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Interview mit Mark Hatmaker

Frage: Wann kamst Du zum ersten Mal mit den westlichen Kampfkünsten in Kontakt?

Mark: Ich bin schon immer ein begeisterter Anhänger des Boxens gewesen, aber ich betrachtete es vom Blickpunkt eines Kampfkünstlers aus. Meine Einführung in die Idee ihrer Überlegenheit war ein Zitat in Bruce Lees Tao des Jeet Kune Do: “Ein Schüler mit nur einem Jahr Erfahrung könnte leicht einen Kampfkünstler mit 20 Jahren Erfahrung besiegen.” Ich dachte mir, wenn solch eine einflußreiche Person wie Lee diese Einschätzung gemacht hat, warum ihn dann nicht beim Wort nehmen und die Abkürzung wählen? Ich bin froh, daß ich es getan habe.

Frage: Welche Künste hast Du am Anfang trainiert, und wie entwickelte es sich von dort?

Mark: Bevor mich das Zitat von Lee auf meine Reise in den Westen führte, trainierte ich koreanische Künste. Über die Jahre hinweg befaßte und versuchte ich mich mit vielen Systemen, sowohl östlichen als auch westlichen, fand mich selbst aber immer wieder hingezogen zur Praxisnähe und rauhen Natur der westlichen Kampfkünste.

Frage: Welche Sportarten hast Du als Kind betrieben?

Mark: Zu allererst Kämpfen, ständig, immer und zu jeder Zeit. Ich habe mir in meinem ganzen Leben noch niemals ein vollständiges Ballspiel, egal welcher Sportart, vom Anfang bis zum Ende angeschaut. Kenne auch nicht die gesamten Regeln irgendeiner anderen Sportart. Habe mich einfach nie darum geschert. Kämpfen ist das, worum es sich bei mir dreht. Stell zwei Typen in einen Ring, ein Oktagon, einen Käfig, auf eine Matte oder auf einen Parkplatz, und Du erregst meine Aufmerksamkeit.

Frage: Wie kam es, daß Du Dich auf zweckmäßige Fitness spezialisiert hast?

Mark: Ökonomie und Ergonomie. Trotz all der Lippenbekenntnisse, die von östlichen Kampfkünsten bezüglich ihrer Wirksamkeit und Sparsamkeit der Bewegungen abgegeben werden, habe ich in den östlichen Künsten niemals etwas gefunden, das den Pragmatismus der westlichen Kampfmethoden übertrifft oder auch nur annähernd erreicht. Dieses Konzept des “westlichen Einfallsreichtums” und “Es ist wertlos, wenn es nicht funktioniert” färbt auf das Training ab. Ich bin ein Kämpfer/Kampftrainer. Ich habe keine Zeit für Übungen, die meinem Ziel wenig nützen. Die Kämpfer vergangener Zeiten bezeichneten viele der Hardcore-Gewichthebertypen als Leute, die unechte Muskeln haben. Ich habe festgestellt, daß ihre Einschätzung den Nagel auf den Kopf trifft. Sportkinesiologen haben die Weisheit der Veteranen bestätigt. All die Bodybuilder, bei denen ich die Gelegenheit hatte, in der Nähe zu sein (und die bereit dazu waren, bei unserem Kampfspiel oder unserem Gladiatortraining einen Versuch zu wagen), haben ziemlich schnell schlapp gemacht. Unsere Vorgehensweise mag Dich (muskelmäßig) nicht groß machen, wird aber 2.000 Liter Sprit in Deinen Tank füllen und eine “Nie aufgeben”-Haltung in Dein Herz einflößen. Es gibt eine allgemeine Verbesserung im Körperbau, die ein natürliches Nebenprodukt unser Art des Trainings ist, aber grundsätzlich geht es bei uns um Wirksamkeit anstatt Ästhetik. Spezialisierung ist der einzige Weg des Trainings. Laufen bereitet Dich auf das Laufen vor, Schwimmen bereitet Dich auf das Schwimmen vor, Tennisspiel auf das Tennis und so weiter. Du möchtest ein besserer Kämpfer werden? Dann mußt Du kämpfen und/oder ein Trainingsprogramm aufnehmen, das direkte Verbindungen oder Parallelen zum Kampfspiel hat. Das ist das grundlegende Konzept unseres Gladiator Conditioning-Programms.

Frage: Welchen Ratschlag würdest Du als Trainer dem aufstrebenden Kampfkünstler/Gladiator geben?

Mark: Verschwende Deine Zeit nicht mit sinnlosem Cross-Training. Vergiß Übungen, die für Elite-Eisschnelläufer gedacht sind. Warum nicht die Methoden benutzen, die von den alten Kämpfern selbst angeboten werden, die bis zu 70 Runden kämpften und Ringkämpfe von 5 Stunden Dauer bei Temperaturen von über 38 Grad machten? Frag Dich selbst: Was war es, was sie so zäh machte? Könntest Du unter solchen Bedingungen kämpfen? Falls nicht, dann ist das Gladiatortraining Deine Antwort.

Frage: Kannst Du uns einige Beispiele für die Arten von Übungen nennen, die Du in Deinem Gladiatorkonditionssystem eingebaut hast und wie diese einer Person helfen, die in Kampfkondition kommen möchte?

Mark: Die Übungen, die den Kern bilden, entsprechen den herkömmlichen Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht. Es sind die Technik, Synergie (Reihenfolge und Verbindung von Übungen), Spezialisierung auf das Kopieren von Kampfbewegungen und das “Gewürz”, die aus diesem Programm das machen, was es ist. Die “Würze” ist eine Auswahl von mehr als 100 negativ-dynamischen bzw. nachgebenden Übungen, die Deine Maschine auf eine Art und Weise belasten werden, die Du Dir nie zuvor hast vorstellen können. Viele unserer Fortgeschrittenenübungen sind praktisch unmöglich mit Worten zu beschreiben, man muß sie gesehen haben, um es zu glauben. Wir haben Übungen wie beispielsweise die “Leaning Towers” und “Falling Towers”, die Dich in weniger als einer Minute schweißgebadet und in jedem Teil Deines Körpers mit Milchsäure brennen werden lassen.

Frage: Welches SIND die härtesten Kampfaspekte des Faustkampfes und Freistilringens?

Mark: Die härtesteten Aspekte sind diejenigen, die beseitigt worden sind, um unsere heutigen Verkörperungen des Boxens und des Ringens sicherer zu machen. Wenn Du Dir also vorstellen kannst, solche anstrengenden Sportarten wie Boxen oder Ringen als sicher zu bezeichnen, dann bin ich sicher, Du kannst Dir vorstellen, wie übel es in den früheren Tagen zuging, als Kopfstöße, Ellenbogenstöße und Hüftwürfe im Boxen nicht missbilligt wurden, und es beim Ringen nicht darum ging, die Schultern auf den Boden zu drücken, sondern zur Aufgabe zu zwingen. Und eigentlich hatte diesen Zwingen zur Aufgabe wenig gemeinsam mit dem Jiu-Jitsu (“der sanfte Weg”), das wir heute sehen. Diese Techniken waren gemein, bösartig und fies.

Frage: Warum glaubst Du, daß diese Methoden ideal für die Selbstverteidigung sind?

Mark: Sie werden beide mit einem realistischen Feedback trainiert. Falls Du einen Schlag nicht abblockst, hoppla – da gibt es ein bißchen Realität mit einem blauen Fleck dran. Falls Du dich auf der Matte in die falsche Richtung wegdrehst, bumms – da ist ein mächtiger Nackenwürger oder Genickhebel, um Dich daran zu erinnern, Dich nicht wieder auf diese Art und Weise wegzudrehen. Faustkampf und Freistilringen sind ringgetestet und mattenerprobt. Sie sind echt und spielen in realen Kampfentfernungen, denen Du auf der Straße begegnen wirst.

Frage: Warum hast Du Dich dazu entschloßen, Dich darauf zu spezialisieren, diese wiederzubeleben?

Mark: Mit einem Wort: Wirksamkeit. Ich habe mit anderen Schlag- und Ringkampfsystemen herumgespielt. Und ohne deren Top-Praktikern zu nahe treten zu wollen (es gibt einige großartige Wettkämpfer da draußen), habe ich einfach niemals irgend etwas gesehen, das in seiner Praxisnähe – und ja, selbst Brutalität – auch nur annähernd an die westlichen Kampfkünste herankommt. Ich meine, Du mußt das respektieren. Wer würde sich nicht davon angezogen fühlen, wenn er eine Kampfeslust im Körper verspürt?

Frage: Wie sieht ein Extreme Self-Protection-Seminar aus?

Mark: Wir benutzen die Mentalität des Kampfes bis zum letzten Mann. Wir lieben es, zu unterrichten. Falls wir für einen vierstündigen Unterricht eingeplant sind, werden wir fünf, sechs oder mehr Stunden geben. Wir werden unterrichten, bis sie das Gebäude schließen. Wir lieben dieses Zeug, und bis jetzt ist uns nichts als Anerkennung von den großartigen Leuten entgegengebracht worden, die mit uns einen Versuch gewagt haben. Wir legen am Anfang los mit Konditionstraining, um die Leute an seine Hauptrolle im Kämpfen zu erinnern und um jedermann ein bißchen mehr lebendig werden zu lassen. Von da ab geht es um Techniken, Techniken, Techniken. Wir haben Würgegriffe, Würfe und Konterschlagserien abzubrennen. Bis jetzt gab es keine Beschwerden.

Frage: Worin unterscheidet es sich von anderen Selbstverteidigungsseminaren, wie z.B. Model Mugging?

Mark: Wir nähern uns allem vom Standpunkt eines Profikämpfers aus betrachtet. Wir ziehen Leute an, die hart sein wollen, mit einem großgeschriebenen “H” – Leute, die die Arbeit der alten Schule wollen, die ihnen heutige Ergebnisse bringt.

Frage: Welche Art von Leuten besuchen Deine Seminare?

Mark: Es ist eine erstaunliche Mischung von Leuten, die an dem interessiert sind, was wir machen. Wir haben Männer, Frauen, Kinder, Chiropraktiker, Polizisten, Soldaten, Krankenschwestern, Grafikdesigner, Bauunternehmer, Poeten, Investmentfondmanager, Türsteher...es gibt wahrscheinlich keinen, den wir nicht haben.

Frage: Warum glaubst Du wählen diese Leute Deine Seminare aus, anstatt diejenigen Deiner Mitbewerber?

Mark: Ich bin mir nicht sicher. Ich denke gerne, daß es daran liegt, daß mein Partner Kory Hays und ich anständige Menschen sind, die eine Leidenschaft für das Unterrichten haben, eine unverhohlene Wertschätzung für unsere Schüler zeigen, und ein gelassenes Otto-Normalverbraucher-Auftreten an den Tag legen. Es ist kein Benehmen, sondern eine Tatsache. Wir sind ganz einfach so wie jeder andere; wir haben bloß einige großartige Informationen mitzuteilen. Und natürlich ist die Krönung all dessen die, daß dieses Zeug so gut funktioniert. Wir können Leute wirkungsvoll werden lassen, lange bevor andere Systeme es können.

Frage: Deine Beteiligung am Radford University-Programm und mit damit in Verbindung stehenden Profikampfkünstlern ist ziemlich beeidruckend. Wie ist es dazu gekommen?

Mark: Dr. Beasley war so freundlich, uns vor einigen Jahren – vermutlich auf Probebasis – hineinzubringen, und von da an kam es plötzlich in Gang. Es gibt da einige großartige Leute, sowohl Lehrer als auch Schüler, und wir tun unser bestes, um die bestmögliche Arbeit zu leisten.

Frage: Wie sieht Dein ausbildungsmäßiger Hintergrund aus?

Mark: Ich erwarb meine Ausbildung durch die Methode des Selbststudiums. Vieles von dem, was im Bereich des herkömmlichen Sporttrainings verbreitet wird, ist ein Programm aus Cross-Training oder dem, was im Augenblick gerade “in” ist. Unsere Vorgehensweise ist 100 Prozent kämpferorientiert, d.h. unsere Forschungsarbeit basiert nur auf der Methodik und Geschichte von Fitneß, Ernährung und Sportpsychologie soweit es den Kämpfer betrifft, nicht auf irgendeinem gesichtslosen Sportler, der eine Nummer darstellt, mit einer Formel zum Erfolg, die für alle passen soll. Meine Studien sind fortlaufend, und meine Lehrer sind überall um mich herum. Jede Matte oder jeder Ring vervollkommnen ein altes Prinzip oder lassen ein vergessenes oder vielleicht unterbewertetes Prinzip zum Vorschein kommen. Ich lerne von meinen Schülern, beobachte und beachte ihre Biomechanik. Ich lerne von jedem Match, das ich mir ansehe. Ich lerne aus alten Kampffilmen und Schriften und von anderen heutigen westlichen Kampfkünstlern und begeisterten Anhängern. Die Fülle an Informationen auf diesem Gebiet ist gewaltig. In meinem persönlichen Boxhaupthandbuch füllt allein der Abschnitt über Konterschläge ein paar Hundert Seiten. Meine Hauptringkampfbibel ist über 700 Seiten dick. Es ist also angebracht zu sagen, daß ich noch nicht einmal annähernd soweit bin, mit meiner Ausbildung fertig zu sein.

Frage: Was hast Du beruflich in nächster Zukunft vor?

Mark: Ich stehe bereits unter Vertrag, um eine Fortsetzung zu meinem Buch über Ringkampf zu schreiben (soll nächstes Jahr herauskommen). ESP startet einen Trainingsfernkursus auf unserer Webseite, damit unseren Fernschüler niemals mehr die letzten Neuigkeiten entgehen. Und selbstverständlich haben wir auch bereits die ersten DVDs Extreme Boxing, Gladiator Conditioning Course und The Floor Bag Workout herausgebracht sowie weitere DVDs auf Lager bei unserem Verleger. Bei diesen geht es ums Ringen, Würfe und Konterschlagübungen.

Frage: Welche anderen Interessen verfolgst Du – diejenigen Dinge, mit denen Du Dich außerhalb Deiner Arbeit beschäftigst?

Mark: Ich bin ebenfalls ein Drehbuchautor. Zusätzlich zu meinem Buchvertrag wählte ich letztes Jahr ein Drehbuch aus. Ich habe 12 Stücke geschrieben und produziert. Ich bin ein begeisterter Forscher auf dem Gebiet der Evolutions- und Wahrnehmungspsychologie, und ich setze dieses Wissen ein, um sowohl die Stärken unseren Kampfunterricht zu untermauern, als auch um Workshops durchzuführen: “Kinesik: Die Kunst und Wissenschaft der Körpersprache” und “Die Wissenschaft des Glücklichseins”. Der letztere deckt all die Erfahrungsdaten ab, die mit der menschlichen Befriedigung in Zusammenhang stehen. Es ist ganz etwas anderes als die “Selbsthilfegewinsel”-Vorgehensweise. Ich beschränke mich auf Pragmatismus, Empirismus und Wirksamkeit in allen Bestrebungen.


von und mit Mark Hatmaker bieten wir im Onlineshop an:

DVDs:

The ABCs of NHB: High-Speed Training for No-Holds-Barred Fighting

Clean Sweeps: A Grappler's Guide to Getting from the Guard to the Top Game

Busting the Legs: Going Offensive inside the Guard

Submission Prism: Multiple Entries for High-Percentage Submission Work.

Ground and Pound

Dirty Boxing

Street Self-Defense System 3: Outer Limits Drills

Masters & Styles

Down & Out

Street Self-Defense System Set

Street Self-Defense System 2: “X” Weapons Techniques against Armed Attackers

Street Self-Defense System 1: Unarmed Techniques and Tactics

Below the Belt Set

Gladiator & Mega-Gladiator Conditioning Kits

Below the Belt Volume 2: A Complete Arsenal of Knee Strikes for MMA and the Street

Silent Partner Set

Great Escapes: Beating the Grappler at His Own Game

Modern Knives 7: The Grappling Arts

Below the Belt: A Complete Arsenal of Low Kicks for MMA and the Street

Extreme Boxing: Hardcore Boxing for Self-Defense

The Complete Pugilist: The Definitive Guide to Old-School Boxing, Dirty Boxing, and the Sweet Science

Beyond Brazilian Jujitsu: Redefining the State of the Art in Combat Grappling

Beyond Brazilian Jujitsu II: Escaping, Countering, and Defeating a Formidable Combat Art

Beyond Brazilian Jujitsu Set

The Submission Encyclopedia: The Ultimate Guide to the Techniques and Tactics of Submission Fighting, Volume 1

The Complete Grappler: The Definitive Guide to Fighting and Winning on the Ground

Armor Plated: The Encyclopedia of Defensive Skills for NHB and the Street

Gladiator Conditioning Course: Fitness for the Modern Warrior

Mega-Gladiator Conditioning Set: The Next Level of Combat Fitness

The Floor Bag Workout: The Ultimate Solo Training for Grapplers and Groundfighters

Silent Partner: A Video Guide to Solo Training with a Throwing Dummyfighters

Silent Partner: A Video Guide to Solo Training with a Throwing Dummy