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Interview mit Gabriel Suarez

Frage: Was hat Dich dazu motiviert, The Combative Perspective zu schreiben?

Gabriel: Ich hatte Bände über die Mechaniken des Schießens mit Pistolen, Schrotflinten und Gewehren geschrieben, genauso über Taktiken, aber nichts darüber, wie man den Geist vorbereitet. Dieses mentale Vorbereitungsgeschäft ist die wichtigste Sache von allen, und ich wollte meine Gedanken für meine Leser zu Papier bringen.

Frage: Wie würdest Du es vergleichen mit Jeff Coopers Klassiker Principles of Personal Defense?

Gabriel: Jeffs Buch ist ein Klassiker und sollte sich in jedermanns Büchersammlung befinden. Es ist aber sehr allgemein gehalten. Ich denke, The Combative Perspective ist viel spezifischer für unsere heutigen Zeiten im Bezug auf die Probleme, denen sich ein Kämpfer des 21. Jahrhunderts gegenüber sieht. Die Besorgnisse in 1950, 1960 und selbst 1970 waren unterschiedlich von dem, was jeder von uns sich heute gegenüber sehen mag. Ich vermutet beispielsweise, daß in 1975 wenige sich darüber gesorgt haben, was sie zu einem Ermittlungsbeamten nach einem Schießen gesagt haben würden. Das ist heute ein großer Diskussionspunkt, und ein paar wenige, schlecht gewählte Worte können ein gutes Schießen in ein schlechtes verwandeln.

Frage: Du bist in eine Anzahl von...sollen wir sagen...kritischen Zwischenfällen verwickelt gewesen. Was ist die wichtigste Sache, die Du aus Deiner Erfahrung gelernt hast?

Gabriel: Ich habe gelernt, daß Training lebenswichtig ist. Der Mann, der trainiert und sich vorbereitet, wird gut abschneiden. Falls er die Dinge dem Zufall überläßt mit wenig oder keiner Vorbereitung, wer weiß? Gleichermaßen wichtig ist die Angelegenheit der mentalen Einstellung oder des Blickwinkels. Die Schießprobleme, denen ich mich gegenüber sah, waren von einem “Schießstand”-Blickwinkel aus gesehen nicht schwierig. Den mentalen Vorteil gehabt zu haben war das, was es mir erlaubte, die Oberhand zu haben (das und ein paar andere Dinge – wie z.B. meinen Glauben an Christus).

Frage: Du bist lange Jahre ein Polizeibeamter in Südkalifornien gewesen. Dennoch waren Deine Ansichten zu einigen umstrittenen Themen, wie z.B. zivilem Waffenbesitz, häufig gegensätzlich zur vorgegebenen Richtlinie gewesen. Warum war das so?

Gabriel: Weil ich immer ein Freidenker gewesen bin und immer gesagt habe, was ich denke, selbst wenn es meiner Karriere schadet. Es gibt da einige Polizeibeamte, die eine arrogante Einstellung entwickeln und denken, daß sie irgendwie besser sind als die Öffentlichkeit, die ihnen ihren Lohn bezahlt. Sie fangen an, eine wahre “Wir und sie”-Anschauung zu pflegen und mißtrauen jedem, der kein Polizeibeamter ist. Dies führt direkt zu der Einstellung, daß nur Polizeibeamte Schußwaffen haben sollten, weil reinen Zivilisten nicht getraut werden kann. In jedem Fall ist das falsch. Ich habe mich dem nie angeschlossen. Ich vergesse niemals, daß, unabhängig von der Uniform, gilt: “Einmal ein Zivilist, später wieder einmal Zivilist.” Ich erinnere mich, als ich während der Unruhen von 1992 auf einen Ladenbesitzer traf, der mit einer ungeladenen Schrotflinte in seinem Fernsehgeschäft Wache stand. Die Waffengeschäfte hatten geschlossen. Also konnten “bloße Zivilisten” keinerlei Munition bekommen. Ich gab dem Mann eine Schachtel mit Schrotpatronen für den Fall, daß er sie benötigt, um sich selbst oder sein Eigentum gegen die Wilden zu beschützen. Es geht nicht um Polizeischutz; es geht um persönliche Freiheit und die Fähigkeit, Dich selbst zu beschützen.

Frage: Was ist Deine Ansicht zu Erlaubnissen zum verdeckten Tragen von Schußwaffen?

Gabriel: Wir sollten sie nicht brauchen. Jeder gute Typ sollte in der Lage sein, eine Pistole in eine Tasche zu stecken und überall im Land spazierenzugehen, ohne belästigt zu werden. Punkt. Nichtsdestotrotz, ausgenommen in wahrhaft freien Staaten, wirst Du das nicht bekommen. Genehmigungen zum verdeckten Tragen von Waffen sind die nächstbeste Sache. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben nahezu alle US-Bundesstaaten eine staatliche Genehmigung. Tatsache ist, daß es meines Wissens nur eine Handvoll an Staaten gibt, die ihren Bürgern auf diese Weise nicht vertrauen. Schließlich werden alle Staaten (vielleicht mit Ausnahme von New York und Kalifornien) staatlich erteilte Genehmigungen haben, die von allen anderen Staaten anerkannt werden. Es ist die Entwicklung der Zukunft. So weit es die sozialen Auswirkungen von all dem betrifft, denke ich, daß die starke Verbreitung von Genehmigungen zum verdeckten Tragen von Waffen der Grund dafür ist, daß die Verbrechensraten in den letzten paar Jahren gefallen sind. Erzähle einem Ganoven, daß es da eine Million Mäuse in einem Haus gibt, aber das es da drei bewaffnete Typen gibt, die bereit dazu sind, jeden niederzuschießen, der hineingeht, und Du wirst sehen, wie der Ganove sich ein anderes Haus aussucht.

Frage: Du sagst, daß “traditionelle” Schießausbilder Probleme mit Deinen Lehren haben. Welche spezifischen Konzepte oder Techniken lehnen sie ab und warum?

Gabriel: Nun, Du hast eine Gruppe von alteingesessenen Lehrern und Schulen, die sagen, daß Du ihre Methoden verwenden mußt, weil sie die besten sind und niemand sonst irgendwelche Antworten hat. Sie sagen, Du mußt mit dieser speziellen 2000-Dollar-Pistole schießen, auf diese besondere, von der Schule gebilligte Art und Weise stehen, diese freigegebene Technik verwenden und so weiter und so fort. Dann komme ich daher und trete ihren Futternapf ganz aus dem Haus heraus, in dem ich sage: “Schieße irgendeine Art von Schußwaffe, die Du möchtest, stehe nicht, sondern bewege Dich, und bewege Dich so, als ob Du in einen Kampf gehst. Integriere waffenlosen Nahkampf und die Schußwaffe, und verwende welche Technik auch immer für Dich funktioniert.” Für den Schüler ist es befreiend. Für den traditionellen Trainer ist es ein Albtraum an Fragen.

Frage: Du kritisierst polizeiliche Schießpraktiken als zu “politisch korrekt”. Was meinst Du damit?

Gabriel: Die Mehrheit der offiziell genehmigten Polizeischulen, die ich besucht habe, deren Kurspläne ich gelesen habe oder deren Schüler ich trainiert habe, konzentrieren sich nicht auf die selbe Art von Material, das Du in einer Trainingsveranstaltung im privaten Sektor bekommst. Und das schließt ebenfalls viele der von der Industrie gesponserten Schulen ein. Häufig ist ihr übergreifender Schwerpunkt der, Cops so besorgt wegen der Rückwirkungen des Beschießens von irgend jemand zu machen, daß sie beinahe zu ängstlich sind, ihre Schußwaffen mit zur Arbeit zu nehmen. In einem Unterricht bestand der Trainingskader aus Ermittlern der Dienstaufsichtsbehörde! Und das war ein Taktikunterricht. Ich hatte einen Verwaltungsbeamten (der prominent darin war, Cops zu trainieren und jetzt ein stellvertretender Polizeichef in Südkalifornien ist), der mir sagte: “Es geht nicht um Strafvollzug, sondern es geht um Wahrnehmung.” Ich lache, wenn manch ein Trainer seinen Unterricht inseriert als “nur für die Polizei”, als ob dieser Ausdruck den Unterricht irgendwie mehr fortgeschritten oder die Themen “tödlicher” macht. Blödsinn. Die modernsten Unterrichte befinden sich in den Waffenhallen des privaten Sektors, den inoffiziellen Schießschulen.

Frage: Gibt es da irgendwelche Polizeidienststellen, die wirkungsvolles Schußwaffentraining anbieten?

Gabriel: Ich bin sicher, daß es da welche gibt. Ich habe z.B. mit dem DEA zusammengearbeitet, und ihre Schützen sind sehr gut. Einige der Federal Air Marshall-Trainer, die unsere Close-Range Gunfighting-Kurse besucht haben, sind außergewöhnlich. Und ich habe viele Polizeibeamte, die in meine Trainingskurse kommen, die phantastische Schützen sind. Aber sie sind so wegen ihrer persönlichen Anstrengungen, nicht wegen ihrer Dienststelle.

Frage: Welches sind heutzutage Deine Empfehlungen für ernsthafte Selbstverteidigungs-Handfeuerwaffen?

Gabriel: Nun, ich trage noch immer meine Glock 22 im Kaliber 40. Dies ist ein Bereich, in dem ich normalerweise Haßbriefe dafür bekomme, weil ich nicht jedem sage, er soll losgehen und sich eine maßgeschneiderte Colt 1911 kaufen und sie mit Hartkernmunition laden. Ich habe mich an die Glock gewöhnt, und jetzt, da ich alles führen kann, was ich möchte, bleibe ich bei ihr. Die wichtigsten Dinge sind, daß die Schußwaffe, die Du hast, angenehm in Deiner Hand sitzt, und sie muß in einem Kaliber sein, das Du kontrollieren kannst. Du brauchst keine 5.000-Dollar-Kanone, wenn Du es genauso gut mit einer Glock oder Walther 9 mm-Para erledigen kannst. Die Angelegenheit des Modifizierens von Schußwaffen ist jetzt nicht mehr ein solcher Punkt der Besorgnis wie er es in der Vergangenheit war, weil die meisten ernsthaften Waffen bereits mit tauglichen Visieren, Abzügen usw. ausgestattet sind.

Frage: Trainierst Du noch immer in den Kampfkünsten?

Gabriel: Ja, wir haben eine spezielle Trainingsgruppe in meiner Gegend, die sich regelmäßig zum Training und Studieren trifft. Ich trainiere außerdem regelmäßig, und ich integriere alles im Training – Schußwaffen, Messer, Stöcke, Fäuste usw.

Frage: Glaubst Du, daß alle Polizeidienststellen kampfkunsttrainierte Ausbilder für das Nahkampftraining beschäftigen sollten?

Gabriel: Ja, aber darüber hinaus glaube ich, daß Polizeidienststellen die richtigen Leute anstellen sollten. Falls sie die richtigen Leute einstellen, würden sie sie nicht in Kampfkünsten zu trainieren brauchen, weil sie diese Fertigkeit bereits haben würden.

Frage: Hast Du gesehen, ob sich die Einstellung der Amerikaner zu Freiheit und Schutz seit dem 11. November verändert hat?

Gabriel: Ja, absolut. Unter denjenigen in der Kampfgemeinde (d.h. Waffenbesitzern und Kampfkünstlern) gibt es eine große Sorge wegen diesen Angelegenheiten. Mehr und mehr Amerikaner erkennen, daß wahre Heimatsicherheit bei ihnen selbst beginnt. Dennoch gibt es viele andere, die ihrer Pflicht und Freiheit ihre Rücken zukehren und statt dessen aus Furcht jedes Korn an Freiheit, das sie besitzen, aufgeben möchten. Wenn die ersten Terroristen etwas versuchen, wird es da keine Zeit geben, den Notruf anzurufen oder sich abzuducken und in Deckung zu gehen mit Deiner Rolle Klebeband in der Hand. Es wird da nur Zeit für bereitwillige und fähige Bürger geben, um es zu stoppen...mit Schmackes und Überzeugung.

Frage: Was hältst Du für die größte heutige Bedrohung der Freiheit in Amerika?

Gabriel: Den Wunsch nach der Illusion von Sicherheit.


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