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Zweites Interview mit Richard Dimitri

Frage: Was ist Senshido?

Richard: Senshido übersetzt sich wörtlich als “Der Weg der 1.000 Meister”. Ich wählte zur damaligen Zeit (1993) einen asiatischen Namen, weil realitätsbasierende Systeme und Namen damals noch nicht ganz so üblich oder akzeptiert waren wie sie es heute sind. Ich suchte ursprünglich nach einem chinesischen Namen, aber falls ich mich richtig erinnere, war “Der Weg der 1.000 Meister” auf Chinesisch “Wong Fu Tien Si”, und ich wollte nicht, dass die Leute mich anrufen, um Frühlingsrollen mit gebratenem Reis zu bestellen. Senshido (ein japanischer Name) übersetzte sich gut, und der Weg der 1.000 Meister schien passend zu sein. Zur damaligen Zeit war mein System vielseitig und entsprang aus verschiedenen Quellen. Du kannst also die Verbindung sehen. Heute allerdings hat sich Senshido enorm weiterentwickelt. Obwohl es da viele Einflüsse aus anderen Systemen gibt, ist es mehr zu einer wissenschaftlichen, transzendentalen Methodologie geworden als zu einem System als solches.
Die erste Sache, die wir machen, ist, jemandem dabei zu helfen, sein individuelles Glaubenssystem neu zu definieren und es zu einem zu verändern, das mehr deckungsgleich mit dem Ziel des Überlebens ist. Wir vermitteln dann die notwendigen Fertigkeiten (Profiling, Situations- und Umgebungsaufmerksamkeit, intuitives Radar, Vorkontakthinweise und -anzeichen, taktische Bedrohungseinschätzungen usw.), um eine potentielle Bedrohung oder Konfrontation zu vermeiden. Danach bewaffnen wir die Schüler mit Vorkontaktpsychologie (Umgang mit Angst und Stress, Adrenalinstressgewöhnung, physiologische und biologische Ergebnisse, Vergrösserung der Auffassungszeit, Reduzierung der Reaktionszeit usw.), um sich zu bewegen, nicht unbedingt schneller als der Gegner, sondern früher.
Der dritte Schritt ist der körperliche Teil. Wir decken alle Distanzen des Kampfes ab (im Gegensatz zum allgemeinen Glauben, dreht sich bei uns nicht nur alles um Fingerstiche in die Augen und Schläge zum Unterleib). Wir bauen stark auf athletische Fähigkeit und konditionieren die Schüler durch funktionelles Krafttraining. Wir behandeln Werkzeug- und Zielentwicklung in den Tritt-, Box-, Nahkampf-, Ringen- und Bodenkampfspielen. Ich unterteile Ringen und Bodenkampf, weil Du beim Aufrechtstehen Ringen kannst. All die Distanzen werden dann zusammen bearbeitet durch (falls ich Matt Thornton hier zitieren darf) “lebendige” Übungen, Sparring und szenariobasierendes Training. Ich glaube im Wesentlichen an Matts Vorgehensweise beim „lebendigen“ Training. Falls Du in Deinem Training nicht schwitzt, blutest und Stress auf einer physikalischen, psychologischen und emotionalen Stufe auslöst, dann trainierst Du nicht für die Realität.
Der letzte Schritt (nicht notwendigerweise in der Trainingszeit, sondern zu Erklärungszwecken) ist, den Schülern die Rechtmäßigkeiten ihrer Aktionen zu unterrichten. Es ist wichtig, sich die legalen, moralischen und ethischen Aspekte der Selbsterhaltung anzuschauen, da Du nicht im Gefängnis für irgend jemand seine Hure sein möchtest, weil Du einen Betrunkenen durch exzessive Gewaltanwendung ins Koma gebracht hast. Das Nachspiel eines Kampfes ist gleich wichtig. Wird Dein “Gegner” nach Rache suchen? Ereignete sich der Kampf in Deiner Nachbarschaft? Hatte das Individuum “Beziehungen”? Gab es dabei Zeugen? Weisst Du, wie Du mit einem Polizisten sprichst? Mit einem Rechtsanwalt? Hast Du jemals eine Nacht in einer Zelle verbracht? Hast Du Vorstrafen? Hast Du eine Ahnung davon, wie lange eine Vorstrafe im Strafregister steht, und bist Du Dir über seine Auswirkungen bewusst, wenn Du nach einer Beschäftigung Ausschau hältst oder für einen einfachen Urlaub das Land verlassen möchtest? All dies sind fest eingebaute Faktoren.

Frage: Seit wann bist Du ein Ausbilder?

Richard: Ich fing 1987 damit an, funktionelle Kampftrainingsmethoden zu unterrichten.

Frage: Was brachte Dich dazu, Senshido zu erschaffen?

Richard: Es war niemals meine Absicht, mein eigenes Kampfsystem zu erschaffen. Aber nachdem ich mehrere Künste trainiert und ein paar Schwarzgurte erworben hatte, fing ich an, in Bruce Lees JKD Concepts und in “Funktionalität geht über ‘Kunst’ schlechthin” einbezogen zu werden. Mehrere Leute baten mich darum, sie in ihren Kellern, Garagen und Hintergärten zu unterrichten. Ich fand mich zu dem Zeitpunkt, als ich 16 Jahre alt war, selbst darin wieder, mehrere der Künste, die ich erlernt hatte, miteinander zu vermischen und sie zu modifizieren. Ich fand nicht nur heraus, dass ich es liebe, zu unterrichten, sondern auch, dass ich sehr gut darin bin.
Ich war mehr und mehr an der praktischen Seite der Dinge interessiert, und zu dem Zeitpunkt, an dem ich 18 Jahre alt war, fing ich an, auf Vertragsbasis als verdeckter Sicherheitsmitarbeiter, als Türsteher und als Personenschützer zu arbeiten. Auf diesen Gebieten fand ich schnell heraus, was funktionierte und was nicht. Um ehrlich zu sein: Viel von dem, was ich in den traditionellen Künsten gelernt hatte, hatte keine Anwendung in der realen Welt.
Eines Tages, in den frühen 1990er Jahren, stieß ich auf eine Anzeige für Tony Blauers Chu Fen Do-Schule. Sein System war das, nach dem ich gesucht hatte. Tony war zur damaligen Zeit mit seinen Nachforschungen weiter voraus als ich es zu der Zeit war, als ich mich dort einschrieb.
Ich wurde schnell zu einem Ausbilder für ihn, gab über 15 Unterrichte pro Woche, hielt Seminare ab usw. Im Jahr 1993 waren wir wegen mehrere Dinge nicht mehr einer Meinung. Also ging ich weg. Zu dem Zeitpunkt hatte ich über 18 Jahre Erfahrung in den Kampfkünsten und 5 Jahre auf dem Gebiet in den Jobs, die ich zuvor erwähnt hatte. Weil ich beim Unterrichten extrem hingebungsvoll war, war ich nicht so sehr wie ein “Gelehrter”, und ein geregelter Arbeitstag war nie meine Stärke. Also eröffnete ich meinen eigenen Platz und erschuf Senshido, basierend auf meiner Erfahrung, Training und Nachforschung zur damaligen Zeit.

Frage: Welches sind Senshidos Prinzipien, und was unterscheidet es von anderen Künsten und Systemen?

Richard: Die Prinzipien sind einfach: die Überlebensfähigkeit um jeden Preis zu erhöhen. Ich bin mehr daran interessiert, “den Schlag zu landen” als daran, mit welchen Knöcheln zu treffen oder in welchem Winkel die Faust losgelassen werden soll.
Worin es sich von anderen realitätsbasierenden Systemen unterscheidet…nun, nach dem zu urteilen, mit dem ich vertraut gemacht worden bin, ist es in seinen konzeptuellen und philosophischen Prozessen viel flüssiger als die Mehrzahl der anderen Systeme da draußen, welche sich mehr auf technische Anwendungen zu konzentrieren scheinen. Senshido überträgt sich auch gut auf das alltägliche Leben. Viele Leute, aus allen Gesellschaftsschichten, wenden unsere Konzepte in ihren täglichen Leben an. Obwohl diejenigen, die unsere Methoden in gewalttätigen Konfrontationen erfolgreich eingesetzt haben, Bände sprechen über die praktische Anwendbarkeit unseres Senshido als ein Kampfsystem, sind es die anderen – wie etwa Eltern, die unsere Arbeit verwendeten, um ihren Kindern darin zu helfen, ihre Angst vor der Dunkelheit zu überwinden, eine Mutter, die ihrer Tochter dabei half, traumatische Ereignisse aus ihrer Kindheit aufzuarbeiten, ein junger Mann, der von seinem Boss eingeschüchtert wurde und der durch Anwendung unserer Konfrontationsumgangsstrategien diesem Verhalten ein Ende setzte, während er seine Stellung behielt –, von denen ich glaube, dass sie uns verschieden machen.
Unsere Herangehensweise ist außerdem nichttraditionell, selbst für realitätsbasierende Systeme. Wir haben keine dunkle, grüblerische oder zu ernsthafte “militärartige” Vorgehensweise. Ich unterrichte unter Verwendung von Humor und meiner eigenen Persönlichkeit, im Gegensatz dazu, zu “dem Ausbilder” oder “Guru” zu werden, wenn es an der Zeit für das Unterrichten ist. Was Du siehst ist das, was Du von mir bekommst…ich bin die selbe Person, egal ob ich unterrichte, esse, mit meinen Freunden herumhänge oder was auch immer mache. Keine Maske, keine Verstellung, nur ich.

Frage: Was ist Deine Meinung zu präventiver Selbstverteidigung? Wie sprichst Du in Deinen Unterrichten legale und moralische Angelegenheiten an, die den Einsatz von Gewalt beinhalten?

Richard: Ich glaube fest an das Erstschlagprinzip. Ich glaube allerdings, dass es gerechtfertigt sein muss und dass man damit nicht den sprichwörtlichen Frühstart hinlegen sollte. Es gibt da einen Spruch, der geht so: “Diejenigen, die reden, können überzeugt werden, zu gehen.” Zum grössten Teil ist das wahr. Verbale Entschärfung ist nicht nur machbar, sondern auch wahrscheinlich. Es gibt da jedoch Ausnahmen. Man sollte präventiv werden, falls die Situation eskaliert, falls sich das Aggressionsniveau trotz der verbalen Versuche des Entschärfens nicht vermindert hat und bei Szenarien mit mehreren Angreifern. Weil es im Kampf keine Absolutheiten gibt und alles von den Umständen und dem Szenario abhängt, wird das Szenario immer die Reaktion diktieren.
Was die legalen Aspekte angeht, nun, die angewandte Gewalt muss der gegenüberstehenden Bedrohung angemessen sein. Die Psychologie der passiven Stellung und verbale Entschärfungsversuche vergrössern Deine legalen Chancen. Die passive Stellung (eine nicht aggressive Schutzstellung, die im Senshido unterrichtet wird) macht mehrere Dinge, um Deine Chancen zu vergrössern: Sie ist eine günstige Gelegenheit für Deinen Gegner zum “Wegehen”, für Deine Aufmerksamkeit auf die potentielle Bedrohung, eine moralische und legale Erlaubnis zum Präventivwerden im Falle von Zeugen, reflexartiger Schutz Deiner Mittellinie, Zugang zu offensiven Werkzeugen und mehr…

Frage: Unterrichtest Du den Gebrauch von Waffen? Wie gehst Du Verteidigungen gegen Waffen an?

Richard: Waffen sind ein äusserst wichtiges Element eines jeden Selbstverteidigungsprogramms, das sein Geld wert ist. Allerdings muss es auf Erfahrung und gründlicher Nachforschung basieren und nicht auf der Antwort irgendeines “Stils” bei Waffenabwehren. Man muss sich einmal die Statistiken anschauen (Dies schließt die eingesetzten Waffen, wie sie eingesetzt werden, die Beziehung zwischen Vorkampfstufe und dem tatsächlichen Einsatz der Waffe, Verhaltenselemente von bewaffneten Angreifern usw. mit ein. Ein hervorragendes Buch mit solchen Beispielen ist The Logic of Steel von James LaFond.). Um zu verstehen, wie Du Dich gegen eine Waffe verteidigst, ist es von größter Wichtigkeit, dass Du verstehst, wie Du mit der besagten Waffe tötest. Es ist einfach nur logisch.
Marc MacYoung hat es am besten ausgedrückt:

“In wie vielen Messerkämpfen bist Du tatsächlich gewesen?”
“Ich habe über zehn Jahre lang Kali trainiert.”
“Nein, nein, in wie vielen Messerkämpfen bist Du gewesen?”
“Ich habe fünf verschiedene Messerkampfsysteme trainiert.”
Jau, er ist ein Messerkämpfer, na klar – seine Visitenkarte sagt es sogar.

Frage: Hast Du in Deinem eigenen Leben Gewalt erfahren? Würdest Du uns davon erzählen?

Richard: Wie ich zuvor erwähnt habe: Ja, mehrere Male, aus drei Hauptgründen:

  • Berufsbezogene Arbeit als verdeckter Sicherheitsmann, als Türsteher und als Personenschützer.
  • Beim Einschreiten in eine gewalttätige Konfrontation, in der jemand zum Opfer wurde oder kurz davor stand.
  • Falscher Ort, falsche Zeit. Ich kam in mehr Konfrontationen, als ich gerne gekommen sein würde.

Ich bin bei mehreren Gelegenheiten mit Messern angegriffen worden. Ich bin auch mit zerbrochenen Bierflaschen und einem Brecheisen angegriffen worden. Ich hatte bei drei verschiedenen Zwischenfällen Pistolen auf mich gerichtet. In einem dieser Fälle feuerte der Typ tatsächlich einen Schuss ab (er verfehlte, ich pinkelte mich voll, entwaffnete ihn und fiel zu Boden, als er davonlief). Ich sah mich unglücklicherweise auch einer Situation mit mehreren Angreifern gegenüber, die mit Abstand eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens gewesen ist – aber ich überlebte.
Jede gewalttätige Konfrontation war eine Lernerfahrung. Beispielsweise war ich einmal in einem gewaltigen Handgemenge und hielt mich gut, bis ich in den Rücken getroffen wurde. Ich drehte mich um und kümmerte mich um das Problem, aber betrachtete es als ein gewaltiges Versagen, obwohl ich relativ unbeschadet überlebt habe. Der Grund dafür, warum ich es als einen Fehlschlag betrachtete, ist der: Wäre es ein Messer anstatt eines Tritts oder Kniestosses gewesen, würde ich vielleicht genau jetzt nicht hier sein, um dies zu schreiben. Erfahrung ist ein wundervoller Lehrer.

Frage: Was sind Deine Gedanken über den hochmodernen Kampfkunstunterricht und die heutige Selbstverteidigungsindustrie?

Richard: Ich denke, sie haben es weit gebracht. Die Leute scheinen mehr zu einer pragmatischen Vorgehensweise zu neigen. Die realitätsbasierenden Systeme haben sich in den letzten zehn Jahren enorm weiterentwickelt, dank solcher Leute wie Sammy Franco, Geoff Thompson und Tony Blauer.

Frage: Was ist “der Shredder”, ein Begriff, den ich häufig im Zusammenhang mit Senshido gehört habe?

Richard: Der Shredder ist ein Konzept, das über neun Jahre in der Mache war. Seine Evolution hat es weit gebracht. Er hat viel Aufmerksamkeit in den Kampfküsten und der Kampfgemeinde erregt und ist von den meisten als revolutionär bezeichnet worden. Der Shredder ist nicht schön. Er ist keine X,Y,Z-artige Kampfkunsttechnik. Falls Du ihn jemals ohne Zurückhaltung voll ausgeführt hast, hast Du dann Deinen Gegner entstellt. Du hast Teile der Anatomie seines Gesichts weggerissen und ihn wahrscheinlich für den Rest seines Lebens mit Narben versehen.
Der Shredder fing an als eine körperliche Vergeltung auf kurze Distanz, die aus kurzen, halbtaktigen Schlägen bestand, die zu nah dran waren, um gestoppt zu werden, da die Hand schneller ist als das Auge. Er fing an, sich langsam weiterzuentwickeln. Einige weitere Werkzeuge und Prinzipien wurden hinzugefügt, als er sich weiterentwickelte.
Ich erkannte durch das Training und das Unterrichten, dass der Shredder nicht bloß ein körperliches Werkzeug war. Es war nicht mehr bloß eine Technik oder eine Abfolge von “Bewegungen”. Das Timing war verkürzt von einem halben Takt zu einem Vierteltakt, darin alle fünf von Senshidos fünf Prinzipien der körperlichen Vergeltung vereinigend: Sparsamkeit der Bewegung, Nichttelegrafierende Bewegung, Naheste Waffe zum nahesten Ziel, Primärzielerfassung und taktile Empfindsamkeit.
Ist der Shredder erst einmal angewandt, ist er absolut verheerend. Jede einzelne Person, die ihm richtig ausgesetzt worden ist, was komplett überwältigt von seiner aufdringlichen und zerstörerischen Kraft, und dies war nur während einer Simulation! Ich bemerkte, dass die Stärke des Shredders nicht so sehr das physische Trauma war, das er verursachte, sondern eher der psychologische und emotionale Schaden.
Der Shredder ist ein Konzept, das im Verhalten und wissenschaftlich verwurzelt ist. Wird er erst einmal eingesetzt, macht er drei lebenswichtige Dinge:

  • Er überlastet das kognitive Hirn (keinen klaren Denkvorgang mehr).
  • Er umgeht die zusammenzuckende Schreckreaktion (macht es daher unmöglich, irgendeinen der “Schläge”, falls Du sie so bezeichnen möchtest, abzustoppen auf Grund der vierteltaktigen Angriffe, verschwindenden Schrittarbeit und der Bösartigkeit der Vergeltung).
  • Er dreht die Jäger-Beute-Mentalität komplett um.

Falls Du Dir die körperlichen Aspekte des Shredders anschauen würdest, würde er wirklich nicht nach viel aussehen. Der Shredder besteht grundsätzlich aus mehreren kurzen, traumatischen Offensiven wie etwa Augenstiche, Ohrenreissen, Handballenstösse, Kratzen, Beissen, Ellbogenstösse, Kniestösse, Spucken, Kehlenquetschen sowie Genick- und Kopfverdreher und -manipulationen. Es ist ein spontanes Sperrfeuer aus grobmotorischen Fertigkeiten, in dem die Ziele festgelegt werden durch den panischen Versuch Deines Angreifers für ein reflexartiges und defensives Loslösen. Die Vielseitigkeit der verwendeten Werkzeuge wird durch die Anpassungsfähigkeit und den Trainingsplan des Individuums produziert.
Was macht den Shredder zu solch einer komplexen und dennoch paradox simplen Taktik? Die Verhaltenselemente. Der Verstand steuert den Körper.
Auf Grund einer überwältigend hohen Nachfrage veröffentliche ich ein Set über den Shredder, das aus einem 70-seitigen Buch und einer Lehr-DVD besteht, die im Detail das Konzept des Shredders und seine Anwendungen beschreiben.

Frage: Bist Du Teil von oder arbeitest Du zusammen mit Einzelpersonen oder Organisationen, die Du gerne weiterempfehlen oder fördern möchtest?

Richard: Ich gehöre nicht zu irgendeiner Organisation als solche, aber Sammy Franco von Contemporary Fighting Arts und ich haben uns vor etwa drei Jahren zusammengetan mit Marc MacYoung, Geoff Thompson und Peyton Quinn, um qualitative Informationen und eine Art von Richtlinie für Leute zu bieten, die nach realistischer Selbstverteidigung Ausschau halten. Auf Grund von Terminen wurde das erste Coalition Seminar in Summit, New Jersey mit drei der fünf Mitglieder abgehalten: Sammy, Franco und ich. Als die Zeit weiterlief, machten es Terminplanung und persönliche Gründe unmöglich für alle Mitglieder der Coalition, für weitere Seminare und Workshops zusammenzukommen. So mussten Peyton Quinn und Marc MacYoung uns leider verlassen. Sie gingen nicht im Streit und fuhren damit fort, ihre volle Unterstützung für die Ziele der Coalition zu geben. Geoff Thompson ist eher so etwas wie ein Ehrenmitglied, der unserer Sache seine Unterstützung verlieh, weil er an unsere Arbeit glaubte.
Ian “Vampiro” Hodgkinson, Profiwrestler der berühmten WCW, trat dann der Coalition bei und war beim zweiten Coalition Seminar in Maryland anwesend. Vamp ist definitiv der echte Hammer. Dieser Typ hat Dinge durchgemacht, vor denen die meisten zurückschrecken würden. Viele denken, dass weil er ein Profiwrestler ist, er ein Schwindler ist, aber ich kann Dir versichern, dass ich lieber ihn meine Rückendeckung übernehmen lassen würde falls ich bis zu den Knien in der Scheisse stecke als die Mehrheit der realitätsbasierenden Experten da draussen.

Frage: Was denkst Du über das Internet und seine Anwendung bei der Übermittlung und dem Austausch von Informationen über Selbstverteidigung?

Richard: Es ist tatsächlich sowohl gut als auch schlecht. Gut, weil es jetzt eine leichte Quelle für hervorragende Informationen gibt, die sie sehr zugänglich für alle und jeden macht. Schlecht, weil jeder da draussen mit einer Webadresse, ein paar Fotos und etwas einfacher Nachforschung sich selbst als ein Experte ausgeben kann. Leute ohne Informationen oder Wissen können leicht getäuscht werden durch Webseiten, die schlechte, sogar lächerliche Informationen bieten.

Frage: Was machst Du, wenn Du nicht arbeitest?

Richard: Ehrlich gesagt kommt es so selten vor, dass ich nicht arbeite. Ich arbeite buchstäblich zwölf bis fünfzehn Stunden am Tag. Wenn ich entspannen kann, versuche ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Frau zu verbringen.

Frage: Danke für Deine Zeit, Rich.

Richard: Vielen Dank für diese Gelegenheit.