wahrer Straßenkämpfer, so daß das Leben in seinem Schatten an sich schon ein Trainingsplatz war. Falls irgendjemand für mich den Begriff Kampf in einem frühen Alter definiert hat, war er es, und es gab da viele verletzte Egos überall in der Stadt Tacoma, um diese Tatsache zu bezeugen. Seine aggressive Natur war nicht unbedingt fehl am Platze – sie paßte einfach irgendwie zu Tacoma.
Einmal versuchte ich, ihn in die Kampfkünste einzuführen, aber er wollte bloß dem Lehrer in den Arsch treten wegen “all dieser Pferdestellung-Scheiße”. Er hatte nicht die Geduld zum Training, er wollte einfach nur kämpfen, und er tat es oft! Mein Bruder war mein Realitätslehrer...ich würde ihn über alle Karatetechniker setzen, die meine frühe Entwicklung beeinflußt hatten.
Um eine lange Geschichte kurz zu machen, er bezahlte seinen Preis dafür auf verschiedene Weisen, und er war immer respektiert als ein Straßenkämpfer und von vielen Leuten gefürchtet. Er lebt heute ein friedvolles Leben und hatte zweifelsohne für diese Freiheit zu kämpfen. Einige Kämpfe werden im Inneren ausgetragen. Andere sind mit dem Rest der Welt. Das Geheimnis ist, einen Vorteil aus diesen Lektionen zu ziehen, was er getan hat.
Ed Lewis, ein Langzeitschüler von Pionier Steve Armstrong, schulte mich über acht Jahre lang in Isshinryu Karate und anderen Künsten. Ed boxte außerdem und führte im Nordwesten der USA das Vollkontakt-Karate ein. Ich unterstützte Ed in nahezu allen Facetten der Künste. Wir bauten Tai Chi, Pakua, Eskrima und andere Elemente ein, um die persönlichen Fertigkeiten eines jeden Einzelnen abzurunden. Es war ein strukturierter Versuch, um Freiheit zu formatieren. Das System wurde “Yao-Mum Nomad” genannt, und wir waren “Wanderer zwischen den Künsten”. Sehr wenige erreichten die Einsichten, die mir durch Eds Hingabe verliehen wurden, welche mich zu meiner persönlichen Hingabe zu persönlicher Freiheit motivierten (sprich: Einzelgänger zu sein).
J. Cui Brocka war mein erster Lehrer für traditionelles Arnis. Cui wollte mich nur unterrichten, wenn ich auch an seinem Shotokan Karate-Progamm teilnahm. Obwohl dies ein Widerspruch war (d.h. zurückzukehren zu der Struktur des Karate), war mein Wunsch, Combat Arnis zu lernen, größer als meine Abneigung gegen traditionelles Karate. Ehrlich gesagt, tat es mir gut, wieder eine Grundlage zu erschaffen. 23 Shotokan-Katas und drei Jahre später erhielt ich sowohl den Ausbilderstatus in Combat Arnis als auch einen 2. Dan in Shotokan.
Es gab viele, die über die Jahre hinweg Motivatoren waren und Einsichten zu meinem Training hinzugefügt haben: Earl Squalls, Richard Bustillo, Sonny Umpad, Steve Armstrong, Jim Ingram, Sugar Ray Seales, Jesse Glover, Ed Hart, Dr. Brett Jacques, Ted Lucaylucay, Leonard Trigg und Taky Kimura, um nur einige zu nennen. Ebenso Brüder der Kunst wie James Keating, Bob Anderson, Joseph Simonet, Chris Charnos und Maurice Smith. Mensch, es sind einfach zu viele Leute zu erwähnen. Ich respektiere alle diejenigen, die den Standpunkt vertreten, Ehrlichkeit statt kommerziellem “Chop Socky” darzustellen.

Frage: Bruce Lee, Remy Presas und Jesse Glover haben Dich alle sehr beeinflußt als ein Kampfkünstler. Welches sind einige der größten Einsichten/Lektionen, die Du von jedem von ihnen erhalten hast?

Kelly: Bruce Lee? Ich kannte ihn noch nicht einmal!! Was kann ich sagen, was nicht ein Mitanhängen an seinem Rockzipfel wäre? Traurigerweise sind zu viele auf Bruce’ Fliegendem Teppich mitgeflogen in einem Versuch, gerade die Freiheit zu kontrollieren, zu der er sich bekannte, dabei beinah absichtlich (fast) jedermann total zu verwirren. Also, einfach ausgedrückt, was freies Unternehmertum für Amerika getan hat, tat Bruce Lee für die Kampfkünste. Ich betrachte die Motivation der derzeitigen JKD-Führer als eine Parallele zu den Anstrengungen der kapitalistischen Industrie, genau das zu diktieren, was uns erlaubt ist, wie wir die Welt sehen sollen. Die Opfer, die Bruce erbracht hat, um die Leute zu befreien, sind vernebelt worden durch wiedereingeführte Überzeugungen, daß irgendwie eine JKD-Urkunde einen besseren Kämpfer (sprich: nicht Praktiker) macht – wirkungsvoller, besser in der Lage zu sein, die funktionellen Aspekte aus irgendeiner Kampfkunst herauszuziehen. JKD-Urkunden drehen sich um Kontrolle und Programm. Im JKD zertifiziert zu werden ist fast schon ein Schlag ins Gesicht, insbesonders, falls der Pfad vordiktiert ist. Es gibt Tausende von abtrünnigen JKD-Kämpfern weltweit, alle dem beabsichtigten Pfad folgend; demjenigen, den sie persönlich ausgewählt haben. Der heutige Abtrünnige zieht es vor, Eisen und Stahl (Schußwaffen und Klingenwaffen) mit einzubeziehen und glaubt an die einzige Person, die tatsächlich in der Lage sein mag, seinen Hintern zu retten...sich selbst. Was passierte mit Bruce Lees Zitaten über blinde Verehrung? Ich hänge selten ab von Bruce Lees Zitaten, um Freiheit zu definieren...ich nahm Bruce’ Ratschlag an, meine eigene Wahrheit zu suchen und auszusprechen. Es ist jetzt Deine Welt, schuldest Du es Dir nicht selbst, ehrliche Freiheit zu atmen?
Ohne Zweifel pflanzte Remy Presas den am besten ansprechenden Samen des Wachstums. Professor Presas verbrachte viel an persönlicher Zeit damit, mir die verbindenden Linien von Bewegungen beizubringen, die Stilbeziehungen unterscheiden, jedoch definieren. Der Professor brachte mir das Herausnehmen und Integrieren als einen Weg bei, um die Merkmale, die einen Stil von einem anderen unterscheiden, anzupassen oder sogar nachzuahmen. Ja, alle Pfade als das Bindegewebe zu benutzen, um ein vollständiges Verständnis zu entwickeln für die Strategie einer jeden Kunst und “diesen Kern” hinzuzufügen oder einzufügen in die Schwachpunkte eines anderen existierenden Stils. Die “Kunst innerhalb Deiner Kunst” hört sich genau nach dem an, was JKD ausdrücken soll...
Remy brachte es alles zusammen. Am wichtigsten ist, daß er sehr bissig und komplett auf allen Stufen von Körperausrichtung und Zuordnung war. Anfangs, als Remy in die USA kam, gab er das Zeug weg, d.h., was immer Du aufgreifen und absorbieren konntest, gehörte Dir. Bingo! Remy sagte, ich hatte ein Computerhirn, und seine Kunst war das, was ich brauchte. Was machte mich anders? Ich verdiente niemals wirklich viel Geld beim Unterrichten der Kampfkünste, und ich machte Custom-Malereien auf Bestellung für einen Apfel und ein Ei, also konnte ich trainieren, in welchem System oder welcher Methode auch immer ich es tun wollte. Alles, was ich den miesen Jungs, die mit mir trainierten, entgegenwarf, machten wir. Ich ließ alles andere wegfallen und machte nichts anderes als Arnis. Während der Sättigung der Konzepte fügte ich all die vorhergegangenen Jahre des Trainings und der Lehrpläne hinzu.
Remy brachte mir Beziehungen und das Herausziehen von Bewegungen bei, mein System eindeutig weiterentwickelnd zu einem philippinischen JKD. Von dort aus entwickelte ich das Sibat-System und führte den Langstock oder Stab in den Lehrplan des Modern Arnis ein. Anyo oder Beziehungen von Formen wurden aufgespalten und integriert mit Silat aus meinen persönlichen Nachforschungen, um sie weiterzuentwickeln und das Natural Spirit Kuntao-Format zu bilden und die Entwicklung fortzusetzen, die zur Freiheit des Ausdrucks mit einer Grundlage führt.
Kürzlich sprach eine Kampfkunstzeitschrift die Ränge im Modern Arnis an...1998 ernannte mich Remy zum Datu im Modern Arnis. Remy sah das Schimmern in meinem Auge und nutze die Gelegenheit, und das machte alle Arten von Leuten sauer. Nichtsdestotrotz ist er sehr stolz auf meinen Erfolg und meine Verpflichtung gegenüber den Kampfkünsten. Wie Remy sagte: “Mach einfach nur Deine Arbeit und vergiß, was irgendjemand anderer sagt.” Die Graduierungsstruktur eines jeden Systems ist bloß ein Problem für diejenigen, die sich dafür entschließen, eine Nummer zu sein. Remy Presas befreite mich von den Fesseln eines Systems, einschließlich seines eigenen. In dem er mich zum Datu ernannte, betraute er mich damit, auf der Grundlage des Modern Arnis weiterzuentwickeln – von meinem Gesichtspunkt aus. Aber Freiheit hat ihren Preis. Er buchstabiert sich so: E-I-N-Z-E-L-G-Ä-N-G-E-R.
Nun, da wir uns jetzt innerhalb meiner Kunst befinden, laß uns Jesse Glover in die Gleichung einfügen. Unsere Beziehung war eine von gegenseitigem Respekt, dennoch betrachte ich Jesse als mir gegenüber höhergestellt sowohl im Leben als auch im Kampftraining. Jesse füllte die Linien aus, nachdem Kontakt hergestellt worden ist. Mit nur einem Beziehungspunkt schalten sich die Sinne ein. Neuromuskuläres Training ist ein wichtiges Merkmal des JKD. Jesse vermittelte Einsichten und eine Methode des Trainings, um eine starke Vorwärtsdruckverbindung zu entwickeln. Laß es uns so ausdrücken: Ich respektiere Jesse als einen führenden Begründer des Lehrens von Konzepten. Am wichtigsten ist, daß Jesse kein großes Preisschild vor sich herhält, daß dem “ZertifizierungsPROGRAMM” angeheftet ist, daß gegenwärtig verbunden ist mit dem Erlernen von jedem Aspekt des JKD. Es ist kein Wunder, daß Jesse behauptet, keine direkte Verbindung zum JKD zu haben; er lehrt Non-Classical Gung Fu. Interessanterweise hat der ranghöhere JKD-Lehrer Taky Kimura immer die Tatsache betont, daß Jesse und seine Schüler die besten Kämpfer waren, die Bruce Lee jemals hervorgebracht hat. Hmmmm...diese Tatsache wird noch immer von dem inneren Kreis respektiert...ist es JKD? Ich bin mir nicht sicher, aber die ursprüngliche Voraussetzung war, Kampffertigkeiten zu entwickeln, nicht Urkunden zu sammeln...
Jesse öffnete die Tür zur Realität von Bruce’ grundlegender Kunst des Gung Fu. Er brauchte mich nicht als seinen Schüler annehmen, aber er tat es. Jesse schrieb mir niemals irgendetwas vor, sondern führte mich nur zu selbsterkannten Antworten. In Jesses Augen starb Bruce Lees Jeet Kune Do mit ihm. Zweifelsohne tat es das. Auf diese Wand an Informationen zu treffen, läßt einen glauben, daß es da kein Leitsystem zur Selbstentdeckung gibt. Jesse war maßgeblich beteiligt beim Aufmerksammachen auf Schlüsselinstinkte wie Selbsterhaltung und den Denkprozeß des Einschätzens von allem, was Du in Deinem Training tust, für Funktion und, am Allerwichtigsten, für Durchführbarkeit (Was bedeutet: Kannst Du dieses Zeug in der Hitze des Gefechts anwenden und kannst Du es modifizieren, falls etwas schief geht? Falls nicht, kennst Du die Antwort hierauf.). Einige bezweifeln die Funktion und Wirksamkeit von dem, was Bruce ursprünglich gelehrt hat. Meine Erfahrung führt mich dazu, das Gegenteil zu glauben, und ich stehe hinter Jesse Glovers Theorien, Prinzipien und Lehrmethoden bis zu dem Grad, daß sie ein integrierter Bestandteil meines eigenen Lehrplans geworden sind: dem Natural Spirit System, oder was bezeichnet worden ist als Renegade Jeet Kune Do. Durch Jesses Anleitung habe ich herausgenommen und neu definiert, was funktionstüchtig bei einem bestimmten Eingangspunkt einer Konfrontation ist. Durch sowohl seine Hilfe als auch die von Eskrimador Sonny Umpad, hat sich meine Methode der Mittellinie dramatisch verbessert. Ich habe eine hohe Meinung von beiden und betrachte sie als Pioniere in der Entwicklung der amerikanischen Kampfkünste.

Frage: Wer waren einige Deiner anderen Lehrer?

Kelly: Taky Kimura, der leise sprechende, wortgewandte Friedensstifter, war ein weiterer. Ein Opfer der Internierungslager während des 2. Weltkriegs, hatte Taky keine Problem damit, Bescheidenheit zu begreifen. Laß uns das hinter uns lassen und über seine Einsichten sprechen – zweifellos die Kunst des Kämpfens, ohne zu kämpfen und Lehren, ohne zu berühren. Basieren alle unsere Lernfähigkeiten auf körperlicher Berührung? Wohl kaum. Taky ist ein aufgeklärter Mann, der viele hat kommen und gehen sehen, einschließlich Bruce Lee. Taky war der Mensch unter den vielen JKD-Praktikern, die ich angesprochen hatte, der wirklich nur an meinem persönlichen Fortschritt interessiert war und nicht daran, was ich für ihn tun könnte. Takys liebenswerteste Eigenschaft oder Qualität war für mich, daß er mich annahm und leitete, ohne Tagesordnung, Negativität oder irgendetwas anderem, das mich nicht fühlen ließ, ich war die Nummer Eins und hatte andere zu mir aufblicken lassen (einschließlich dem Geist von Bruce Lee) als einem, der die Wahrheit ausspricht. Während meiner Frustration im Umgang mit JKD versicherte mir Taky bei zahlreichen Gelegenheiten, daß Ehrlichkeit, Selbstprüfung und persönliche Selbstbetrachtung weiterhin ein lebenswichtiger Teil des JKD und des persönlichen Pfades einer jeden Person sind. Um Taky Kimura zu zitieren: “Falls Renegade Jeet Kune Do Kelly Wordens Jeet Kune Do ist, so sei es.”
Und dann war da Ted Lucaylucay, ein guter Freund. Wann immer wir zusammen waren, lachten wir stundenlang. Ted war JKDs zweiter Abtrünniger (da Bruce der erste ist). Schau Dir die Geschichte von Lucaylucay an, und Du wirst einen der ausführlichsten Werdegänge und ausgewogensten Lehrpläne finden von irgendjemandem, der sich selbst als einen JKD-Praktiker bezeichnet. Klein von der Statur her, könnte Teds dynamische Persönlichkeit einen Raum füllen mit Kampfgeist und Energie. Anfang der 70er Jahre gescholten als der Junge, der mit JKD an die Öffentlichkeit trat, wurde Ted sowohl auf einer Anzahl von Wegen getadelt, als auch zu einem Ausgestoßenen gemacht – ein Abtrünniger, so zu sagen (bloß um von denen gefolgt zu werden, die ihn erst gescholten haben und dann JKD in den Lehrgangszirkus gebracht haben, im Austausch für finanzielle Gewinne und landesweite Publicity). Aber wen kümmert das schon wirklich? Es ist von hier ab alles Geschichte. Was wichtig ist, ist, daß Ted die Wahrheit erkannte, und er war derjenige, der versuchte, sie herauszubringen. Was bedeutete, daß JKD von den Massen konsumiert werden konnte. Und in Amerika ist das wahrscheinlich der beste Ort, um zu beginnen. Ted erkannte, daß durch ein Freilegen der sich überlappenden Prinzipien von unterschiedlichen Künsten man leicht die Einfachheit des JKD erfahren könnte, jedoch die Fähigkeit hat, Kampfmethodik zu analysieren in einer Kampfkunstweise oder Geisteshaltung. Also stand Ted tatsächlich auf und war einer der Ersten, die Werkzeugentwicklung hinzufügten und sich freimachten von strukturierten Schulen oder Traditionen hin zu einem mehr selbstausdrückenden Lehrplan. Es reicht wohl, wenn ich sage, daß irgendwo entlang des Weges Lucaylucay ebenfalls entdeckte, daß Freiheit ohne Grundlage ebenfalls seinen Niedergang erlebt. Zu viele Leute greifen den Konzeptpfad auf und geben Trainingsmethoden auf, bevor sie das Licht gesehen haben oder über die körperlichen Fähigkeiten verfügen, um die Methode mit Präzision auszuführen. Ganz egal in welchem Stil, die Technik ist bloß so funktionstüchtig wie die Person, die sie begreift. Ted widmete seine letzten Jahre dem Systematisieren der Lucaylucay-Methode der Kampfkünste, wissend, daß JKD ein Pfad der Selbsterkenntnis ist. Ted entschied sich dafür, starke Grundlagen zu bilden durch methodisches Unterrichten, während er dem Schüler erlaubte, sich zu entwickeln und sein Jeet Kune Do auf einem natürlichen Niveau zu finden.

Frage: Wann (und wie) erkanntest Du, daß Du eine einzigartige Anschauung der realistischen Selbstverteidigung hast?

Kelly: Jeder, der eine straßenartige Existenz führt, bekommt das sehr schnell mit. Keine Regeln diktieren das Überleben. Zögern führt dazu, daß man auf jemand anderen seinen Angriff reagieren muß, was nicht gut ist. Zunehmend werden Waffen und Werkzeuge aus der Umgebung bei Auseinandersetzungen eher zur Norm als zur Ausnahme. Einen Kampf zu verlieren vertieft Deinen Wunsch, über die Demütigung und den körperlichen Schmerz einer guten Tracht Prügel hinwegzukommen. Dieser Prozeß wird zu einer Lebensweise, und ich wuchs, indem ich beständig die Funktion und den Wert meiner Überlebensinstinkte neu überdachte. Am wichtigsten war, daß ich von jeder Situation lernte, egal, ob positiv oder anderswie, als auch aus den Fehlern, die von denjenigen begangen wurden, die mir nahe standen. Ich mußte nicht das Gefängnis oder den Tod erleben, um die Verwüstung der Gewalt zu verstehen. Das war ein Geschenk der Opfer von Familie und Freunden. Durch ein Ausgesetzsein gegenüber den Bikergruppen und, später, multiethnischen Kampfkünstlern und Straßenratten, kamen Tod, Gewalt und Gefängnis wirklich sehr nah nach Hause. Ich vergesse die Geister niemals. Ich mag mich nicht daran zu erinnern wünschen, aber ich vergesse niemals die gefallenen oder eingesperrten Brüder. Mein Leben ist eine direkte Widerspiegelung von denen, die gelitten haben, damit ich mein Leben fortsetzen kann.

Frage: Wenn Du sagst, daß Natural Spirit eine Einstellung ist, was meinst Du damit genau? Was für eine Art von Einstellung?

Kelly: Es ist so wie ein Hund, der getreten wird. Sehr bald wird er ein bißchen weiter um die Leute herumgehen, ihnen ihren Raum lassen. Aber was passiert, wenn Du versuchst, den Hund zu streicheln? Du findest heraus, daß der Hund nicht sehr vertrauensvoll ist. Also wird er Dich gewissermaßen ausschnüffeln. Wenn ich sage Natural Spirit, meine ich das, was natürlich für Deine Natur ist. Wenn wir von unserer Natur sprechen, müssen wir zurückblicken auf das, was unsere natürliche Person von Grund auf beeinflußt hat. Falls wir niemals getreten worden sind, wissen wir nicht, wie man reagiert. Ist das der Fall, mußt Du einen Pazifisten nehmen und ihn über Gewalt unterrichten. Auf der anderen Seite hast Du den getretenen Hund zu nehmen und zu versuchen, ihm zu helfen, zu unterscheiden, wer es gut mit ihm meint und mitfühlend ist und wer ihn bloß zum Narren hält und ihn später treten wird. Wir alle sind Jäger oder wir sind Beute. Je früher wir das begreifen, desto früher fügen wir dies zu unserem natürlichen Geist hinzu und fangen an, uns zu der Person weiterzuentwickeln, die wir sein werden. Alles fällt in die natürliche Kategorie, von unseren religiösen Glauben über unsere körperliche Zusammensetzung bis hin zu den Menschen, die uns beeinflußt haben. Du kannst also meiner Meinung nach nicht das Natürliche vom Geistigen trennen. Es ist grundsätzlich ein Fluß des Lebens.

Frage: Wie wichtig sind Einstellung oder geistige Haltung im Zusammenhang mit tatsächlichen Fertigkeiten, wenn es zu einer realen Kampfsituation kommt?

Kelly: Das war meine erste Lektion. In einem Kampf in der 3. Klasse. Tatsächlich war es, Gott sei Dank, in einem Boxverein. Wie dem auch sei, ich hatte eine gute Technik, weil mein Vater mich trainiert hatte, wie man boxt. Der andere Junge zog einfach seinen Kopf ein, schrie und machte die Windmühlensache, mit vermutlich 16 Unzen-Boxhandschuhen. Die einzige Sache, mit der ich es vergleichen kann, ist auf dem empfangenden Ende eines Zeichentrickfilms zu sein. Wie ich es heute vergleiche, würde ich mir bildlich einen Choy Li Fut-Langfaust-Praktiker vorstellen, der einen beherrschten Wing Chun-Kämpfer heftigst bombardiert. Siehst Du es? Ich tat es. Ich nehme an, die Moral von der Geschichte ist, daß Einstellung, Aggression, Geisteshaltung, Hingabe, überlegene Strategie und den Mumm, es durchzuziehen, manchmal die Antwort sein können, wenn die Dinge ausbrechen. Dies sind alles Dinge, die dazu führen, daß jemand einen Schritt voraus ist.

Frage: Was empfindest Du als Deinen größten Beitrag zur realistischen Selbstverteidigung (oder was wird es sein) ?

Kelly: Ich bin weit davon entfernt, der einzige Typ da draußen zu sein. Wie ich vorhin gesagt habe bin ich zweifellos ein Produkt von den Leuten, die mich beeinflußt haben. Da dies der Fall ist, bin ich der Wahrheit verpflichtet, und es muß nicht meine sein. Aber Wahrheit muß auch wirkungsvoll, funktionell und bezahlbar sein. Eine der besten Beiträge, die ich machen kann, ist, die Publicity und Anerkennung zu bekommen, die ich erhalten habe, und fortsetzen werde zu erhalten. Und das ist ein Geschenk, für das ich bekannt sein möchte. Das und die Tatsache, daß sogar ein Typ wie ich es aus dem Hut zaubern kann, sich selbst mit starken und machtvollen Leuten zusammenzuschließen, die ebenfalls an die Wahrheit glauben, und nicht bei meinen Werten oder Zielen ins Wanken gerate. Grundsätzlich bedeutet dies, daß, was immer ich auch erreicht habe, diejenigen, die nach mir kommen, in der Lage sein sollten, dieselbe Hingabe und Opfer für ihre Kunst, ihre Familie, ihre Schüler und die Kampfkunstgemeinde der Zukunft zu bringen.

Frage: Das Material auf Deinen neusten DVDs Destroy, Trap, Lock, Practical Knife Fighting for Personal Protection, Ultimate Streetfighter sowie Tactical Baton zeigt einen großen philippinischen und Wing Chun-Einfluß. Ist das eine zutreffende Beschreibung für das, was Du derzeitig lehrst?

Kelly: Jede DVD ist eine Zusammenfassung von meinen Nachforschungen, herausgezogen, um einen zusammenhängenden Pfad für den persönlichen Ausdruck zu vermitteln. Ich konzentrierte mich auf diese besonderen Strategien, weil durch fleißiges Training die Prinzipien Selbstüberprüfung inspirieren werden. Weiter entlang des Weges der Entwicklung bilden Werkzeugentwicklung und konzeptuelle Grundlagentechniken einen breiteren Grad der Anwendung, wenn die Stilglorifizierung beseitigt ist, was bedeutet, daß “ein Schlag bloß ein Schlag ist”. Dies erlaubt der Situation, in eine natürliche Reaktion zu fließen, anstatt in vorgefasste Lösungen, die von einem begrenzten Input vordiktiert werden. Ja, ich habe einen Großteil des Materials aus Arnis, Kali, JKD und Non-Classical Gung Fu herausgenommen. Ich habe sehr wenig traditionelles Wing Chun gemacht. Tatsache ist, daß sehr wenig von dem, was ich mache, rein ist. Wegen der Tatsache, daß ich in jungen Jahren in die Gewalt eingeführt wurde, war ich von traditionellen Systemen nicht beeindruckt. Was in einer Gasse funktionierte, unterschied sich ganz erheblich von dem, was als KAMPFKUNST gelehrt wurde. Ich mag das, was ich tue, als “JKD für Arme” bezeichnen, ohne Zweifel eine etwas ehrlichere Vorgehensweise, um herauszufinden, was für Dich und in Deiner Nachbarschaft funktioniert, ohne “sich in die JKD-Zertifizierungsgruppe einzukaufen”. He, ich habe eine Frage: War Bruce Lee in IRGENDETWAS zertifiziert? Ich bin verwirrt über den derzeitigen Kurs der JKD-Freiheit. Laß mich dies klarstellen, wir nehmen nicht mehr länger Material heraus, sondern verlängern den Pfad, um eine Urkundensammlung hinzuzufügen. Nicht einmal mehr den Pfad auswählend, sondern das Programm skizziert und vorgegeben als den Weg... Sorry, aber das ist Schwachsinn, traurigerweise haben diejenigen, die sich ihren Weg hineingekauft haben, “den Anschluß verpaßt”... Es ist mir egal, wie für die JKD-Propagandakampagne geworben wird! Der Fisch riecht merkwürdig, ich werde mir meinen eigenen fangen.

Frage: Was ist anders an Deinem Lehrplan, im Vergleich zu dem, was gegenwärtig von traditionellen Lehrern unterrichtet wird?

Kelly: Zum Teufel, ich bin reiner Amerikaner, ich kann noch nicht mal Essen auf Chinesisch bestellen…also schließe ich keine Fachausdrücke ein. Nur die Fakten, keine Uniformen, bitte verneige Dich nicht vor mir, schüttel einfach meine Hand...so weit es Unterrichtspläne betrifft, das Material ist auf meinen DVDs. Gegenwärtig habe ich über 20 DVDs bzw. Videos vollendet, und sie decken ein sehr breites Spektrum ab, und tatsächlich “verbinden sie die Systeme” und trennen den Schwachsinn ab... Nun, das ist, was die Leute sagen, so daß es wahrscheinlich besser ist, wenn die Praktiker in Übersee diese Unterscheidungen machen...

Frage: Hast Du eine Kampfkunstphilosophie, die Dich in Deinem Unterrichten und persönlichem Training leitet?

Kelly: Laß es uns Gewissen nennen! Vielleicht sollten einige der Boxercise, Karaterobics, Taebo-Kali-Cha Cha-Trainer sich mal eine Minute Zeit nehmen und sich den Müll ansehen, den sie Kampfkünste nennen... Dinge verändern sich schnell, Rücksichtslosigkeit klopft an die Tür. Ich werde nicht Leuten in die Augen sehen, ihr sauer verdientes Geld nehmen und ihnen etwas geben, das nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Als ob so eine Art von verpacktem Programm eine verallgemeinerte Antwort für die Massen vermitteln wird. Ich finde, es ist so, als ob Lehrer mit dem körperlichen Wohlergehen der Leute Glücksspiel betreiben. Leute kennen den Unterschied...nicht eher gehen die Anmeldungen zum Karate zurück, vom Abändern der Kunst hin zu einer Kindertagesstätte, und dieselben Geldmeister machen die Box- und Kickbox-Industrie “madig”. Kampfkunst, die von der BFD-Finanzgruppe veranstaltet wird, ist bloß ein Witz, ein sehr kranker Witz. Die Krankheit wird selbstverursacht und vielleicht tödlich sein, wenn der offizielle BFD-Schwarzgurt versucht, seine Familie vor einem bösartigen Angriff zu schützen. Also was ist meine Philosophie? Kein Blödsinn, keine Verträge, keine Egos, und sei auf das Schlimmste vorbereitet... Vergib immer selbst Deinem Feind (aber traue ihm nicht), weil ich an einem anderen Tag, in einer anderen Situation er gewesen bin...darüber hinaus, Karma und Gleichgewicht, Daniel-san!

Frage: Was ist Deine Meinung zu dem Grappling-Phänomen, das die Kampfkunstgemeinde in den letzten Jahren ergriffen hat?

Kelly: Diese Frage ist gewissermaßen komisch. Es scheint so, als ob Kampfkünste eine falsch eingeordnete Mode sind. Es ist nichts Kunstvolles daran, jemand fertigzumachen. Es ist sogar noch weiter entfernt von “Kunst”, wenn ich an einen Lieben oder mich selbst denke, wie uns unsere Zähne von einem Gangmitglied ausgetreten werden. Die Realität ist trotzdem eine Sache, mit der die Grappler/Ringer sich auseinanderzusetzen haben. In der Selbstverteidigung ist der Boden ein sehr harter Platz. Ich ziehe es vor, meine Methoden als Bodenkampf zu bezeichnen, und der Weg zum Boden ist voller Hindernisse. Alle Kämpfer müssen sich klarmachen, daß Taktiken der Umgebung einen jeden Stil dominieren werden. Gepolsterte Böden sind ein großer Unterschied zu Beton, Kies, einem geparkten Auto oder irgendeiner Vielzahl von taktischen Möglichkeiten. Die Angelegenheit des Kontrollierens des Aufpralls des Zubodenbringens ist viel wichtiger, als all die Armhebel-Festhaltegriffe, die Dir ein Grappling-Programm beibringen wird.
1980 eröffnete ich ein Sportstudio zusammen mit dem Profiboxer und Olympia-Goldmedaillengewinner Sugar Ray Seales. Meine Gruppe trainierte in einem Ring, Kämpfen bestehend aus allem, was funktionstüchtig war, wurde akzeptiert, solange es nicht in Zorn ausartete. Ringen war immer ein einbezogener Teil meines Systems. Ich erinnere mich daran, wie ich einen großen Kerl zu Boden brachte, den ich nicht festhebeln konnte. Ich presste sein Gesicht in den Teppich und gegen die Wand, bis sein Gesicht blutete. Er beschuldigte mich des Betrügens...Hat er abgeklatscht? Ja, ich lehre noch immer auf dieselbe Art und Weise, mit bloß ein wenig mehr technischen Fertigkeiten. Mein Ratschlag ist, einen Ringer bzw. Grappler ohne “Gott”-Status zu finden und zu trainieren, um Deine Bodenaufmerksamkeit zu verbessern. Ein Klappmesser erkennt keinen “Gottes”-Status, und traurigerweise haben viele Ringer einen falschen Sinn für Realität, wenn es um Messer oder improvisierte Waffen geht. He, habe ich bis jetzt schon irgendjemand sauer gemacht?

Frage: Unterrichtest Du irgendeine Form des Bodenkampfs/Ringens in Deiner Schule?

Kelly: Westliches Ringen aus der Junior High School und High School ist Teil der Grundlagen der Kunst. Eine frühe Einführung ins Judo vermittelte die hauptsächlichen Würfe und Festhaltegriffe. Small Circle Ju-Jitsu führte die Feinheit des Hebelns ein. Das Umleiten der Energie und die Beinarbeit des Aikido erwiesen sich als Verbesserung für alle Bewegungen und ermöglichen in vielen Fällen eine Anbindung, um eine Brücke zu sein, die die Merkmale der bestehenden Künste verbindet oder unterteilt. Auszüge aus Arnis/Kali und Sibat integrieren Dumog in der Gleichung. Dumog ist ein gepaartes System von Würfen, Fegern, Zubodenbringtechniken, Hebeln und Ringen, das etwas übernimmt von nahezu jedem System der Kampfkünste, die jemals auf die philippinischen Inseln gekommen sind. Dumog ist schon immer ein Teil des Arnis gewesen. Ich sehe Dumog als ein Untersystem an, und den Kern herauszuziehen wird erreicht durch ein Erkennen der überlappenden Linien von Anbindung und Position. Remy Presas trainierte im Sambo und wurde ziemlich gut. Selbst heute noch schreibt er viel von seiner Bodenarbeit dem Sambo zu. Ich trainiere zur Zeit mit Dr. Brett Jacques in Sombo (heutige Schreibweise) mit einem Schwerpunkt auf Bodenkampf und der Vermeidung von Gruppenangriffen, falls der Boden die einzige Alternative ist. Ringen in unserem Unterricht schließt die Schlagwerkzeuge und kontrollierten Einsatz von Fingerstichen, Beißen, Verdrehen des Fleisches und stumpfe Klappmesser mit ein.

Frage: Welches sind einige Deiner derzeitigen Projekte oder geplante DVDs?

Kelly: Zur Zeit produziere ich die Silent Fighter-Trainingspuppe für den Verkauf, und die Resonanz ist großartig. Jede Puppe kommt mit einer Lehr-DVD, die unbewaffnete, Stock- und Messerkonzepte unterrichtet. Die Techniken sind leicht zu Übertragen auf Selbstverteidigungsanwendungen und am allerwichtigsten lassen sie sich anpassen für individuelle Auslegung. Der Travel Wrench Key Ring ist ein Schlagwerkzeug für den persönlichen Schutz, vergleichbar mit einem Handflächenmesser. Der Travel Wrench (in früheren Versionen als DTL bzw. Impact Kerambit bezeichnet) funktioniert entlang derselben Richtlinien wie ein Messer und den abfangenden Prinzipien des Arnis und JKD. Das Überlappen der Prinzipien ist ein Plus, was jedem Einzelnen erlaubt, Techniken von seinem eigenen Hintergrund anzupassen und sie anzuwenden, ohne die tödlichen Auswirkungen eines Messers. Die Lehr-DVDs Personal Protection Teil 1 und Defensive Tactics Teil 2 stellen den Lehrplan vor aus Destroy, Trap, Lock, beziehen aber die Bewegungen auf die mit dem Travel Wrench bewaffnete Hand, Gliedmaßen- und Zielzerstörung mit ein, kehren zurück zu waffenlosen und Messerlinien, um den Zusammenhang zu verdeutlichen. Polizeitaktik-Programme und Selbstverteidigungstrainer haben den Wert des Travel Wrench als höchst funktionell eingeschätzt. Ausbilderprogramme werden gegenwärtig entwickelt durch Worden’s Optimal Response Tactics 1 (“WORTAC 1”).
Nachdem ich eine große Anzahl von Leuten in den Messerkünsten ausgebildet habe, werde ich ständig wegen Messerdesigns gefragt. Mit Herstellern zusammenzuarbeiten kann lästig sein; es scheint so, daß das, was für den Kämpfer funktionell ist, nicht immer einfach für den Messermacher herzustellen ist. Glücklicherweise habe ich mit zwei von Amerikas Top-Herstellern, Pat Crawford und Bud Nealy, zusammengearbeitet an zwei neuen Messermodellen. Pat Crawford hat das Worden Fighter “WORTAC 1”-Klappmesser vollendet, das aus einem Titankörper, Micarta-Griffschalen und ATS 34-Klingenstahl besteht und in zwei Größen erhältlich ist, um sich Hand- und Tragevorlieben anzupassen. Eine zusätzlich erhältliche Kydex-Messerscheide wird von Tim Wegners Blade-Tech hergestellt werden, die das persönliche Tragen für einen Einsatz mit feststehender Klinge erlaubt. Pats Handwerkskunst ist makellos, und das Worden Fighter “WORTAC 1” ist keine Ausnahme und ist in nummerierten Modellen erhältlich. Bud Nealy läßt seine Kunst auf den Stahl wirken und hat ein Vorserienmodell fertig. Bud, der sich auf leichtgewichtige, feststehende Klingen spezialisiert hat, wird seinen patentierten, magnetischen Schnellverschluß mit verdeckter Scheide Teil der Packung sein lassen. Bud bot mehrere Ideen an und baute sie mit ein, um dieses Modell flach, schnell, leicht, funktionell und taktisch wirkungsvoll zu machen. Erscheinungsdaten sind derzeit nicht erhältlich, aber es sollte in Kürze in Produktion gehen. Bin ich aufgeregt? NA LOGISCH!!
Was passiert sonst noch? Seminare, DVD-Projekte, “Water and Steel”-Trainingscamps, als auch 3- oder 5-tägige persönliche Einzelunterrichtsprogramme. Die persönlichen Programme werden im Natural Spirit Gym in Tacoma abgehalten und so eingerichtet, daß sie die spezifischen Bedürfnisse jedes Einzelnen abdecken. Ich habe Unterricht gegeben für Praktiker von so weit entfernten Orten wie Südafrika, Australien und England. Da dies der Fall ist, planen diejenigen, die von Kalifornien, New York oder Kanada kommen, ihre Programme sechs Monate im Voraus ein. Ich genieße wirklich die persönliche Einzelunterrichtsmethode und fahre damit fort, eine Menge engagierter Kampfkünstler und andere ernsthafte Praktiker der Kampfwissenschaften zu treffen. Kampfkünste sind mein Leben, und das Leben verändert sich täglich. Schau immer in Dein Herz hinein...

Nachwort von Kelly Worden: Die Geister der Vergangenheit hervorzubringen, ist niemals ein angenehmer Vorgang. Ein Teil Deiner inneren Verteidigungsinstinkte wird es ihnen erlauben, in Dir zu verweilen und Dein tägliches Leben mit Negativität zu verzehren und Deine Motivation für den Erfolg zu zerstören, während ein anderes Element uns von dem Schmerz der Erinnerungen abtrennt, nur nach positiver Betrachtung von hinter der Tür Verborgenem heimlich suchend. Ich verschaffe mir Frieden durch karmatische Balance und die Ernte der Belohnungen meines Lebensstils, von Vergangenheit und Gegenwart. Bedeutet dies finanzielle Freiheit, Liebe, Erfolg, Gesundheit, Zufriedenheit? Ja, das tut es...aber es ist nicht alles meins. Ausgeglichenheit ist keine Option, eher eine Motivation, an die man glaubt. Kurze Atemzüge der Zurückzahlung in der Karmawelt sind eine Angelegenheit der Selbstopferung. Hast Du schon mal den Ausspruch gehört, daß es zwei Richtige erfordert, um ein Falsches zu korrigieren (zurückzuzahlen)? Die Wahrheit liegt in dieser kleinen Aussage. Dein Niveau der Hingabe an Familie, Gesellschaft und die ausgestreckte Hand der Brüderlichkeit wird direkt den Pfad beeinflussen, den Du gewählt hast. Für mich ist es wirklich hart, haßerfüllt selbst auf meinen Feind zu sein, weil ich an einem anderen Tag und in einer anderen Situation wie er gewesen bin. Jemand mir Nahestehender, den ich in die Arme geschlossen habe, erfährt Schmerz und tiefen Verlust durch Gewalt. Es ist unsere Pflicht, den Schmerz anderer Leute aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu vertilgen, in dem Bereich, es als Nahrung zum Wachsen zu nutzen. Am wichtigsten ist, daß wir nicht verhärtet und abgetrennt von unserem wertvollsten Geschenk überhaupt sind, dem Leben selbst. Denk daran: Je mehr Müll Du schlucken kannst, desto besser wird er schmecken.


von und mit Datu Kelly S. Worden bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Kelly S. Worden Seminar

Training Camp Series

Water & Steel

Personal Protection Program

Defensive Walking Cane

Stick & Steel II: Filipino Martial Arts Seminar

Modern Knives 2: South East Asian Fighting Arts

Ultimate Streetfighter: Kelly Worden’s Natural Spirit – The Way of Renegade Jeet Kune Do

Destroy, Trap, Lock: Secrets of Limb Destruction, Trapping, and Joint Locking

Practical Knife Fighting For Personal Protection

Urban Knife Warfare: Edged Weapon Combat for Military Personnel and Defense-Minded Civilians

21st Century Knife Combat Set: The Complete Series: Unarmed Against the Blade, Long Blade Fighting Strategies, and Blade Against Blade

Bridging Hands Striking Relations 1

Bridging Hands Striking Relations 2

Double Baston Concepts 1.5

Travel Wrench Key Ring Instructional DVD

Tactical Baton: Street Stick Personal Defense System

Tactical Baton DVD: Neutralize the Threat, Deployment – Targeting – Mobility, Control Tactics and More!

Kickboxing for Street Defense 1

Kickboxing for Street Defense 2

Kickboxing for Street Defense Set

Bücher:

Travel Wrench Key Ring Training Manual

Waffen:

Travel Wrench Key Ring

Travel Wrench Soft Trainer

Travel Wrench Carry Clip