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Interview mit Marc "Animal" MacYoung

Frage: Welchen Einfluß hatte die Struktur der Kampfkünste im Alter von zehn Jahren auf Dich?

Animal: Struktur? Struktur? Was ist das? Der Typ, der anfing, mir im Alter von zehn Jahren Karate beizubringen, war ein Mitglied der LRRP (Long Range Reconnaisance Patrol, kurz “Lurps”; Fernspäher der U.S. Army) in Vietnam. Selbst damals lag mein Schwerpunkt auf Anwendbarkeit, nicht auf Selbstkontrolle. Es half mir, meinen älteren Bruder abzuwehren, der viel größer war als ich und dessen Methode, um mit den kleinen Streßmachern des Lebens fertigzuwerden, es war, mich zu verprügeln. Ich setzte es von Anfang an zum Kämpfen ein.

Frage: Erzähle uns von Deinem ersten Kampf.

Animal: Es war in der dritten Klasse mit einem Jungen namens Billy. Wir mochten uns nicht. Wir warfen uns Blicke zu, wir verachteten uns gegenseitig. Eines Tages brach es einfach aus. Ich ging hinein mit all diesen Vorstellungen darüber, es mano y mano auszutragen, und dieser Hurensohn biß mich. Es war ein Schock, aber ich rechnete mir aus, daß ich weiterschlagen könnte. Er biß mich wieder. Schließlich verstand ich, daß all die Regeln, von denen ich dachte, es wäre von mir erwartet, ihnen zu folgen, nicht wirklich angewandt wurden. Also versuchte ich, ihn zurückzubeissen. Nun, es stellte sich heraus, daß zu versuchen, jemand in den Kopf zu beißen gewissermaßen recht hart ist, besonders, wenn er einen Bürstenhaarschnitt hat. Mir dies schnell ausrechnend (insbesondere, weil er damit beschäftigt war, zu versuchen, meinen Daumen abzukauen), drehte ich mich herum und biß hinein in weiches Gewebe. Ich schnappte nach seinem Bauch. Die Sache, an die ich mich deutlich erinnere, ist die, daß er schrie und herumwirbelte. Ich erinnere mich daran, weil es eine wirklich abgedrehte Situation war, an Deinen Zähnen herumgeschleudert zu werden. Der Biß, den ich an dem Typ hatte, würde einen Pitbull vor Neid erblassen lassen. Meine Füße verloren mehrmals den Kontakt zum Boden. Als Billy es schließlich schaffte, diesen Möchtegern-Alligator zum Loslassen zu bringen, rannte er heulend davon. Die Sache war die, daß er am nächsten Tag vor mir zur Schule kam, jedermann seine großen blauen und purpurfarbenen Blutergüsse zeigte und jedem erzählte, wie ich ihn gebissen hatte, während er wie ein Mann kämpfte. Im Vergleich zu diesen tellergroßen blauen Flecken sahen die winzig durchstochenen Wunden, die ich von ihm bekommen hatte, nicht nach viel aus. Ich bekam den schlechten Ruf, ein teuflischer und schmutziger Kämpfer zu sein, obwohl er als erster betrogen hatte. Das Problem war, daß ich es einfach besser gemacht hatte. Es war eine echte Lehre für mich darüber, wie Du für andere erscheinst, wenn Du kämpfst.

Frage: Du scheinst die Aufmerksamkeit und das Wissen über die Härte hervorzuheben. Würdest Du sagen, diese haben Deinen Hintern häufiger gerettet als tatsächliche Kampffähigkeiten oder Kraft? Gib uns ein oder zwei Beispiele.

Animal: Die Frage unterstellt gewissermaßen, daß die beiden Kategorien voneinander getrennt sind. Sie sind es nicht. Aufmerksamkeit und Wissen vermischen sich mit Härte und Kampffähigkeiten, um ein Ganzes zu formen. Das Problem ist, daß die meisten Leute sich bloß auf den körperlichen Gesichtspunkt konzentrieren. Überall, wo Du hinschaust, siehst Du selbsternannte “Straßenkämpfer”, die tatsächlich nur verherrlichte Sportkämpfer sind, die das körperliche Training verkaufen und es Straßenkampf nennen. Der Grund dafür, warum ich die Aufmerksamkeit und das Wissen hervorhebe, ist der, daß ich da draußen unter diesen wilden Tieren überlebt habe. Ich weiß aus erster Hand, daß, wenn Du vom Gesichtspunkt des Kampfsports bzw. der Kampfkunst aus daraufzukommst, Dir Dein Hirn zu einem feinen, rosaroten Nebel zerpustet werden wird. Erinnere Dich immer daran, daß der Typ, gegen den Du antrittst, nicht auf Deiner Seite ist. Er wird alles in seiner Macht stehende tun, um zu gewinnen – und das schließt betrügen mit ein. Kann dies ein Hinterhalt sein? Fünf oder mehr seiner Kumpels zu einem Zusammentreten mitzubringen? Oder mein allzeitiger Favorit, eine Waffe herauszuziehen? Jau, all dies und mehr. Dies ist wahrer Kampf ums Überleben, ohne Regeln. Es ist mir egal, wie hart Du bist oder welchen Dan im Schwarzgurt Du hast, Du bist nicht immun gegen eine Schrotladung aus den Schatten, während Du aus Deinem Auto aussteigst. Das ist die Realität der Gewalt. Es ist auch deshalb, warum ich Aufmerksamkeit und Wissen hervorhebe. Diese sind es, die Dich am Leben erhalten werden.

Frage: Du hast eine Menge unterschiedlicher Dinge im Laufe der Jahre gemacht. Welche dieser vielen Beschäftigungen vermittelte das wertvollste bzw. praktischste Wissen und Erfahrung bezogen auf die Selbstverteidigung und das Überleben? Und warum?

Animal: Es war die Druckindustrie. Genauer gesagt war es meine Chefin, Carol. Sie war eine kleine, unauffällige Frau, die Du leicht in einer Menschenmenge übersehen würdest. Dennoch war sie einer der fähigsten Menschen, die ich jemals getroffen habe. Sie zeigte mir, daß ein großer Teil darin, ein Profi zu sein, nicht nur der ist, zu wissen, was zu tun ist, wenn etwas falsch läuft, sondern das Problem ausfindigzumachen, bevor bzw. während es sich entwickelt und es bereits dann zu kontern – anstatt darauf zu warten, bis es ausbricht. Sie spazierte heran, schaute auf meine Druckpresse und sagte: “Du bist nicht im Gleichgewicht” (zum Drucken benötigt man ein Gleichgewicht zwischen Chemikalien, Druckerschwärze und Wasser). Ich blickte darauf und sah nichts Verkehrtes. Aber falls ich das System nicht einstellte, würden fünf Minuten später die Dinge ruiniert sein. Sie brachte mir bei, daß Dinge sich nicht einfach ereignen, sondern sich entwickeln. Und es gibt da vorhersehbare Anzeichen entlang des Weges. Die meisten Leute sehen entweder diese Zeichen nicht oder sie erkennen deren Bedeutung nicht. Aber wenn Du Dich wirklich hinsetzt und beobachtest, werden diese Zeichen so offensichtlich sein wie eine Haifischflosse im Wasser. Dieses kleine Zeichen zeigt an, daß ein großes Problem herankommt.

Frage: Viele Deiner Leser scheinen junge Erwachsene zu sein, die die Weisheit für das Überleben auf den Straßen suchen. Du hattest es mit gefährlichen Leuten an gefährlichen Orten zu tun, einschließlich Strafanstalten. Was würdest Du einem Jugendlichen darüber sagen, wie man Gewalt vermeidet oder in einer gefährlichen Umgebung, wie einem Gefängnis – oder, in diesen Tagen, selbst einer Schule – Schaden vermeidet?

Animal: Sache Nummer eins: Erkenne, daß es einen großen Unterschied gibt zwischen Weglaufen und einen strategischen Rückzug zu machen. Die meisten Leute glauben, daß dies ein und dasselbe ist. Es ist keine Feigheit, in einer Situation zurückzuweichen, die man nicht gewinnen kann; es ist Schlauheit. Ich bekomme eine Menge Briefe von Typen, die mehr Angst davor haben, für Feiglinge gehalten zu werden, als verletzt zu werden. Dem Typ, der versucht, fünf harten Typen entgegenzutreten, wird einfach in seinen Hintern getreten werden (oder schlimmeres). Leute halten nicht weniger von Dir, falls Du nicht mit einem schlechten Blatt Karten weiterspielst. Nummer zwei, kümmere Dich nicht darum, Angst zu haben. Es ist normal und natürlich, Angst zu haben. Laß sie Dich nur nicht beherrschen, benutze sie zu Deinem Vorteil. Furcht läßt Dich sich schneller bewegen und schneller denken. In meinem neusten Buch, Taking It to the Streets: Making Your Martial Arts Street Effective, erkläre ich, wie Du Deine Furcht als ein verheerendes Mittel der Selbstverteidigung einsetzt. Nummer drei ist, Dich immer daran zu erinnern, daß Dein Ziel ist, lange genug am Leben zu bleiben, um eine Nummer zu schieben. Sehr wenige Frauen sind von einem Typ beeindruckt, der kämpft. Tatsache ist, daß es sie abturnt. Wenn Du Ärger vermeidest, anstatt daran zu denken, daß Du immer jeder kleinen Beleidigung entgegenzutreten hast, wirst Du viel mehr Erfolg bei den Miezen haben. Es ist verblüffend, wieviel das Kämpfen an Reiz verliert, wenn Du erkennst, was es mit Deinem Sexleben anstellt.

Frage: Welche grundlegenden Selbstverteidigungsfähigkeiten hältst Du für den Schlüssel, um lebendig aus einer gewalttätigen Begegnung herauszukommen? Welche hebst Du in Deinen Unterrichten hervor (z.B. Ringen, Schwachstellen des Körpers usw.)?

Animal: Es bedeutet, ziemlich genau zu wissen, wann Du die Kontrolle zu behalten hast und wann eine Situation zu gefährlich ist, um mit ihr herumzuspielen. Einen widerwärtigen Betrunken zu handhaben ist etwas völlig anderes, als mit einem bewaffneten Bandenmitglied umzugehen. Eines der Schlüsselelemente darin, nicht nur am Leben zu bleiben, sondern sich auch aus dem Gefängnis herauszuhalten, ist, zu erkennen, wann Du es bei einem Typ nicht zu weit zu treiben brauchst (Prügelei), weil er keine so große Bedrohung ist, im Vergleich dazu, gegen jemand anzugehen, der Dich töten wird, falls Du ihn nicht vorher schwer beschädigst (Kampf auf Leben und Tod).

Frage: Wie wichtig ist die innere Einstellung (im Vergleich zu Kraft oder Kampffähigkeit) beim Überleben einer gewalttätigen Begegnung, wenn der Ärger erst einmal losgegangen ist?

Animal: Wenn Du die Einstellung als den Ausgangspunkt (und damit meine ich die Grundlage) der Selbstverteidigung betrachtest, bekommst Du eine Vorstellung davon, wie wichtig sie ist. Von dieser Basis gehen alle Strukturen aus. Falls Du keine gute Grundlage hast, ist die Struktur schwach. Auf der anderen Seite ist eine Grundlage ohne eine Struktur ziemlich nutzlos. Mache Dir klar, daß, falls die Einstellung alles wäre, was man braucht, wir alle berühmt wären.

Frage: Was sagst Du Deinen Schülern darüber, sich gegen Waffen zu verteidigen (d.h. welches sind die grundsätzlichen Konzepte, die Du herüberzubringen versuchst?)?

Animal: Alles, was erforderlich ist, ist eine Berührung mit einer Waffe und Du bist angeschmiert. Dies erfordert einen völligen Wechsel darin, wie Du denkst. Der Schlüssel ist Beweglichkeit. Das meiste Kampfkunsttraining hebt die Hände als Hauptverteidigungslinie hervor (Sie lehren, daß sich die Hände bewegen, während der Körper ziemlich genau an seinem Platz bleibt.). Deinen Körper zu bewegen ist Deine erste Verteidigungslinie bei Waffen. Deine Hände sind eine zweite Linie. Indem Du Deinen Körper aus dem Weg bringst, neutralisierst Du die Bedrohung eines Angriffes. Abblocken, Entwaffnen und Gegenangriffe sind alles zweitrangige Themen. Nicht um das offensichtliche zu veralbern, aber wenn Du ein Messer in Deinem Herz stecken hast, wird es Deine Versuche wirklich vermasseln, all diese Entwaffnungstechniken auszuführen, mit denen diese Sport-Kali-Leute immer so herummachen.

Frage: Du hattest es mit Gangs zu tun, lange bevor sie so weit verbreitet waren, wie sie es jetzt sind. Was ist Dein bester Ratschlag, um Bandengewalt zu vermeiden?

Animal: Mache Dir klar, daß Du es bei einem Gangmitglied mit einem Soziopathen zu tun hast, der Dich erschießen wird, bloß einfach, um Dich zu Boden fallen zu sehen. Er ist ein tollwütiger Hund. Behalte dies im Kopf. Wenn Du nicht bereit bist, ihn mit genauso wenig Zögern zu töten wie er Dich töten wird, WEICHE ZURÜCK! Laß ihn seinen Weg gehen und jemand anderen erschießen. Füge hier hinzu, daß, wenn Du Dich mit einem anlegst, Du Dich mit allen anlegst. Realistisch gesehen sind sie nicht wirklich so hart bei Einer-gegen-Einen. Das Problem ist, daß, wenn Du einen von ihnen ausschaltest, die Übrigen wie der Energizer Bunny mit verkehrt herum eingelegter Batterie sein werden – sie kommen wieder und wieder unaufhörlich hinter Dir her.

Frage: Erzähle uns von Deiner nahesten Begegnung mit dem Tod in einer gewalttätigen Situation. Wie hast Du es fertiggebracht, aus ihr herauszukommen, um heute mit uns zu sprechen?

Animal: Naheste? Welche? Wenn Du das furzende Summen einer vorbeizischenden Kugel hörst, ist das verdammt zu nah! Wenn die Messerklinge Millimeter entfernt von Deinem kostbaren Fell vorbeizuckt, ist das zu verdammt nah! Das Geheimnis des Überlebens war, sich zu bewegen! Sei überall sonst, nur nicht an dem Punkt, auf den sie gezielt haben. Danach, wenn der Typ außer Reichweite war, bewegte ich mich weiter weg. Falls er nah genug war, fing ich damit an, auf seinem Kopf und seiner Brust auf und ab zu springen, bis er seine Waffe fallenließ und den Angriff stoppte.

Frage: Erzähle uns von dem Mordauftrag gegen Dich.

Animal: Ich hatte eine der größten Gangs von L.A. stinksauer gemacht, weil ich eines ihrer Mitglieder zurück ins Gefängnis gebracht hatte. Ich erfuhr, daß sie auf mich anlegten und daß ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt war. Ich stellte für eine Weile sicher, daß ich keinem täglichen Schema folgte. Sehr kurze Zeit später kündigte ich den Job in der Strafanstalt. Nicht wegen dem Mordauftrag, sondern weil es mich krank machte, mich mit der Bürokratie herumzuärgern. Die Gefangenen waren weniger ein Problem als die Einrichtung selbst.

Frage: Wann erkanntest Du, daß das Straßenleben nichts für Dich ist und daß Du diesen Lebensstil zu beenden hast? War es schwierig, herauszukommen, nachdem Du erst einmal die Entscheidung getroffen hattest?

Animal: Grundsätzlich erkannte ich, daß, trotz meiner besten Anstrengungen, getötet zu werden, es nicht passieren würde. Es hört sich wirklich dämlich an, aber da war ein Teil in mir, der eher meinen Kopf hätte weggepustet haben wollen, als persönlichen Fragen ins Gesicht zu sehen. So stark war es in mir, mich nicht selbst betrachten zu wollen. Ich erkannte, daß Drogen, Sauferei und Gewalt meine persönlichen Dämonen nicht bezwingen konnten; sie machten es nur noch schlimmer. Wenn ich frei von Schmerz und Zorn sein wollte, war ich derjenige, der sich zu ändern hatte, und nicht die Welt. Ich mußte schließlich zugeben, daß meine Philosophie – wie ich die Welt betrachtete und was ich dachte – nicht korrekt war. Ich mußte die Täuschungen, den Egoismus und die Selbstgerechtigkeit, die ich benutzt hatte, um mein miserables Benehmen zu rechtfertigen, hinter mir lassen. Was die Schwierigkeitsstufe angeht, es war leicht – alles, was ich zu tun hatte, war, alles in meinem Leben zu ändern.

Frage: Du erwähntest, daß Du Mitglieder der Polizei in angewandter Selbstverteidigung trainierst. Warum glaubst Du bist Du so erfolgreich in diesem Bereich gewesen?

Animal: Nun, Erfolg ist ein relativer Begriff. Polizeibeamte lieben mein System, weil es so einfach und wirksam auf der Straße ist. Sie spazieren aus meinen Unterrichten heraus mit dem Vertrauen, daß sie Gesetzeshüter des Gesetzes der Schwerkraft sind – ein Gesetz, das niemand brechen kann. Mit diesem Vertrauen fühlen sie, daß es nicht nötig ist, ihren Einsatz an Gewalt eskalieren zu lassen, um eine Situation zu kontrollieren. Ich habe eine kleine und treue Gruppe von Schülern, die nicht bloß ihre Abstecher in die Büros der polizeilichen internen Ermittlungen um 99 Prozent gesenkt haben, sondern die jetzt eher einen Täter zu Boden bringen würden ohne die Mithilfe von anderen Beamten. Für einen Mann haben sie eine “Nichts Persönliches, Jungs, aber ich kann es besser alleine tun”-Einstellung. Das Problem ist, an den hohen Tieren vorbei zu den Beamten zu gelangen. Polizeibehörden sind wirklich argwöhnisch wegen Gerichtsprozessen. Der entscheidende Faktor hat damit zu tun, ob das System gerichtsgeprüft ist und nicht etwa seine Wirksamkeit für die Sicherheit der Beamten. Ich glaube, ich habe mir hierbei gewissermaßen selbst ein Bein gestellt. Ich kann nicht sagen, daß mein System gerichtsgeprüft ist, weil keiner meiner Schüler jemals eine Anklage wegen übertriebenem Einsatz von Gewalt erhalten hat, seit ich sie trainiert habe. Wenn ich ihnen darüberhinaus sage, daß das System nicht das existierende Training ersetzt, sondern es wirkungsvoller macht, behaupten sie, daß sie jemand haben, der es bereits lehrt. Irgendwie scheint sich ihnen die Vorstellung zu entziehen, daß ich nicht das Rad neu erfinde, sondern nur ein Loch in seiner Mitte anbringe, um es wirkungsvoller zu machen. Wie ich sagte, Erfolg ist relativ.

Frage: Welches ist der lohnendste Gesichtspunkt Deiner Arbeit beim Training von Leuten in praxisnaher Selbstverteidigung?

Animal: Es ist, wenn jemand an mich herantritt und sagt: “Ich möchte Dir danken. Du hast mein Leben gerettet.” Es ist mehrere Male passiert. Ein bißchen an Information, das ich irgendwo erwähnt hatte, kommt in einer realen Situation hervor, und es ist da der entscheidende Faktor. Was eine Menge meiner Verleumder sich nicht klarmachen, ist, daß es mir nicht um Tod und Zerstörung geht, sondern um das Leben. Es geht darum, lange genug am Leben zu bleiben, um die guten Dinge des Lebens zu bekommen.

Frage: Wie wurde aus dem “kleinen Büchlein” für Deine Schüler Dein erstes Buch Billige Tricks, Hinterhalte und andere Lektionen?

Animal: Wie wurde aus dem kleinen Leck im Staudamm eine Flut? Als ich mich herumschlug, erkannte ich nicht, wieviel ich wußte. Ich war zu beschäftigt damit, zu versuchen, am Leben zu bleiben, um in der Lage zu sein, es zu sehen. Ich hörte Leute darüber reden, wie gut ich war, aber ich glaubte es nicht. Nicht bevor ich anfing, es zu Papier zu bringen, erkannte ich, was es war, das andere Leute sahen. Ich konnte es nicht sehen, weil es ein Teil von mir war. Es war so, als ob Du beeindruckt von der Tatsache bist, daß Du eine Nase hast. Bis zum heutigen Tag fällt es mir schwer, zu erkennen, daß das, was ich für selbstverständlich halte, für die meisten Leute Neuland ist.

Frage: Welches Deiner Bücher und DVDs gefällt Dir am besten?

Animal: Das ist so, als ob man fragt, welchen Finger ich am meisten mag. Ich blicke darauf zurück, wie ich mich als Mensch und als Autor entwickelt habe. Als ich Billige Tricks schrieb, kam ich frisch von den Straßen und, mach es Dir klar, ich war noch immer ein Rowdy. Es ist das, was ich zu der Zeit war, und ich stehe für das, was es ist. Seit dem bin ich jedoch in meiner Kunst gewachsen und habe mich als Mensch verändert. Ich bin stolz auf meine neue Bodenkampf-DVD Down But Not Out, weil ich finde, daß es einen häufig übersehenen Gesichtspunkt beim Auftreffen auf dem Boden in einem echten Kampf anspricht. Aber das Buch, das wirklich zeigt, wie weit ich als Autor, Kampfkünstler und Mensch gekommen bin, ist mein neustes, versuchsweise betitelt als Taking It to the Streets (oder, wie ich feststellte, als ich es abkürzte, Tits).

Frage: Welches Buch und welche DVD scheint Deinen Lesern am meisten zu gefallen?

Animal: Dasjenige, für das ich die meisten positiven Reaktionen bekomme, ist Gewalt, Schnitzer und gebrochene Kiefer. Nicht mehr, seit ich zuerst Billige Tricks geschrieben hatte und zu mir selbst sagte “Oh Gott, ich werde in die Mangel genommen werden dafür, daß ich so ketzerisch gegen die Kampfkünste spreche”, war ich so unsicher über irgendetwas, das ich geschrieben hatte. Dennoch ist es dasjenige, daß den meisten Feedback bekommt. Es spricht über viele Dinge, die an der Oberfläche gesehen gar nichts mit der Selbstverteidigung zu tun haben, aber tatsächlich eine Straße zur Gewalt sind. Kennst Du erst einmal diese Straße, dann kannst Du erkennen, wenn Du in diese Richtung steuerst.

Frage: Erzähle uns von Deinem nächsten Projekt.

Animal: Da ist eine DVD über den berufsmäßigen Einsatz von Gewalt in der Schublade und wartet darauf, zurechtgeschnitten zu werden, ebenso wie mein neustes Buch. Über solche Dinge hinaus, die bereits im Offen sind, würde dies Vorausplanung beinhalten. Das ist etwas, für das ich nicht bekannt bin.


von und mit Mark “Animal” MacYoung bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

Surviving A Street Knife Attack: Learn moves that could save your life!

Down But Not Out: Streetwise Tactics for Fighting on the Ground

Safe in the Street: How to Recognize and Avoid Violent Street Crime

Bücher:

Billige Tricks, Hinterhalte und andere Lektionen: Ein grundlegendes Handbuch über die Selbstverteidigung und das Überleben

Messer, Messerkämpfe & ähnliche Zwischenfälle: Wie man einen WIRKLICHEN Messerkampf überlebt

Billardstöcke, Bierflaschen & Baseballschläger: Animal’s Handbuch der improvisierten Waffen für Selbstverteidigung und Überleben

Fäuste, Grips und eine knackige Rechte: Wie man auf der wilden Seite der Straße überlebt

Gewalt, Schnitzer und gebrochene Kiefer: Fortgeschrittene Aufmerksamkeitstechniken und Verhaltensregeln für die Straße

Extremer Bodenkampf: Zusammengetretenwerden, Verstümmelungen und andere Dinge, die es zu vermeiden gilt, wenn man am Boden kämpft

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