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Interview mit Louis Awerbuck

Frage: Was ist die schwierigste Sache, die man den Leuten über das Schießen beibringen muss?

Louis: Für Anfänger ist es wahrscheinlich, sich klarzumachen, dass es einfacher ist, als sie denken. Sie neigen dazu, das Problem zu sehr zu durchdenken. Für erfahrene Leute ist es, tief verwurzelte Probleme zu korrigieren, die sie seit Jahren haben. Das ist viel schwieriger.

Frage: Viele Leute können die Bewegungsabläufe lehren, die ziemlich einfach sind, glaubst Du nicht auch?

Louis: Sie sind extrem einfach. Es ist Visier, Abzug, Durchziehen. Das ist schon alles. Das ist alles, was es schon immer gewesen ist, sind erst einmal der Griff, die Stellung, die Schießhaltung und derartige Dinge ausgearbeitet. Die tatsächliche Operation des Schickens eines Projektils entlang der Schießbahn auf ein stehendes Ziel ist Zielen, Druckpunktnehmen, Abdrücken. Die meisten Leute versuchen zu genau zu schießen und denken zu viel über das Problem nach. Sie versuchen, hundertzehn Prozent zu erzielen und enden mit nur vierzig Prozent. Meine Herangehensweise an das Spiel ist die Psychologie darin, das Warum und Weshalb. Das ist sie immer gewesen.

Frage: Ich habe gerade Dein Buch Tactical Reality gelesen, und Du sprichst eine Menge darüber. Mir gefielen besonders die Kapitel, die sich mit Herz und Verstand befassen. Das ist ein ziemlich tiefgehendes Thema.

Louis: Für einen jungen Menschen ist es wirklich tiefgehend. Aber nichts davon ist neu. Dieses Zeug ist 5.000 Jahre alt. Es ist die selbe Mentalität, wie sie die Samurai, die Ninja, Dschinghis Khan, die Römer, die Griechen, die Spanier hatten. Du kannst einfach weiter zurück durch die Jahrhunderte gehen. Es war schon immer die selbe Sache.

Frage: Warum verstehen manche Leute das nicht?

Louis: Einige der Leute, die es nicht verstehen, sind in ihrem Beruf hochqualifizierte Menschen – wie etwa ein Berufspilot, ein Neurochirurg, jemand, der es sich nicht erlauben kann, bei seiner normalen Beschäftigung sich den kleinsten Ausrutscher zu leisten. Also durchdenkt er jede kleinste Sache, wenn er eine Waffe abfeuert oder seine Pistole aus dem Holster zieht. Sie durchdenken “Was ist wenn”-Dinge bis zum Umfallen. Andere Leute, die es nicht kapieren, sind nicht wirklich kampforientiert. Von dem, was ich gesehen habe, denke ich, dass es eine gesellschaftliche Sache ist. Machen wir uns klar, dass Du in Nordamerika so ziemlich alles kaufen kannst, was Du nur möchtest. Also neigen Leute dazu zu denken, dass, wenn sie eine bestimmte Summe an Geld bezahlen, um beigebracht zu bekommen, wie man etwas mit einer Feuerwaffe tut, das Nettoergebnis am Ende des Tages ist, dass Du in der Lage sein wirst, es zu tun. Es ist so, als ob Du dafür bezahlst, dass Deine Bremsen repariert werden oder für eine Blinddarmoperation zu bezahlen. Sie bezahlen für eine Dienstleistung, und sie erwarten, dass es getan wird. Sie rechnen sich nicht aus, dass sie selbst irgendeine Fertigkeit benötigen oder dass sie etwas von sich selbst darin einzubringen haben. Ich gebe Unterrichte an Zivilisten, insbesondere in Kalifornien, mit einer großen Kundschaft an Asiaten. Du kannst sofort den Unterschied in der Geisteshaltung sehen. Um einiges scharfsinniger, um einiges stärker, um vieles mehr kampforientierter und tiefere Denker. Du kannst es am ersten Tag des Pistolenunterrichts Stufe Eins sehen. Die meisten von ihnen sind gerade erst in der zweiten Generation hier. Also ist es für sie eine Sache des Überlebens. Jemand kroch herum und wusch über achtzig Jahre lang in einer Nebenstraße in Hongkong Wäsche, um genug Essen auf den Tisch zu bringen, damit der Erstgeborene schließlich zur Schule, auf die Universität, nach Amerika oder sonstwohin gehen konnte. Sie haben diese traditionelle Geisteshaltung beibehalten, und es überträgt sich auf Schusswaffen auf dem Schießstand. Samoaner – sie alle sind Kämpfer. Jeder einzelne von ihnen. Warum würde ein Samoaner, der seit dreißig Jahren in diesem Land ist, ein guter Kämpfer sein? Weil seine geistige Einstellung stabil geblieben ist.

Frage: Was tun die Nichtkrieger, wenn sie in Schwierigkeiten geraten?

Louis: Ihnen wird wahrscheinlich ihre Pistole abgenommen werden, weil sie, ganz ehrlich gesagt, tief in ihrem Inneren nicht bereit dazu sind, ein Leben zu nehmen, selbst bei der Verteidigung ihres eigenen. Also wird ihnen wahrscheinlich ihre Pistole weggenommen werden, sie werden mit ihrer eigenen Pistole erschossen, und dann wird der Ganove mit ihrer Pistole sich davonmachen und dann damit weitere Menschen erschießen.

Frage: Eine Anzahl von Ausbildern hat mir gesagt, dass das schwierigste Problem, mit dem sie umzugehen haben, das ist, dass etwa achtzig Prozent der Leute nicht in der Lage sind, eine andere Person zu erschießen.

Louis: Falls ein Schütze jemandem nicht auf zwei Metern in die Augen sehen kann und bereit dazu ist, ein Menschenleben zu nehmen, sollte er keine Schusswaffe tragen. Viele Leute glauben, dass sie bereit dazu sind. Sie können auf der Jagd Bambi im Wald umlegen. Aber wenn es darum geht, einem Menschen in die Augen zu sehen – der ganz einfach ein Tier ist, das auf seinen Hinterbeinen geht – und Kugeln auszuteilen, können sie es nicht tun. Ich denke, es ist eine Folge des Verdummens der Gesellschaft. Mein Gott, jemand ist dabei, auf mich zu schießen und mich zu töten, lass mich ans Handy gehen und 110 wählen. Die Polizei wird auf magische Art und Weise rechtzeitig auftauchen und sich selbst zwischen mich und diesen Typ in zwei Meter Entfernung hineinwerfen, der mit einem 30 cm langen Messer auf mich zukommt. Es ist wie ein Geräusch in Deinem Automotor. Falls Du das Radio lauter machst, verschwindet das Geräusch aus dem Motor. Nein, tut es nicht. Der Motor wird auseinanderfliegen. Lass den Motor jetzt reparieren oder Du wirst am Straßenrand mit einer Panne liegenbleiben mit Deinem tollen Radio. Jede gute Seite hat ihre Schatten. Ich bin kein Pessimist, ich bin ein Realist.

Frage: Siehst Du eine bestimmte Parallele zwischen Pistolenschießen zur Verteidigung und Jagd auf gefährliches Großwild?

Louis: Sicher, soweit es den Adrenalinausstoß, das chemische Cocktail, angeht. Bambi besteht bloß aus Leitungen, Adern, Fleisch, Knochen, Knorpeln, Blut, den selben Dingen wie der Vergewaltiger in der dunklen Gasse.

Frage: Aber ich spreche von gefährlichem Großwild. Der Jäger hat keine Angst vor Bambi.

Louis: Falls ich vor Dir Angst habe, in Angst um mein Leben bin, muss ich etwas dagegen tun. Aber wir sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der andere Leute uns beschützen. Wir erwarten, einen Telefonanruf zu tätigen und jemand wird da sein. Es ist so wie die Bettdecke über Deinen Kopf zu ziehen, um Dich vor dem Schwarzen Mann zu schützen.

Frage: Das erinnert mich an die Geschichte von dem Polizisten, der seine Dienstwaffe zieht und sie in den Fußboden leer feuert, damit der böse Typ sie ihm nicht wegnehmen wird. Was ist dabei vorgegangen?

Louis: Falls Du von dem selben echten Zwischenfall sprichst, an den ich denke, war dies eine fürchterliche Schießerei. Der Cop und seine Partnerin waren da, um eine gerichtliche Vorladung zu überbringen, und dieser Typ hatte in der Nacht zuvor ein Problem mit seiner Frau gehabt oder war mit dem falschen Fuß aufgestanden oder so etwas, und sobald die beiden Cops hineinkamen, ergriff er die Schußwaffe der weiblichen Polizeibeamtin und tötete sie damit auf der Stelle. Daraus ergab sich dann dieser fürchterliche Feuerkampf. Der Polizeibeamte endete mit zwei Schusswaffen, beides Revolver. Und er schoß einen in den Fußboden des Hauses leer, damit der andere Typ ihn nicht wegnehmen und gegen ihn benutzen könnte, während er versuchte, den anderen nachzuladen. Er lud zweimal nach, in einem Zimmer, in einem Schusswechsel, der nahezu zwei Minuten andauerte. Er schoß dem Typ mit aufgesetzter Mündung in den Brustkorb. Der Typ fiel zu Boden, und dann stand er auf, als sich der Polizeibeamte umdrehte. Der Typ stand auf und schlug den Cop mit einem Vierkantholz. Die Sache ist die, dass Du nicht mehr weißt, was Du in einem Feuerkampf getan hast, wenn Du nachher darauf zurückblickst. Du denkst, Du weißt, was Du getan hast. Du wirst alles zurückverfolgen bis zu der Voraussetzung, zu der Du es zurückverfolgen willst. Er hat vier Räder und er ist ein Chevy, daher ist mein Pickup ein Chevy, weil er vier Räder hat, selbst wenn er ein Ford ist. Du kannst alles zurückverfolgen bis zu einer Voraussetzung.
Es ist so, als ob Du befürwortest, was umgangssprachlich Zielschießen genannt wird und Du jemand triffst – Du bist in einer Situation mit tödlicher Bedrohung, und Du feuerst eine Kugel ab und triffst ihn aus 10 Metern direkt zwischen die Augen. Du wirst Dich selbst davon überzeugen, dass Du diese Kugel gezielt geschossen hast. Du magst über das Visier gefeuert haben. Du weißt es nicht. Colonel David Hackworth hat einen ziemlich guten Ausdruck für die Auswirkung, nämlich dass Deine Wahrnehmung in der Schlacht nur soweit reicht wie Dein Korn. Falls Du fünf Leute nimmst, die bei einem Zwischenfall beteiligt waren und sie direkt nach dem Zwischenfall voneinander trennst, wirst Du fünf verschiedene Geschichten darüber bekommen, was passiert ist. Wir haben keine Wahrnehmung von dem, was passiert, wenn es passiert. Ich habe einen Typ mit einem Repetiergewehr gesehen, der vier Patronen daraus herausgeholt hat, indem er nur den Repetierhebel bewegte, ohne jemals den Abzug zu drücken, und nicht verstand, warum der Springbock nicht umfiel. Da gibt es Leute mit einer halbautomatischen Pistole in einem Kampf, die niemals den Abzug drücken, den Schlitten zurückziehen, nie den Abzug durchdrücken, den Schlitten wieder zurückziehen und acht oder vierzehn scharfe Patronen herausziehen und auf dem Boden liegen haben. Es nennt sich Jagdfieber. Das fasziniert mich. Es ist die Psychologie, es ist alles mental.
Ich habe nicht die göttliche Gabe für das Schießen, aber was erfordert es denn, um ein Ziel zu treffen? Ein unbewegliches Ziel auf der Schießbahn. Visier, Abzug, Durchziehen. Warum also gehst Du da raus, verschießt zehn Schuss und verfehlst nach vierzig Jahren und Gott weiß wie vielen Millionen Patronen? Etwas in Deinem Kopf geht schief; Du machst etwas Dämliches, wie beispielsweise am Abzug zu zerren oder darin zu versagen, das Visieren zu Ende zu führen.
Es ist nichts Besonderes daran, einen Neuling zu nehmen und ihm beizubringen, wie man schießt. Die am besten schießenden Pistolenklassen, die Du jemals sehen wirst, sind ein Dutzend 14-jährige Mädchen, die niemals zuvor eine Pistole angefasst haben. Sind sie Revolverhelden? Ich weiß es nicht, aber soweit es die Mechanik des Schießens angeht, kann man sich keine besseren wünschen. Ein Lehrgang mit 14-jährigen jungen Frauen wird erstaunliche Pistolenschützinnen hervorbringen. Sie haben kein Ego, sie haben sich nicht die vorausgehenden Fehler angeeignet (selbst in der heutigen Zeit ist es normalerweise der Sohn, der vom Papa zum Schießen mitgenommen wird), also wissen sie auch nicht, wie man vorbeischießt.

Frage: Schießen unter Belastung – in Training oder Wettkampf – kommt so nahe wie möglich an das reale Leben heran. Warum klärt und beschleunigt dieser Druck bei einigen Leuten den Geist, bringt aber bei anderen die Hirne durcheinander?

Louis: Jeder hat einen Knopf. Das Entscheidende ist, dass Du keinen Druck auf mich ausüben kannst, falls ich Dir nicht erlaube, es zu tun. Falls ich mich selbst geistig dazu unterjochen lassen möchte, Dir zu erlauben, etwas mit mir auf einem Schießstand zu tun, das die grundlegende mechanische Operation beeinflussen wird von dem, was ich immer tue, dann werde ich mein Gehirn durcheinanderbringen. Falls Du mir eine Übung gibst, wirkt diese Übung, und ich verstehe, worum es in der Übung geht, und ich produziere Resultate am laufenden Band. Das ist es, was Gunnie Carlos Hathcock als “in die Blase hineinkommen” bezeichnet. Jeff Coopers Mann-gegen-Mann-Ausscheidungsschießübung namens “Flying M” wird heute noch immer benutzt. Ich weiß nicht, wann er sie das erste Mal eingesetzt hat, aber ich bin über fünfundzwanzig Jahre mit ihm zusammengewesen, daher weiß ich, dass sie seit einem Vierteljahrhundert im Umlauf ist. Jeden Freitagnachmittag in einem 250-Lehrgang (Verteidigungspistolenschießen) in Gunsite hast Du einen sogenannten Gewinner, der normalerweise ziemlich gut ist, und der Rest sind “zweite Sieger”. Aber Du hast nicht wirklich einen Gewinner. Du hast Leute, die sich selbst wieder und wieder besiegen. Der Gewinner des Flying M ist selten jemand, der besser als dreiviertel der Lehrgangsteilnehmer ist. Er behielt bloß seine Fäkalien zusammen. Das ist alles, was er tat. Es ist ein Ziehen mit drei Runden – Peng, Peng, schnelles Nachladen, Peng. Das ist alles. Es ist etwas, zu dem fünfundneunzig Prozent der Lehrgangsteilnehmer in der Lage sind, es am Mittwochnachmittag zu tun. Aber am Ende des Lehrgangs steckt eine Nadel im Kopf. Es ist alles eine Angelegenheit des Geistes.
Jedermann sagt immer, die Schusswaffe ist bloß ein Werkzeug. Unter dem Strich gesehen ist die Schusswaffe wirklich bloß ein Werkzeug. Das ist sie wirklich. Sie ist ein Stück Metall. Wie häufig lässt Du Dich von einem zwei Pfund schweren Stück aus Metall austricksen? Wir sprechen hier nicht davon, eine F-14 Tomcat zu fliegen. Dies ist keine Gehirnchirurgie. Aber es ist Psychologie.

Frage: Kriegst Du vom Ausbilden noch immer einen Kick?

Louis: Absolut. Andernfalls würde ich es nicht tun. Falls ich in meinem Leben hätte Geld verdienen wollen, würde ich etwas anderes gemacht haben. Weil Du diesen Job nicht richtig machen und dabei ein Vermögen verdienen kannst. Du kannst ein gutes Leben haben, es angenehm haben, Du kannst essen und ein Dach über dem Kopf haben. Aber falls Du ein Vermögen an Geld machst, stellst Du das Geld als eine Priorität hin, und ich habe ein moralisches und ethisches Problem damit. Ich behaupte nicht, der selbstloseste Mensch der Welt zu sein. Aber falls Du das Geldverdienen zu Deiner Priorität machst, oder das Ego zu Deiner Priorität, dann hast Du ein Problem. Und davon gibt es eine ganze Menge. Es ist in diesem Spiel in den letzten zehn Jahren wild auswuchernd geworden.

Frage: Warum insbesondere in den letzten zehn Jahren?

Louis: Ich habe eine Theorie. Es ist eine persönliche Theorie. Sie ist wahrscheinlich falsch. Als damals die verdeckte Trageweise herauskam, konnte so ziemlich jeder es unterrichten. Du unterrichtest es aus einem Buch. Es ist in erster Linie ein Gesetz. Du gehst zu Gunsite oder Thunder Ranch oder Blackwater oder irgendeiner anderen der berühmten Schulen, Du nimmst als Schüler an einem Lehrgang teil, und ganz plötzlich eröffnest Du Deine eigene Schule und bist ein Schießausbilder.
Sich dafür zu entscheiden, dass Du alles über Feuerwaffen und Taktiken weißt, ist die aufgeblasenste Sache, die Du tun kannst. Ein Arzt muss auf die Universität gehen. Ein KFZ-Mechaniker wird seine Arbeit verlieren, wenn er über all diese Technologie in den heutigen Autos kein Fortbildungstraining erhält. Ein Waffenausbilder sagt einfach: “Hi, ich bin ein Waffenausbilder, und ich weiß alles über Schusswaffen und Training und Taktiken und Strategien.” Und die Leute zahlen ihm ihr Geld. Du schaust Dir die Lebensläufe von Ausbildern an, und sie haben all diese Lehrgänge besucht. Aber was haben sie getan? Um Dir die Lehrbefugnis zu geben, ist das, was Du getan hast, die Lehrpläne von jedem anderen übernommen zu haben und sie in Dein eigenes Programm eingefügt zu haben. Du unterrichtest es wie ein Papagei.

Frage: Es gibt da definitiv eine starke Zunahme an sogenannten Schießakademien, einige von ihnen geleitet von IPSC (International Practical Shooting Confederation)-Typen, die ein paar Titel gewonnen haben und eine Schule eröffnen.

Louis: IPSC-Typen sind sehr gute Schützen. Offensichtlich hat sich die IPSC seit den frühen Tagen verändert von dem, was Jeanne-Pierre Denis, Jeff Cooper und die ursprünglichen Typen beabsichtigt hatten, daraus zu machen. Das “P” war dazu gedacht, für praxisnah zu stehen. Die Auseinandersetzungen setzten sich in den 80ern und sehr frühen 90ern darüber fort, ob es praxisnah ist oder nicht. Schließlich ging die IPSC in den frühen 90er Jahren auf die Bühne, wo sie sagten: “Nein, wir sind nicht praxisnah, es ist ein Sport.” Aber das Entscheidende ist: Wenn Du jemand hast wie Rob Leatham, Jerry Barnhard, Typen wie diese, sie sind unglaubliche mechanische Schützen. Und wenn sie eine Schule eröffnen und mechanisches Schießen unterrichten, was viele von ihnen tun, dann denke ich, dass daran nichts verkehrt ist.

Frage: Aber ist mechanisches Schießen das, was von den meisten Leuten benötigt wird, die ihre Erlaubnis zum verdeckten Tragen bekommen haben und sich selbst beschützen möchten?

Louis: Was glaubst Du, wie viele Leute, die eine Erlaubnis zum verdeckten Tragen bekommen, es ernst damit meinen? Wie viele glaubst Du möchten ein Stück Papier abstempeln lassen, damit sie legal eine Feuerwaffe haben können, falls sie eines Tages eine benötigen mögen? Die meisten Leute kaufen eine Schusswaffe, nehmen an einem Unterricht für verdecktes Tragen teil, kaufen eine Schachtel mit fünfzig Schuss Munition, und die Feuerwaffe und die fünfzig Schuss Munition werden dreißig Jahre später auf ihrem Anwesen gefunden. Irgendwo in einer Schublade.

Frage: Diese Leute müssen eher einen Denkprozess anregen, als dass sie lernen müssen, wie man gut schießt.

Louis: Ich habe einmal eine Pendeluhr auseinandergenommen, das ganze Ding zerlegt und konnte sie nicht wieder zusammenbauen. Glaubst Du nicht, dass ein Uhrmacher gesagt haben würde, warum nimmt der Typ diese Uhr auseinander? Genau wie wir sagen, warum trägt dieser Typ eine Schusswaffe, warum ist es ihm nicht ernst damit, warum geht er nicht durch einen Denkprozess? Bei uns sind es Schusswaffenstrategie und -taktiken, bei jemand anderem geht es um eine Uhr. Der einzige Unterschied ist der, dass das Überleben instinktiv ist. Es ist keine erlernte Angewohnheit. Und heutzutage passiert etwas Seltsames. Schau Dir einen 13- oder 14-jährigen Jungen heute an. Er wurde in einer Welt voller politischer Korrektheit aufgezogen – nicht zurückschlagen, halt die andere Wange hin usw. Er hat seinen Selbstschutzinstinkt verloren. Schau Dir den 11. September an. Die Leute sagten: “Das ist schrecklich, jemand hat diese Gebäude zerbombt, das ist absolut grauenhaft, jemand muss etwas deswegen tun.” Wer ist dieser “Jemand”? Ich weiß es nicht, denn ich kann es nicht tun, ich bin gerade beschäftigt. Selbsterhaltung wird aus uns herausgezüchtet. Es ist periodisch. Alle einhundert, zweihundert Jahre passiert es. Heutzutage wirst Du im Supermarkt beim Wettlauf um die Kerzen totgetrampelt, falls jemand für eine Stunde lang einen Stromausfall hat. Du kannst keine Stunde in der Dunkelheit in Deinem eigenen Haus durchhalten.
Krieg ist immer die Lösung gewesen. Krieg hat immer all die Probleme gelöst. Du reduzierst die Anzahl der Mäuler, die zu stopfen sind. Jeder hat einen Job. Instinkte werden neu belebt. Das ist der Grund dafür, warum es ständig Krieg gibt. Als der Mensch tatsächlich das erste Feuer angezündet hat und sich ausrechnete, wie die Flammen funktionieren, sagte er: “Wen können wir jetzt verbrennen gehen?” Und die Welt wird wegen der Technologie in einer erstaunlichen Geschwindigkeit kleiner, keine Frage. Wir verlieren die Fähigkeit zum Denken. Brauchen wir die Fähigkeit des Denkens? Im Augenblick ja, aber wir mögen die Fähigkeit des Denkens in vierzig Jahren in der Zukunft nicht mehr benötigen. Ist die Technologie erst einmal perfektioniert, magst Du nicht mehr für Dich selbst zu denken haben. Falls Du in einem Auto bist, dass sich selbst zur Arbeit fahren kann mit GPS und Deine Enkelkinder für einen Wochenendausflug zum Mond fliegen...

Frage: Warum denken eine wachsende Anzahl von Menschen also dennoch, dass sie Schießen lernen müssen?

Louis: Weil die Schusswaffe noch immer die Gleichheit der Macht darstellt. Egal, ob es eine kleine, alte Dame aus Pasadena oder ein Muskelprotz ist: Mit einer Schusswaffe können sie eine gleiche Kraft aus der Entfernung austeilen, egal ob aus zwei oder aus fünfzig Metern. Einige Leute erkennen, dass die glorreichen Zeiten vorbei sind. Die Welt ist ziemlich wild entschlossen zur Zerstörung. Wir stehen vor einem furchtbaren weltweiten Religionskrieg, der die anderen Weltkriege so aussehen lassen wird wir ein Sonntagspicknick. Zur Zeit hast Du Gesetze: Du darfst hier keine Schusswaffe tragen, Du darfst dies und das nicht tun, Du darfst nicht auf den Bürgersteig spucken. Diese mögen in einer friedvollen Gesellschaft fein sein. Aber wenn Du eine Gesellschaft hast, die weltweit verrückt geworden ist, verdrängt das Gesetz des Dschungels alle anderen Gesetze.
Schau Dir das Jahr 2000 an, als die Welt angeblich zu Ende sein sollte. Soweit es mich betraf, hätte es sein können. Du hattest Leute, die sich Zeug in Hamsterkäufen besorgten und dann dastanden im Fernsehen, in die Kamera lächelnd und auf ihr Haus zeigten, mit ihrer Hausnummer an der Eingangstür. Und stolz ihre lebensrettenden Nahrungs- und Wasservorräte für zwei Jahre zur Schau stellten, wenn sie nicht mal in der Lage sind, zwei Stunden in ihrem eigenen Haus ohne Licht auszuhalten. Das ist ein Teil von dem, was es ist, etwas Materielles wie etwa eine Schusswaffe als einen symbolischen Weg zu kaufen, um sich selbst zu schützen.

Frage: Führen die Gegenwartskultur und die Massenmedien dies an oder folgen sie ihm?

Louis: Ich denke, es ernährt sich selbst. Als ich zum ersten Mal hierher kam, gab es da all diese alten Witze über den National Enquirer, aber heute sind die nationalen Medien ziemlich genauso wie der National Enquirer. Die Medien tragen eine große Schuld daran, aber falls Leute den Medien die Schuld geben und es sich selbst ernährt und Du dies kaufst, um es zu lesen, werden sie Dir selbstverständlich das geben, was Du möchtest. Falls es keinen Markt gibt, gibt es keine Käufer. Es ist so wie mit Drogen. Du kannst Kolumbien bombardieren, bis es zu einem Parkplatz geworden ist, aber falls Du die Person in Phoenix, Arizona nicht stoppst, sich das Zeug in die Nase zu ziehen, wird es da einen Markt geben. Jemand wird den Stoff herstellen. Falls die Person in Phoenix sich das Zeug nicht in ihre Nase hochzieht, gibt es keinen Markt, es gibt keinen Grund dafür, es herzustellen, da Du es nicht verkaufen kannst, weil niemand es haben möchte. Es ist ganz genau so einfach und simpel. Angebot und Nachfrage.

Frage: Du würdest nicht gedacht haben, dass dieses Land so schnell so weich werden würde, oder doch?

Louis: Man hätte es sich denken können und hätte es dann auch wieder nicht. Etwas wie der 11. September. Ja, es ist eine Tragödie, aber es ist nicht so, als ob dies das erste Mal ist, dass so etwas wie dies in der Geschichte der Welt jemals passiert ist. Die Leute hier wundern sich, warum jemand in Südafrika oder Deutschland fragen mag: Nun, was haben wir seit dreißig Jahren gesagt? Worüber regt ihr euch so auf? Es ist eine Tragödie, auf jeden Fall ist es das, aber ganz plötzlich ist es auf einmal ein weltweites Problem. Es ist seit dreißig oder vierzig Jahren ein weltweites Problem. Jeder hat uns das gesagt, aber es ist so warm und kuschelig hier gewesen. Jetzt sagen wir, dass wir etwas dagegen tun müssen, wir müssen jemand rufen. Ich habe einen Kumpel in Kalifornien, dessen Tochters Freund gerade von der Schule suspendiert worden ist. In Kalifornien ist es eine große Sache, von der Schule geschmissen zu werden. Bei all ihrer politischen Korrektheit musst Du schon fast jemand ermordet haben wollen. Dieser Junge ist ein wirklich guter Junge. Nach heutigen Standards ist es fast grotesk, was für ein guter Junge er ist. Der Grund dafür, warum er von der Schule geflogen ist, ist der, dass er einen anderen Jungen an der Schulter ergriffen hat und ihm sagte, damit aufzuhören, weil dieser andere Junge in der Schule herumspazierte und Mädchen von hinten an die Brüste fasste. Also, für etwas, was eindeutig getan werden musste, wurde er suspendiert.
Ich liebe Hunde, aber falls einer hier herkommt und er mich anspringt und mir all seine Zähne zeigt und weißen Schaum um seine Schnauze herum hat, hat er sich nicht gerade eben seine Zähne geputzt. Er ist tollwütig. So sehr ich Hunde liebe, werde ich ihn töten müssen. Das Problem sind Leute, die dastehen und sagen: “Vielleicht ist es bloß ein schlauer Hund, der sich seine eigenen Zähne putzen kann und vergessen hat, sich seinen Mund auszuspülen.” Und dann werden sie anfangen, über fünfzehn Sorten von Zahnpasta zu diskutieren. Sie begreifen das Wesentliche ganz einfach nicht.

Frage: Du bist der einzige Typ, den ich kenne, der sowohl eine Colt 1911 als auch eine Glock trägt.

Louis: Ich habe meine Gründe dafür. Die 1911 wurde als eine Waffe für den Kampf entworfen, und sie funktioniert. Ich möchte keine belanglosen Hebel und Dinge an meinen Waffen haben. Die kleine Glock 19, die ich als Reserve trage, funktioniert ebenfalls. Deine sogenannte Zweitwaffe ist in Wirklichkeit eine Alternativwaffe, da Du nicht in der Lage sein magst, an die Hauptwaffe heranzukommen. Verschiedene Waffen zu benutzen ist bloß eine geistige Einstellung. Ich habe immer eine 1911 als meine Hauptwaffe getragen, und ich trug immer einen .44er Special-Revolver als Reserve, bis ich zur Glock wechselte. Ich glaube fest daran, dass eine .45er besser ist als eine .44,5er, und ich denke, ein Tomcat-Düsenjäger ist besser als eine Schrotflinte. Unglücklicherweise kann ich weder eine Tomcat noch eine Schrotflinte in ein Holster stecken, also ist Regel Nummer Eins, Dein Ziel zu treffen. Es nützt nichts, das Ziel zu verfehlen, aber Leute schießen nun mal vorbei. Die .45er-Patrone gibt es seit 150 Jahren, falls Du die britischen Webleys mit einschließt. Sie haben immer ihren Job erledigt.
Die traurige Wahrheit ist, dass mein Bruder von einer Kugel aus einem .32er Smith & Wesson-Revolver getötet worden ist. Er war auf der Stelle tot. Sie traf ihn im Kopf, und er war tot. Ganz egal, was Du trägst, Dein Hauptziel ist, das Ziel zu treffen. Du kannst eine Faustfeuerwaffe nicht in ein Großwild-Jagdgewehr umwandeln, ganz egal, was Du damit anstellst. Und falls Du es tust, würde sie in einem Feuerkampf unhandlich sein. Die Leute treffen also nicht das Ziel, und das geht alles auf das Training zurück.
Ich habe ein Problem mit flachen Zielen, nichts darstellenden Straßen- oder Gefechtszielscheiben. Wir reden vom Schießen auf Menschen, und wenn ein Ziel ein 45 x 75 cm großes Stück aus flachem Papier ist, hat das nichts mit der Realität zu tun. Alle Männer von der Schulterlinie bis zur Taille sind etwa gleichgroß, egal, ob ich oder ein Basketballspieler es sind. Und von Brustwarze zu Brustwarze sind sie alle etwa 25 cm breit. Wenn Du also bei einem vollen frontalen Schuss außerhalb dieser 25 cm bist, hast Du nichts. Und wenn Leute freundlich genug sein werden, einfach so dazustehen, warum schießt Du dann überhaupt auf sie? Sie sind wahrscheinlich seitlich abgeduckt, mit einer Kalaschnikow oder einer Klinge in der Hand, und Du bist 8 oder 10 Zentimeter vom Ziel entfernt.
Aber Du musst ja irgendwo anfangen. Wenn Du einen Anfänger hast, musst Du ihm die Grundlagen beibringen. Das Problem ist: Was ist ein fortgeschrittener Feuerkampf? Es gibt keinen Feuerkampf für Fortgeschrittene. Ich arbeite mit gebogenen Zielen, graphischen Zielscheiben, im Winkel nach hier und dort stehend und allem anderen. Aber Du musst jemand mit flachen Zielscheiben beginnen lassen, erklären, dass dies der Abzug ist, dies sind die Zielvorrichtungen, dies ist das Durchziehen, ihn eine Gruppe auf ein Stück Papier schießen lassen. Du kannst den Affen eines Drehorgelspielers eine Gruppe auf ein Stück Papier schießen lassen. Er kann seine Pfote nehmen und den Abzug durchziehen, und er kann genau schießen. Das ist alles, was dabei ist. Hat das irgend etwas mit dem Schießen auf Menschen zu tun, wenn das Ziel so groß und einen Meter von Dir entfernt ist und kurz davorsteht, Dich in einen kleinen braunen Kackfleck auf dem Boden zu verwandeln?
Menschen sind sehr, sehr schwer zu treffen, weil eine Vielzahl der Schützen sich nicht von den Winkeln eines Vierbeiners auf die eines Zweibeiners umstellen können. Du sprachst vorhin über gefährliche Wildtiere. Was kommt wie ein Mensch auf Dich zu? Vielleicht ein Eisbär. Das ist eines der wenigen Tiere. Alles andere läuft auf vier Beinen. Aber ein Mensch ist normalerweise die meiste Zeit über auf seinen Hinterhufen, wenn Du dieses Problem hast. Leute haben Schwierigkeiten, dieses Konzept umzustellen in ein vertikales anstatt eines horizontalen Problems. Ich krümme ein Stück Pappkarton, verbinde es mit einem zweiten, und klammer dann eine Zielscheibe darüber. Dann stelle ich sie in einem Winkel auf oder verbiege oder drehe sie. Jetzt musst Du anfangen darüber nachzudenken, in den Brustkorb zu treffen, in die Kopfseite, eine Flucht auf Treppen simulierend. Falls der Typ in einem Bett liegt, sagen wir mal, mit seinem Kopf Dir zugewandt und die Füße von Dir weg zeigen, hast Du von wirklich hoch oben hineinzugehen, denn wenn Du zur Brust schießt und nur um fünf Grad verfehlst, wirst Du ihn vollständig verfehlen.

Frage: Unterrichtest Du heutzutage viel außerhalb der Vereinigten Staaten?

Louis: Nicht sehr viel. Ich gehe nächstes Jahr in die Schweiz. Ich werde nicht nach Südamerika gehen, obwohl es da ein paar sehr gute Leute in Südamerika gibt. Das Problem ist, dass ich in den Vereinigten Staaten lebe, und die Vereinigten Staaten schwanken alle vier oder fünf Jahre darin, wer Freund und wer Feind ist, und ich möchte nicht in vier Jahren ein Oliver North sein. Ich werde nächstes Jahr in die Schweiz gehen, und ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir das letzte Mal einen Krieg mit der Schweiz hatten.
Dazu kommt mein Terminplan. Ich bin sechsundfünfzig Jahre alt, und ich bin zehneinhalb oder elf Monate im Jahr volle Pulle unterwegs. Seit ich das letzte Mal vor ein paar Wochen mit Dir gesprochen habe, bin ich praktisch in jeder Stadt in Kalifornien gewesen. Muss ich gerade jetzt auf eine Welttournee gehen? Nein. Darüber hinaus sind die Fluglinien ein Ärgernis. Es ist es nicht wert, für einen dreitägigen Lehrgang nach Deutschland zu fliegen und sich mit den internationalen Zollbestimmungen und den Fluglinien herumzuärgern.
Ich mag es auch nicht, ohne meine eigenen Zielsysteme zu arbeiten. Ich arbeite nach dem ersten Tag eines Unterrichts nicht mehr mit flachen Zielscheiben. Du kannst sie nicht in Beziehung setzen zu dem Problem eines menschlichen Gegenspielers. Niemand sieht so aus wie ein unbewegliches IPSC-Ziel. Niemand. Bei aller nötigen Ehrerbietung für Mr. Pepper, benutze ich keine Pepper-Popper-Ziele, weil sie zu leicht sind. Der Pepper Popper in Normalgröße ist 107 cm hoch und ziemlich breit. Du kannst ihn in die Knie oder oben in den Schädel treffen, und er fällt um. Sie sind zu einfach zu treffen. Ich verwende lieber unregelmäßig geformten Stahl. Nicht rechteckig. Wenn Du ein Stahlziel nimmst, das 25 cm breit und rechteckig ist, glaubst Du, dass die selbe Anzahl von Leuten es genauso häufig treffen würden, falls es kreisförmig mit 25 cm Durchmesser wäre? Das letzte Mal, als ich rechteckige Menschen gesehen habe, waren diese alle tot.
Ich habe eine Entscheidung getroffen, als ich anfing zu unterrichten, basierend auf all den Leuten, von denen ich gelernt hatte und den ein oder zwei Dingen, die ich in meinem Leben gesehen habe, nämlich die, dass Schießstandziele nicht die Straße darstellen. Das war die erste Sache, die ich geändert habe. Ich benutze menschliche Ziele (oder, wie mir in Kalifornien gesagt wurde: Du musst das Wort anthropomorph benutzen) mit seitlichen Winkeln, unregelmäßige dreidimensionale Formen mit ungleichmäßiger Bewegung. Ich fand bald heraus, dass Leute, die großartige Gruppen auf 20 Meter schießen konnten, diese aus drei Metern verfehlen würden, mit Schüssen, die kreuz und quer vorbei flogen. Vor hundert Jahren verfehlte niemand. Weil sie nur einen Schuss für die Familienmuskete hatten und Papa Dir sagte, Deinen 12-jährigen Hintern nach draußen zu bewegen und Mittagessen zu besorgen, und falls Du ohne Mittagessen zurückkamst, wo ist dann die Kugel und wo ist das Pulver? Jeff Cooper hämmerte dies den Leuten wieder in die Köpfe ein, er tut es noch immer, und ich glaube nicht, dass ihm genug Anerkennung gezollt wird. Das verärgert mich. Alles, was ich weiß und was mein Vater mir nicht beigebracht hat, hat Jeff Cooper getan. Sie waren meine beiden Berater. Jeffs Definition für einen guten Schützen ist jemand, der sein Ziel treffen kann, was auch immer das Ziel sein mag, auf Verlangen, genau in diesem Moment. Ich denke, es wird heute zuviel Betonung gelegt auf die Schusswaffe, das Kaliber und dies, das und jenes.

Frage: Was wirst Du tun, wenn Du Dich zur Ruhe setzt?

Louis: Ich werde mich wahrscheinlich nicht zur Ruhe setzen. Und falls ich es tue, würde ich bei einem Gesichtspunkt des Spiels bleiben. Ich habe einen unglaublichen Stoffwechsel, ich kann vierundzwanzig Stunden am Tag herumlaufen, und ich bin schnell für mein Alter, obwohl ich offensichtlich nicht mehr meine Reaktionen als 22-Jähriger habe. Ich werde es wissen, bevor irgend jemand anderes es tut, aber wenn meine Reaktionen sich soweit verlangsamen, dass ich Deine Hand verfehle, wenn ich danach greife, werde ich am nächsten Tag aufhören, denn ich würde einen unsicheren Schießstand leiten. Ich möchte nicht hochmütig klingen, aber ich werde wie der bescheidene Kampfkünstler sein, der schließlich erkennt, dass er weitere vierhundert Jahre hiervon benötigt. Ich bin auf der Grundstufe – ich habe schließlich ein wenig an Wissen erworben. Jetzt muss ich damit anfangen, den Baum hochzuklettern.


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